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Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Bibliographic data

fullscreen: Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Heimat
Subtitle:
Vorarlberger Monatshefte
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
Heimat-Verl.
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
Year of publication:
1931-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408015381_1931

Section

Structure type:
Section
Title:
Heft 3

Section

Structure type:
Section
Title:
Bücherschau

Contents

Table of contents

  • Heimat
  • Heimat / Vorarlberger Monatshefte 1931
  • Title page
  • Contents
  • Heft 1
  • Heft 2
  • Heft 3
  • Title page
  • Contents
  • Gekreuzigter des 14. Jh. aus dem Silbertal
  • Die Hausmarken in Bludenz und Umgebung
  • Einiges zum Funkensonntag
  • Der Boden von Bregenz
  • Flurnamenforschung
  • Deutsche Stammeskunde
  • Der alte Bartl (Fortsetzung)
  • Bücherschau
  • Heft 4
  • Heft 5
  • Heft 6 und 7
  • Heft 8
  • Heft 9
  • Heft 10
  • Heft 11
  • Heft 12

Full text

95 Bücherschau. 
Bauer 
Dr. Andrä: Entvölkerung und Existenzverhältnisse in Borarlberger Berglagen, Vre- 
, 
gert§, 
1930. 
Text 232 Seiten, 28 Bilder und 6 Diagramme. — Unter diesem Titel bespricht Bauer die 
wirtschaftlichen 
Verhältnisse der Berglagen mit der besonderen Absicht, die Entvölkerung der Berg- 
gebiete 
zu 
begründen. Der Arbeit geht ein allgemeiner Teil voraus, in dem die einzelnen Kultur- 
gattungeu 
des 
Landes 
besprochen werden. In diesem Kapitel spricht der Verfasser auch von landlosem 
Einkommen; 
damit 
meint 
er mit anderen Worten den nicht bodenständigen Erwerb. Die Wandlungen 
im 
Wirtschaftsleben 
und 
ihr 
Einfluß auf Bevölkerungsverteilung ist an dem typischen Beispiel Dorn- 
bim 
gezeigt. 
Art 
manchen 
Stellen wird diese allgemein verbreitete Erscheinung des Wirtschaftswandels 
in 
Europa 
auch 
mit 
Beispielen 
aus anderen europäischen Gebieten belegt. 
Das 
100 
Seiten 
umfassende 
Hauptkapitel, die Entvölkerung der Borarlberger Berglagen, ist nach 
einzelnen 
Gebieten 
untergeteilt 
in 
Tannberg, Damüls und Groß-Walsertal, in Silbertal, Klostertal 
und 
Walgau. 
Am 
Ende 
des 
Kapitels 
werden 
noch die Existenzlagen anderer Berggemeinden des Landes 
im 
oberen 
und 
unteren 
Rheintal 
und 
im 
vorderen Bregenzerwald behandelt. In jedem dieser Ge- 
biete 
wird 
zuerst 
die 
Volksbewegung 
behandelt, 
dann die Existenz- und Wirtschaftsverhältnisse. Die 
Lebensverhältnisse 
sind, 
wie 
es 
sonst 
selten 
geschehen 
ist, sehr eingehend dargestellt. Die Lage der Berg- 
sieÄungen 
zu 
Schule, 
Kirche 
und 
Arzt 
sind 
sicher 
von 
besonderer Bedeutung für das Leben der Höhen- 
dauern. 
Ein 
weiteres 
40-Seiten 
umfassendes 
Kapitel 
stellt 
hauptsächlich die Ursachen der Entvölkerung 
dar; 
diese 
sind 
in 
erster 
Linie 
absolute 
Änderungen 
in 
den 
natürlichen Lebensbedingungen der Berg- 
lagen, 
wie 
die 
durch 
die 
zunehmende 
Entwaldung 
verschlechterten Klimaverhältnisse, Abnehmen der 
Erträgnisse, 
Tierseuchen, 
Verkarstung, 
Verkleinerung 
der 
Wirtschaftsfläche, zunehmende Zerschlagung 
der 
ehemals 
größeren 
lebensfähigeren 
Besitze; 
weitere 
absolute 
Ursachen 
sind Verschlechterung der Forst- 
wirtschaft, 
Verschlechterung 
der 
Nebenverdienste 
des 
Bergbauern 
in 
Gewerbe und Berkehr. Die weit 
