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Rheticus 2000

Bibliografische Daten

fullscreen: Rheticus 2000

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Rheticus
Untertitel:
Vierteljahresschrift der Rheticus-Gesellschaft
Publikationsort:
Feldkirch
Verlag:
Rheticus-Ges.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Rheticus 2000
Veröffentlichungsjahr:
2000-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407605185_2000

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
Jahrgang 22, Heft 3 (2000)

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Wanner, Gerhard
Titel:
Behindertenarbeit in Vorarlberg und die Lebenshilfe - vom Staat zu privat
Beteiligte Personen:
Wanner, Gerhard

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Rheticus
  • Rheticus 2000
  • Jahrgang 22, Heft 1 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 2 (2000)
  • Jahrgang 22, Heft 3 (2000)
  • Titelseite
  • Behindertenarbeit in Vorarlberg und die Lebenshilfe - vom Staat zu privat
  • Die Lebenshilfe heute
  • Chronik
  • Zur Bedeutung historischer Interviews für die Geschichtswissenschaft
  • Persönlichkeiten
  • Literaturverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Jahrgang 22, Heft 4 (2000)

Volltext

Wolfgang Weber 
Zur Bedeutung historischer Interviews für die 
Geschichtswissenschaft 1 
Die zentrale Aufgabe der-Geschichtswissenschaft ist die Auseinandersetzung mit 
der Vergangenheit der Menschen. Um diese zu erforschen, wird mit Hilfe von 
mündlichen, physischen und schriftlichen Quellen versucht, die menschliche 
Vergangenheit so zu rekonstruieren, wie sie gewesen ist - um daraus für die 
Gegenwart zu lernen. Die Annäherung an die Vergangenheit ist durch das kritis 
che Verfahren bestimmt, welches auf der Überzeugung fußt, daß die Stärke einer 
historischen Quelle darin besteht, daß sie tatsächlich zu der Zeit entstanden ist, 
über die sie berichtet. Die vorliegenden Leitfrageninterviews mit ehemaligen 
Mitarbeiter/innen bzw. Funktionär/inn/en der Vorarlberger Lebenshilfe entstan 
den im Zuge der Vorbereitungen zu diesem Buch im Jahre 1999. Der Fragen 
katalog wurde von Andrea Blum in Rücksprache mit Gerhard Wanner ausgear 
beitet. Frau Blum besuchte die Interviewpartner/innen zu Hause und fertigte 
anschließend Transkripte an. Diese Transkriptionen erfolgten sinngemäß, nicht 
wortgetreu. Das bringt den Vorteil, dass sie sprachlich geglättet wurden, 
Wiederholungen und lokale Details ausgelassen wurden. Der Nachteil dieser 
Vorgangsweise ist der Verlust an Informationen im Hinblick auf die Gestalt der 
hier abgedruckten Erzählungen. Die deutsche Soziologin Gabriele Rosenthal hat 
in ihrer Habilitationsschrift 1995 darauf verwiesen, dass jede Erzählung einer 
bestimmten Gestalt, einer bestimmten Erzählstruktur folgt, deren Kenntnis für 
die Interpretation des Erzählten von Bedeutung ist. 2 Sie plädiert daher für eine 
wortgetreue Transkription von Interviewtexten, um diese zusätzliche Metadaten 
einer Erzählung nicht zu verlieren, da sie für das Verständnis eines Textes zen 
tral sind. Die Geschichtswissenschaft, aber auch die Soziologie, tendieren 
jedoch zum hermeneutischen Eklektizismus, insbesondere in der Verwendung 
ihrer wissenschaftlichen Quellen. In diesem Sinne erscheint es im Zuge einer 
Festschrift wie der hier vorliegenden als akzeptabel, die angeschlossenen durch 
Interviewerin, Lektor und Herausgeber gekürzten und beschnittenen 
Erzählungen von Mitarbeiter/inne/n der Lebenshilfe abzudrucken. Die 
Kürzungen erfolgten nach subjektiven Kriterien: Wiederholungen, lokale Details 
und möglicherweise einklagbare Äußerungen der Interviewpartner/innen 
gegenüber Dritten wurden gestrichen. Das schmälert den wissenschaftlichen 
Gehalt dieser Interviews, durchaus aber nicht deren Inhalt. Die hier nach den 
erwähnten Vorgaben redigierten Leitfrageninterviews sind intentionale Quellen, 
da ihre Produktionsbedingungen dadurch gekennzeichnet sind, daß sie in einem 
intersubjektiven Prozeß und retrospektiv entstanden. Somit sind sie subjektiv. 
Dies trifft jedoch auf alle schriftlichen Überlieferungen der Vergangenheit zu. 
Eine mittelalterliche Urkunde, etwa über den Kauf eines Grundstückes zwischen
	        

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Rheticus 2000. 2000-01-01.
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