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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002

Bibliographic data

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol-Vorarlberg
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
[s.n.]
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002
Year of publication:
1942-002-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1942_002

Article

Structure type:
Article
Author:
Mahrholdt, Richard
Title:
Die Entwicklung unserer Feuerwaffen
People involved:
Mahrholdt, Richard

Contents

Table of contents

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002
  • Contents
  • Title page
  • Das Landesschießen
  • Das Schützenwesen in der Wehrverfassung Tirol-Vorarlbergs
  • Schützenscheiben. Vom Holzvogel bis zur Ringscheibe
  • Die Entwicklung unserer Feuerwaffen
  • Bergsommer. Bildfolge aus dem HJ.-Kletterfilm der „Bavaria-Filmkunst“
  • Anzeigenteil

Full text

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VON RICHARD MAHRHOLDT 
Die Feuerwaffe ist deutscher Herkunft und die ersten Büchsenmacher waren Deutsche. Schon aus dem 
16. Jahrhundert leuchten die Namen Kiefuß, eines Nümbergers, des Erfinders des Radschlosses, und die berühmte 
Regensburger Büchsenmacherfamilie Kuchenreuter hervor, deren kostbare Pistolen die Waffensammlungen in 
aller Welt zieren. Ein anderer Nürnberger, August Kutter, gilt als der Erfinder der Drallzüge für den Büchsen 
schuß, um aus dieser Anfangszeit der Feuerwaffe nur einige unter vielen zu nennen. Nikolaus von Dreyse aus 
Sömmerda in Thüringen war anfangs des 19. Jahrhunderts bahnbrechend mit seinem Zündnadelgewehr, die Bau 
arten der Gebrüder Mauser in Oberndorf am Neckar sind als die besten für die Infanteriebewaffnung anerkannt 
und von den meisten Staaten eingeführt und Ferdinand von Mannlicher aus Mainz schuf, seiner Zeit voraus, schon 
um die Jahrhundertwende außer den bekannten Mannlicher-Militärgewehren sehr brauchbare, selbsttätig arbei 
tende Karabinerpistolen. Aus der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit sei auf die erfolgreiche Erfinder 
familie Schmeißer in Suhl und auf die Namen Sauer und Walther hingewiesen, womit aber hei weitem nicht alle 
auf diesem Gebiete schöpferischen Kräfte erwähnt sind. 
Der Hauptteil der deutschen Jagdwaffenerzeugung verdichtet sich auf wenige Gebiete, auf Thüringen, mit 
Suhl und Zella-Mehlis an der Spitze, auf Kärnten mit Ferlach und auf Weipert im Sudetenlande. Weitere größere 
und kleinere Betriebe, die nach alter Überlieferung ihre Sonderheiten pflegen, finden sich in allen Gauen. In Suhl 
entwickelte sich die Herstellung von Feuerwaffen aus dem ehemals umfangreichen Gewerbe der Harnischmacher 
und Panzner schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Trotz schwerer Rückschläge hat diese Waffenschmiede des 
Deutschen Reiches ihre Geltung nicht nur bis auf den heutigen Tag behauptet, auch die noch vor einigen Jahr 
zehnten tonangebende englische Jagd Waffenindustrie ist von den deutschen Meistern längst überflügelt worden. 
Die fertige Jagdwaffe aus Meisterhand verkörpert in sich die höchste Genauigkeitsarbeit, bei der das Maschi 
nelle nur eine untergeordnete Rolle spielt und der Hand- und Kunstfertigkeit alles überlassen bleibt. Viele Hände, 
durch Überlieferung und von Jugend an geschult, schaffen daran, jene Meisterarbeit und Leistung hervorzubrin 
gen, die der Kenner schätzt. Das feine Gewehr ist deshalb für den Hersteller auch nicht in erster Linie ein Ver 
kauf sgegenstand — es ist mehr ein Stück seines Wesens. 
Wenn wir den Herstellungsgang eines Gewehres betrachten, so denken wir zunächst an den Lauf, an die Seele 
des Ganzen. In seinem ersten Zustande, wenn er die Stahlschmiede verläßt, besteht er aus einem klobigen Stahl 
prügel, der unter dem Fallhammer entstanden ist und erst durch den Rohrschmied in seine ungefähre Form 
gebracht wird. Der Laufbohrer führt dann das Ausbohren auf die entsprechende Kaliberweite durch und übergibt 
das Rohr dem Garnierer zum Abdrehen, worauf es nach bestimmten Gesetzesvorschriften in einem staatlichen 
31
	        

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