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Rheticus 2000

Bibliografische Daten

fullscreen: Rheticus 2000

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Rheticus
Untertitel:
Vierteljahresschrift der Rheticus-Gesellschaft
Publikationsort:
Feldkirch
Verlag:
Rheticus-Ges.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Rheticus 2000
Veröffentlichungsjahr:
2000-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185_2000

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
Jahrgang 22, Heft 4 (2000)

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Haffner, Leo
Titel:
Der autoritäre Mensch. Führerprinzip - Vaterprinzip - Unterwerfungsprinzip
Beteiligte Personen:
Haffner, Leo

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Rheticus
  • Rheticus 2000
  • Jahrgang 22, Heft 1 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 2 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 3 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 4 (2000)
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Feldmarschall Suworow und die russischen Truppen im Bodenseeraum (1799)
  • Der autoritäre Mensch. Führerprinzip - Vaterprinzip - Unterwerfungsprinzip
  • Schesa-Bruchkessel Bürserberg. Entstehung, Geschichte(n), Zukunft
  • Der Großglockenläuter - ein vergessener Beruf
  • Kirchengeschichte und Geschichte in Bildbänden

Volltext

Leo Haffner 
Vortrag im Landhaus Bregenz am 28. 3. 2000 
Der autoritäre 
Führerprinzip - Vaterprinzip - Unterwerfungsprinzip 
Es gab einmal einen Karikaturisten in Vorarlberg, Dieter Zehentmayer, dessen 
Zeichnungen treffender waren als jeder wortreiche Leitartikel. Den früheren 
Chefredakteur der "Vorarlberger Nachrichten", Franz Ortner, hat er besonders 
gut karikiert. Es war dies jener Franz Ortner, von dem Gerd Bacher einmal 
sagte, er sei hart, aber ungerecht. In der Zeichnung Zehentmayers sitzt Ortner 
pfeiferauchend am Schreibtisch, doch er schreibt seinen Leitartikel nicht mit 
dem Zehnfingersystem, sondern mit zwei Hämmern. Und zwar nicht 
Holzhämmern, sondern mit Eisenhämmern. 
Diese Karikatur ist mir eingefallen, als ich anfing, mich mit dem Thema "Der 
autoritäre Mensch" zu beschäftigen. Wie würde Zehentmayer den Untertitel 
dieses Referats ins Bild setzen? "Führerprinzip - Vaterprinzip - 
Unterwerfungsprinzip." Beim "Führerprinzip" wäre der Kärntner Landes 
hauptmann denkbar. Ein Führer liebt Feindbilder, weil ihm dies Gefolgschaft 
sichert, er braucht den politischen Kriegszustand, den Krieg der Worte. Beim 
"Vaterprinzip" fällt einem Kaiser Franz Josef I. ein oder Bruno Kreisky. Auch 
Helmut Kohl. Vater und Pate liegen ja eng beieinander. Der Pate profitiert von 
seiner väterlichen Aura. Er bietet den Unsicheren Schutz und sorgt für die 
Seinen. Auch Landeshauptmann Ulrich Ilg wäre denkbar. Obwohl man beim 
Vergleich Helmut Kohls mit dem sehr kirchentreuen Ulrich Ilg sofort auf die 
Unterschiede hinweisen müßte. Ulrich Ilg bemühte sich um den lieben Gott und 
Helmut Kohl um das liebe Geld. 
Die Philosophie der Aufklärung als Ur-Mutter der modernen Mehrparteien 
demokratie lehnt das Vater- und Führerprinzip ab. Immanuel Kant forderte die 
Menschen auf, selbst zu denken. Die Aufklärung vertraut auf die unabhängige 
Wissenschaft. Sie baut auf die Kräfte des Verstandes. Sie will die Mündigkeit 
des Menschen erreichen, und zwar durch Bildung. Durch Aufklärung. Heute 
durch Information. Für den ORF unter Gerd Bacher war die BBC das Vorbild. 
Das war kein Zufall. England ist das Ursprungsland der Aufklärung und das 
Mutterland der modernen Mehrparteien-Demokratie. Die Presse hat sich dort 
schon früh als Instrument der Machtkontrolle etablieren können. 
Ein weiteres Leitbild der Aufklärung ist die Toleranz und das Prinzip der 
Offenen Gesellschaft. Der Aufklärer Voltaire hat dem wohl denkwürdigsten
	        

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Rheticus 2000. 2000-01-01.
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