bequemeren 
Verdienstmöglichkeiten 
im 
Tal 
und 
besonders 
im 
Industriegebiet erschweren andererseits 
das 
Leben 
des 
Bergbauern, 
indem 
et, 
es 
als 
schwer 
und 
unbequem 
empfinden lernt. 
; 
Dies 
nennt 
der 
Verfasser 
relative 
Änderungen. 
Dazu 
kommen 
noch 
die 
steigenden Ansprüche ans 
Leben, 
die 
der 
Bergbauer 
auch 
vom 
Tale 
lernt. 
Die 
Lebenshaltung 
wird 
kostspieliger und dadurch 
muß.der 
Berghof 
immer 
mehr 
als 
unrentabel 
erscheinen. 
, 
Besonders 
treffend 
hat 
Bauer 
als 
subjektive 
Ursachen 
den 
Wandel' 
der 
Seele 
des 
Bergbauern mit- 
Verantwortlich 
gemacht. 
Die 
religiöse 
Erziehung 
zu 
Arbeit, 
Sparsamkeit, 
Einfachheit 
und 
Pflicht- 
bewußtsein 
ließen 
den 
Bauern 
im 
Gebirge 
sein 
hartes 
Leben 
als 
eine.Pflicht 
dem. 
Leben, 
seiner 
Fa­ 
milie 
und' 
seiner^Heimat 
gegenüber 
ansehen, 
wogegen 
der 
„moderne" 
Mensch 
ein 
solches 
Leben 
als 
uu- 
bequem 
und 
lästig, 
wenn 
nicht 
gerade 
töricht 
und 
wertlos 
ansieht. 
Das 
letzte 
Kapitel 
befaßt 
sich 
mit 
den 
Maßnahmen 
zur 
Sicherung 
der 
Bergexistenzen, 
zur 
Erhal- 
tung 
der 
Siedlungen 
und 
ihrer 
Lebensmöglichkeiten. 
Der 
Verfasser 
verspricht 
sich 
besonders 
viel 
von. 
der 
Hebung 
des 
Fremdenverkehrs/ 
der 
Belebung 
der 
ehemals 
so 
lebendigen 
Bergstraßen 
und 
der 
'För­ 
derung 
eines 
Sportgewerbes. 
Ohne 
sie 
.besonders 
anzuführen, 
sind 
auch 
alle 
jene 
Maßnahmen 
er­ 
wähnt, 
die 
sich 
aus 
den 
Tatsachen 
der 
früheren 
Kapitel 
'ergeben. 
Diese 
Maren 
ja 
vyr 
Jahren 
schon 
zum 
Teile 
in 
den 
Vorarlberger 
Zeitungen 
von 
den 
Bergbauern 
selbst 
angedeutet 
worden, 
Zum 
Inhalt 
der 
Arbeit'sei 
bemerkt, 
daß 
die 
Entsiedluug 
der"Berglagen 
keineswegs 
eine 
allein 
heute 
vorkommende 
Erscheinung 
ist. 
Viele 
unserer 
Bergsiedlungen 
sind 
im 
Laufe 
der 
letzten 
Bergan- 
genheit 
verldssen, 
wieder 
besiedelt 
und 
heute 
wieder 
verlassen 
worden. 
Auf 
das 
Geschichtliche 
der 
Höhenabwanderung 
wäre 
noch 
mehr 
einzugehen. 
Pfarrbücher 
zeigen, 
daß 
nach 
den 
Napoleonischen 
Zeiten 
die 
Berggebiete 
sogar' 
wieder 
mehr 
bezogen 
wurden, 
nachdem 
sie 
vorher, 
vielleicht 
durch 
die 
Kriegszeiten, 
entsiedelt 
worden 
waren. 
Früh 
vollzogene 
talwärts 
gerichtete 
Abwanderungen 
waren 
nur 
ein 
Zeichen 
der 
Neuerschließung 
des 
Talbodens, 
keineswegs 
eine 
Entvölkerung; 
der 
Talgrund 
war 
mancherorts 
ja 
zuletzt 
und 
zwar 
ost 
von 
den 
Höhen 
her 
besiedelt 
worden. 
Und 
so 
sind 
diese 
Höhenab- 
Wanderungen 
andererseits 
als 
Neugründnngen 
anzusehen. 
Zur 
Form 
der 
Arbeit 
muß 
gesagt 
sein, 
daß 
sie 
dasselbe 
sicher 
viel 
kürzer 
und 
dann 
auch 
besser 
sagen 
hätte 
können. 
Ohne 
Beispiele 
anzuführen 
— 
es 
kommt 
vor, 
daß 
derselbe 
Gedanke 
dreimal 
auftaucht, 
daß 
dasselbe 
in 
ähnlichen 
Worten 
an 
anderen 
Stellen 
wieder 
gesagt 
wird. 
Die 
Sprache 
ist 
nicht 
gerade 
leicht 
zu 
lesen. 
Der 
Umfang 
der 
Arbeit 
ist 
unnötig 
groß.. 
Die 
Bilder, 
die 
beigegeben 
wurden, 
sind 
oft 
gar 
nicht 
Nach 
dem 
Text 
ausgewählt. 
Bilder 
sollen 
den 
Text 
Unterstützen; 
sie 
sollen 
zU 
ihm 
sprechen, 
ihn 
ergänzen. 
Sie 
sollen 
auch 
ihrer 
Aufgäbe 
entsprechend 
im 
Text 
besprochen 
werden. 
Was 
nützt nützt
	        

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