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Rheticus 2000

Bibliographic data

fullscreen: Rheticus 2000

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Rheticus
Subtitle:
Vierteljahresschrift der Rheticus-Gesellschaft
Place of publication:
Feldkirch
Publisher:
Rheticus-Ges.
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Rheticus 2000
Year of publication:
2000-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185_2000

Section

Structure type:
Section
Title:
Jahrgang 22, Heft 3 (2000)

Article

Structure type:
Article
Author:
Wanner, Gerhard
Title:
Behindertenarbeit in Vorarlberg und die Lebenshilfe - vom Staat zu privat
People involved:
Wanner, Gerhard

Contents

Table of contents

  • Rheticus
  • Rheticus 2000
  • Jahrgang 22, Heft 1 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 2 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 3 (2000)
  • Title page
  • Behindertenarbeit in Vorarlberg und die Lebenshilfe - vom Staat zu privat
  • Die Lebenshilfe heute
  • Chronik
  • Zur Bedeutung historischer Interviews für die Geschichtswissenschaft
  • Persönlichkeiten
  • Literaturverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Jahrgang 22, Heft 4 (2000)

Full text

diesem Heftlein beschrieben - erfahren, auch über den Dr.Fink, daß eben in der 
Caritas in Bludenz so eine Art Werkstätte sei.Ich bin dann mit meiner Frau hin 
aufgefahren und habe mir das angeschaut. Der damalige Schuldirektor Simoni 
hat uns gezeigt, daß da Anfänge sind. Die Familie Herkommer, die auch ein 
behindertes Kind hat, hat gedrängt, und da hat sich die Caritas dazu bereit er 
klärt, finanziell die Möglichkeit zu schaffen. Wobei natürlich die Eltern Beiträge 
leisten mußten. Es hat sich dann aber herausgestellt, daß die Caritas nicht in der 
Lage war, das gesamte Problem zu lösen. Zudem haben wir uns - die Eltern - 
eigentlich auf den Standpunkt gestellt, daß die Kinder keine Fälle für die Caritas, 
sondern eine Sache der Gesellschaft seien. Schule und Gesellschaft sind die 
Institutionen, die sich eigentlich dieses Problems annehmen müßten. Wir sind 
dann natürlich auf Hindernisse gestoßen. Das war sicher kein leichter Anfang, 
weil sich dann ja ziemlich bald herausgestellt hat, daß die Caritas das Problem 
weiterverfolgen wollte und ihre Werkstätten eigentlich ausdehnen wollte. Aber 
ich bin dann mit den Sonderschullehrern - auch in Bregenz - in Verbindung 
getreten, und da habe ich eben ein Heftchen vorgefunden — eigentlich eine 
Informationszeitschrift für Sonderschullehrer - und da habe ich den Namen 
Ryker vorgefunden. Er war Oberschulrat, Direktor einer 20-klassigen Behinder 
tenschule in Wien. Da bin ich kurzerhand nach Wien gefahren. Dort bin ich 
freundlich aufgenommen worden, sie haben mir die Schule gezeigt, und ich habe 
mich mit dem Gedanken getragen, daß wir so etwas aufbauen wollen. Er hat 
gesagt, er wolle uns unterstützen. Er hat uns dann auch zugesagt, nach Bludenz 
zu kommen. Am 29. Jänner 1966 war eigentlich die erste Besprechung im 
Marienheim in Bludenz, wo Direktor Ryker dabei war, Familie Herkommer und 
Direktor Simoni. Wir haben uns überlegt, was wir tun könnten. Natürlich sind 
wir bald zu der Überzeugung gekommen, daß eben ein Rechtsträger zu schaffen 
wäre - da konnte nur ein Verein in Frage kommen. Ich habe mit juristischen 
Personen viel zu tun gehabt - in meinem Beruf. Ich habe gesagt, daß ich daher 
die Statuten ausarbeiten werde. Ich habe Direktor Ryker gefragt, ob er mir einen 
Entwurf geben könnte, damit man den dann auf Vorarlberger Verhältnisse 
umstellen könnte. So haben wir diese Statuten erstellt. Das war alles vor der 
Konstituierung der Lebenshilfe in der Schattenburg. Die war ja am 12. 02. 1967. 
Das ist alles festgehalten, obwohl diese Sitzung bzw. Zusammenkunft beinahe 
boykotiert wurde. Ich will mich jetzt nicht weiter darüber auslassen, aber die VN 
haben geschrieben, daß das Interesse der Behörden sehr begrenzt war. Trotzdem 
sind viele Leute gekommen, und das war natürlich ein guter Anfang. Nur waren 
von Anfang an die große Geldsorgen. Wir mußten ja wirklich mit Null anfangen 
und haben dann trotzdem in 2 Jahren 5 Werkstätten geschaffen. Von den Jahren 
1967 - 68 war zuerst Götzis, dann Dornbirn, Bregenz und Lustenau. Meistens 
durch aktive Mitarbeit der betroffenen Eltern. Nach der Eröffnung der Werk 
stätte in Götzis haben wir vom Land einen Tagessatz von 54 Schilling bekom 
men. Das war für uns damals sehr viel.
	        

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