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Rheticus 2000

Bibliographic data

fullscreen: Rheticus 2000

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Rheticus
Subtitle:
Vierteljahresschrift der Rheticus-Gesellschaft
Place of publication:
Feldkirch
Publisher:
Rheticus-Ges.
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Rheticus 2000
Year of publication:
2000-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185_2000

Section

Structure type:
Section
Title:
Jahrgang 22, Heft 1 (2000)

Article

Structure type:
Article
Author:
Madlener, Reinold
Title:
Der Fall Wilhelm oder Wilhelm unerwünscht
People involved:
Madlener, Reinold

Contents

Table of contents

  • Rheticus
  • Rheticus 2000
  • Jahrgang 22, Heft 1 (2000)
  • Title page
  • Imprint
  • Contents
  • Neue Forschung zur Gründung der Stadt Feldkirch
  • Die Überreste der Bibliothek des Feldkircher Frühhumanisten Dr. med. Ulrich Ellenbog
  • Drohender Einsturz der Ruine Neu-Montfort
  • 32 im Wasser stehende Räder
  • Der Bildhauer August Valentin
  • Der Fall Wilhelm oder Wilhelm unerwünscht
  • Feldkircher Gymnasiasten während des NS-Regimes
  • Die Revolution von 1848 in Liechtenstein
  • Buchbesprechungen
  • Bibliographische Notizen der ARGE NATWI
  • Jahrgang 22, Heft 2 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 3 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 4 (2000)

Full text

Der Fall Wilhelm oder Wilhelm unerwünscht 
Reinold Madlener 
Da nun bei der Detail-Vermessung erst recht deutlich wahr genommen wurde, 
daß das Wilhelmische Wohnhaus durch die obangeführte Verschiebung auf den 
Boden der Gemeindegränzen Klaus zu stehen gekommen seye. 
Durch diese bisher unbeachtete Veranlassung will nun die Gemeindevorstehung 
zu Fraxem einen Grund erblicken zur Verstossung der ganzen Wilhelmischen 
Familie, welche auf Orsanken wohnt, aus dem dortigen Gemeindeverbande. 
Warum that sie dieses früher nicht? 
Hätte die Gemeindevorstehung von Klaus nur im Leisesten geahnt, daß jene 
von Fraxem mit solchen unedlen Absichten gegen eigene Gemeindebürger ver 
fahren würde, so hätte sie sogleich nach Verschiebung des obbemeldten 
Wohnhauses auf den jetzigen Platz von der Gemeindevorstehung von Fraxem 
für die ganze Wilhelmische Familie einen Heimatschein verlangt, und so dem 
sonderbaren und auffallenden Benehmen derselben vorgebeugt. 
Welchem Sterblichen hätte es aber einfallen können, daß in der Folge in der 
Gemeinde Fraxem eine solche Gemeindevorstehung auftauchen werde, welche 
gleichsam durch einen Gewaltstreich - Recht und Gewissen auf die Seite gesetzt 
- es wagen würde, eine alte, fleißige und achtbare Familie aus ihrer Mitte zu 
verstossen und zwar aus dem einzigen Gmnde, weil dieselbe nicht in das 
Klauser Tobel hinab rutschen wollte; denn dieses Haus schwebte damals wirk 
lich in größter Gefahr. Nothgedrungen schob man dasselbe mit Kosten über den 
Weg an seine jetzige Stelle. 
Jede Gemeindevorstehung ist verpflichtet, das Wohl ihrer Gemeindebürger zu 
fördern, und den Schaden von ihnen abzuhalten. Jene von Fraxem scheint aber 
eine andere Verpflichtung auf sich genommen zu haben; sonst würde sie im 
besseren Geiste - nicht auf elende und rachsüchtige Rathgeber achtend und hor 
chend - gegen die ohnehin arme, aber doch rechtschaffene, Wilhelmische 
Familie handeln. 
Fürchterlich hallt die Klage über Berg und Thal, wenn ein Gemeindemitglied 
von Fraxem mit vollem Rechte und mit tiefstem Schmerzgefühle ausmfen muß: 
„Meine Gemeindevorstehung hat mich ohne Gmnd verstossen, arm, elend und 
unglücklich gemacht! Scheiden muß ich nun von meiner Geburtsgemeinde, die 
ich so lieb gewann, und verlassen das Grab meiner theuem Heimgegangenen! O 
wäre ich jetzt auch bei ihnen!“ 
Das Löbliche k.k. politische Bezirksamt Feldkirch wird ganz unterthänigst 
gebethen, die Gemeindevorstehung von Fraxem zur baldigen Ausstellung eines
	        

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