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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002

Bibliographic data

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol-Vorarlberg
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
[s.n.]
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002
Year of publication:
1942-002-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1942_002

Article

Structure type:
Article
Author:
Stolz, Otto
Title:
Das Schützenwesen in der Wehrverfassung Tirol-Vorarlbergs
People involved:
Stolz, Otto

Contents

Table of contents

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002
  • Contents
  • Title page
  • Das Landesschießen
  • Das Schützenwesen in der Wehrverfassung Tirol-Vorarlbergs
  • Schützenscheiben. Vom Holzvogel bis zur Ringscheibe
  • Die Entwicklung unserer Feuerwaffen
  • Bergsommer. Bildfolge aus dem HJ.-Kletterfilm der „Bavaria-Filmkunst“
  • Anzeigenteil

Full text

iMö 0ri)üfenmefcn 
IN DER WEHRVERFASSUNG TIROl-VORSRLBERG S 
V O N 0 T T 0 S T O L Z 
Von den illyrischen und germanischen Stämmen, die das Gebiet von Tirol und Vorarlberg seit dem Altertum 
besiedelten, haben seine späteren Einwohner den kriegerischen Sinn, den jene immer schon betätigt haben, ererbt. 
Die Herzogtümer Bayern und Schwaben haben sich als Glieder des alten Deutschen Reiches seit dem Beginn des 
Mittelalters auch über die oberen Talgebiete des Inns, der Etsch und des Rheins erstreckt und die Grafen, die 
dort im Aufträge jener Herzoge und der deutschen Könige gewaltet, sind im Laufe der Jahrhunderte zu eigenen 
Landesfürsten und ihr Gebiet zu eigenen Ländern im Rahmen des Deutschen Reiches geworden, Tirol bereits 
im 13. Jahrhundert; Vorarlberg, das hiezu auch schon damals bestimmt schien, kam infolge der Teilungen im 
Hause der Grafen von Montfort erst im 15. Jahrhundert als Gebietseinheit dazu. Beide Gebiete hatten nun einen 
und denselben Landesfürsten aus dem Hause Österreich und demgemäß auch eine gemeinsame Regierung in 
Innsbruck. 
Die Wehrverfassung von Tirol und Vorarlberg hatte im Mittelalter die gleichen Grundzüge wie überall sonst 
in Deutschland: Für die Heerfahrten nach außen, besonders im Gefolge der deutschen Kaiser nach dem Süden, 
hatten die Grafen von Tirol und Montfort ihre Ritter gemäß deren Lehenspflicht, für die Verteidigung ihres 
Landes an den Grenzen und im Innern, aber auch das Aufgebot seiner wehrhaften Bürger und Bauern. Während 
dies in den anderen deutschen Ländern seit dem Ende des 17. Jahrhunderts allmählich abgekommen ist, hat es 
sich gerade hier in Tirol und Vorarlberg noch länger wirksam erhalten und ist geradezu zu einer Eigentümlichkeit 
dieser beiden Länder in ganz Deutschland geworden. Für diese Wehrverfassung bildete aber das Schützenwesen 
schon früher und ganz besonders seit dem Ende des 17. Jahrhunderts eine Einrichtung von sehr ausgesprochener 
Eigenart und Volkstümlichkeit. 
Das Wort Schütze kommt von schießen, es tritt in den germanischen Sprachen schon frühe auf, im Raume 
von Tirol ist es seit dem 14. Jahrhundert nachzuweisen, so in einem Kriegsdienstvertrage des Grafen Heinrich 
von Görz vom Jahre 1335 und in den ältesten Musterlisten für die Landwehr des Gerichtes Lienz aus der Zeit um 
1400. Damals war die Waffe der Schützen die Armbrust oder Ärmst. Diese wird auch in dem ältesten Verzeichnis 
der wehrhaften Leute des Landgerichtes Kitzbühel um 1400 angeführt. Für die Bogen der Armbrust verwendete 
man mit Vorliebe das Holz der Eibe, eines besonders in den Kalkalpen vorkommenden Baumes. Dieses war daher 
sehr gesucht und seine Gewinnung in Tirol unter besondere landesfürstliche Verleihung gestellt. Das Geschoß 
der Armbrust hieß der Stachel, daher sprach man von Armbrust- oder Stachelschützen. 
Aber schon um das Jahr 1400 kam auch in Tirol-Vorarlberg der Gebrauch der Feuerwaffen auf, wie häufige An- 
15
	        

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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1942-002. 1942-002-01.
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