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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1944-001

Bibliographic data

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1944-001

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol-Vorarlberg
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
[s.n.]
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1944-001
Year of publication:
1944-001-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1944_001

Article

Structure type:
Article
Author:
Pisecky, Franz
Title:
Kunst und Kultur
People involved:
Pisecky, Franz

Contents

Table of contents

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1944-001
  • Contents
  • Title page
  • Die 4. Gau-Kunstausstellung 1943
  • Vom Tiroler Höferecht
  • Am See
  • Handwerk und Heimat
  • Die Altstadt
  • Kunst und Kultur

Full text

KUNST UND KULTUR 
NEUE SPIELZEIT 
IM REICHSGÄUTHEÄTER 
INNSBRUCK 
Wie der Intendant des Reichsgautheaters Innsbruck, M. A. Pf iugmacher, am Ende der vorigen Spielzeit 
angekündigt und wie wir auch in der letzten Folge unserer Zeitschrift berichtet hatten, war vorgesehen, eine Reihe 
von Stücken, die sich in der letzten Spielzeit und besonders anläßlich der Festaufführungen während des 6. Tiroler 
Landesschießens bewährt hatten, in den neuen Spielplan herüberzunehmen. So stand denn auch der Herbststart 
des Reichsgautheaters im Zeichen dieser Stücke. Man hörte wieder „Freischütz“ und den „Vogel 
händler“. In „Toska“ gastierte Berti Obholzer-Schneiderinder Titelrolle und konnte in ihrer Heimat 
stadt einen nachhaltigen Erfolg erringen. Auch die beiden Zugstücke von Josef Wenter, „Die schone 
Welserin“ und besonders „Der Kanzler von Tirol“ erwiesen nochmals ihre berechtigte Wirkung. 
Die Reihe der Neuinszenierungen eröffnete ein Märchenstück von Hermann Steller, „SchaeeweiB- 
chen und Rosenrot“, das den kleinen und auch den großen Leuten wohl gefiel. Nach diesem zarten Auftakt 
kam bei der ersten Klassikeraufführung dieser Spielzeit unser ewig gewaltiger Friedrich Schiller zu Worte. 
K ab die und Liehe“, sein bürgerliches Trauerspiel, das alle Abgründe menschlicher Verworrenheit und die 
Verkommenheit eines vergangenen Zeitalters in ihrer gesellschaftlichen Fäulnis aufzeigt läßt auf der anderen 
Seite die Sonne edlen Menschentums und den warmen Glanz echter Liebe aufleuchten. Schiller ist einmal der 
große Revolutionär und so läßt er uns auch in diesem Drama die Revolution des Guten gegen das Bose zwar mit 
allen Schauern erleben, macht aber Wort und Handlung seines Stückes doch zu einem Fanfarenruf der Lebens- 
beiahung und des Kampfeswillens. Das empfinden wir gerade in unseren Tagen vielleicht starker als jemals 
zuvor Das Publikum bekannte sich in den Aufführungen voll und ganz zu Schiller und ebenso anerkannte es die 
Leistung der Darsteller. Diese Anerkennung verdienten sich in hervorragendem Maße der Wurm Siegfried 
Süßenguths, der Ferdinand Hermann Ivel lei ns, die Lady Milford Berthe Waebers, der Stadtmusikant 
Miller Emil B au e r - D o r n s wie Gisa Ott als dessen Frau und Paul Schmid als Präsident Walter sowie 
Ottomar Mayr als Hofmarschall Kalb. Die Luise von Eva Maria Meier, die uns vom Vorjahre als Kleist,sches 
Käthchen sehr wohl in Erinnerung ist, werden wir auch nicht so schnell vergessem Diese Schauspielerin ver 
steht solche Gestalten mit dem echten Liebreiz liebender und hingebungsvoller Madchenhaftigkei zu erlern 
Auf Schiller folgte Mozart, auf den gewaltigen tragischen Orkan die virtuose Fülle der Melodien, dm 
Geschichte vom leichten Leben und schaurige» Ende Don Juans rauschend und klingend erfüllen. Han Georg 
Ratien saß am Dirigentenpult und interpretierte das unsterbliche Werk mit aller Liebe und Einfühlung. Mit 
Forseil als Don Juan, Margot Wink 1 er als Donna Anna, Claire Mohr als Zerlma, Erika Feie tuigcr 
als Donna Elvira, Rudolf C h r i s t als Don Ottavio, Adolf von B e r e » k am p als Masseto, Beugt L i nd eh„ r g 
als Komtur und nicht zuletzt Rolf A n k o w i t s c h als Leporello wurde die Aufführung ein voller Erfolg und fand 
begeisterten Beifall. 
47
	        

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