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Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Bibliographic data

fullscreen: Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Heimat
Subtitle:
Vorarlberger Monatshefte
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
Heimat-Verl.
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
Year of publication:
1931-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381_1931

Section

Structure type:
Section
Title:
Heft 4

Article

Structure type:
Article
Author:
Pichler, Adolf
Title:
Der alte Bartl (Fortsetzung)
People involved:
Pichler, Adolf

Contents

Table of contents

  • Heimat
  • Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
  • Title page
  • Contents
  • Heft 1
  • Heft 2
  • Heft 3
  • Heft 4
  • Title page
  • Contents
  • Die Waldgeschichte Vorarlbergs
  • Eigentümlichkeiten des Klimas von Bregenz
  • Meine erste Jagdfahrt
  • Der alte Bartl (Fortsetzung)
  • Bücherschau
  • Heft 5
  • Heft 6 und 7
  • Heft 8
  • Heft 9
  • Heft 10
  • Heft 11
  • Heft 12

Full text

119 Suite; noch war er außer Schußweite. Langsam näherte Bartl den Kolben 
der 
Wange, einen Augenblick — da packte ihn eine starke Faust im Nacken; 
ehe 
er 
einen Laut hervorstoßen konnte, war sein Gesicht in den weichen Sumpf 
gedrückt. 
Die Hand ließ ihn frei, er sprang auf, Wasser und Schlamm aus- 
sprudelnd. 
Nachdem er sich den Kot abgewischt und wieder um sich zu schauen 
imstande 
war, 
erkannte er seinen Kameraden Pauli aus Ried im Zillertale. 
„Was 
hast 
jetzt 
anstellen wollen, Kerl?" begann dieser leise; „hättest merken 
können, 
daß 
man 
auf 
dich ein Auge hat. Laß Zeit, unser Herrgott verschlaft's 
nicht 
und 
nimmt 
ihn 
schon bei den Ohren, ohne daß du dreinpfuschest. Meinst, 
wir 
anderen 
mögen 
den 
Bonapartl? Wenn du aber jetzt geschossen hättest, 
würden 
wir 
alle 
hingerichtet 
und das Landl könnt' es entgelten." 
„Ich 
hätt' 
ihn 
geschossen 
wie einen Auerhahn." 
„Seine 
Schergen 
wären 
aber 
in voller Macht zurückgeblieben. Meinst 
du 
wohl, 
die 
Hütten 
dich 
dann 
heut' 
abends ruhig die Gänse da fressen lassen?" 
Bartl 
blickte 
siuster 
zu 
Boden, 
dann pflückte er die ekelhaften Würmer 
von 
Wade 
und 
Schienbein. 
„Ich 
habe 
mir 
gedacht 
was 
du 
willst, 
und 
bin dir deswegen nachgeschlichen. 
Jetzt 
gehst 
zum 
Major 
und 
dann 
zum 
Hauptmann, gibst jedem einen Vogel 
und 
sagst, 
du 
hättest 
thuen 
ein 
gutes 
Nachtessen 
verschaffen wollen." 
Bartl 
gehorchte 
ohne 
Widerrede; 
schweigend 
hob 
er die Vögel bei den 
Füßen 
auf 
und 
folgte 
dem 
Kameraden. 
Pauli 
erzählte 
dem 
Major, 
sie 
hätten 
Gänse 
sangen 
wollen, und da sei 
Bartl 
in 
den 
Kot 
gepatscht. 
Der 
Offizier 
lachte 
und 
befahl 
seinem Diener, 
den 
Bogel 
ja 
recht 
gut 
zu 
braten. 
Da 
der 
Major 
zufrieden 
war, hatte der 
Hauptmann 
nichts 
mehr 
einzuwenden. 
Die 
Angaben 
Bartls 
über 
die 
Märsche, 
die 
er 
zu 
machen 
hatte, 
und über 
die 
Gefechte, 
an 
denen 
er 
teilnahm, 
sind 
so 
verworren 
und 
unklar, 
daß 
ich 
mich 
weder 
an 
dem 
Leitfaden 
der 
Geschichte 
noch 
der 
Geographie 
zurechtfinden 
konnte. 
Es 
liegt 
übrigens 
auch 
nicht 
viel 
daran; 
seine 
Beobachtungen 
über 
Land 
und 
Leute 
interessieren 
ohnedem 
nnr 
insofern, 
als 
sein 
Schicksal 
damit 
verflochten 
ist. 
Über 
die 
Richtung, 
welche 
Bartl 
zunächst 
einschlug, 
gibt 
vielleicht 
der 
Umstand 
einigen 
Aufschluß, 
daß 
er 
sah, 
wie 
General 
Deroi 
fiel. 
Dies 
geschah 
im 
Tresfeu 
vor 
Poloez. 
Übrigens 
strengte 
er 
sich 
nicht 
an, 
auf 
den 
Ebenen 
Rußlands 
Heldenlorbeeren 
zu 
pflücken. 
„Da 
war 
es 
in 
unseren 
Bergen", 
erzählte 
er 
oft, 
„eine 
rechte 
Lust; 
mit 
welcher 
Freude 
blitzte 
ich 
1809 
den 
ver­ 
fluchten 
Franzosen 
auf 
den 
Balg; 
wie 
jauchzte 
ich, 
wenn 
einer 
purzelnd 
die 
Fersen 
in 
die 
Luft 
schlug! 
Aber 
die 
Russen! 
Denen 
mochte 
ich 
nichts 
zuleide 
tun, 
außer 
wo 
ich 
mich 
meiner 
Haut 
wehren 
mußte; 
sie 
hatten 
ja 
recht 
gegen 
den 
teuflischen 
Bonaparte, 
und 
am 
liebsten 
wär' 
ich 
zu 
ihnen 
übergelaufen. 
Nur 
der 
Gedanke 
hielt 
mich 
zurück, 
daß 
ich 
dann 
vielleicht 
auf 
meine 
eigenen 
Landsleute 
schießen 
müßte, 
und 
das 
wär' 
gewesen 
wie 
Kam 
und 
Übel 
in 
der 
Heiligen 
Geschrift!" 
(Fortsetzung 
folgt.) folgt.)
	        

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