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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-004

Bibliographic data

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-004

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol-Vorarlberg
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
[s.n.]
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-004
Year of publication:
1941-004-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1941_004

Article

Structure type:
Article
Author:
Franz, Leonhard
Title:
Die ältesten Menschenspuren in Tirol-Vorarlberg
People involved:
Franz, Leonhard

Contents

Table of contents

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-004
  • Contents
  • Title page
  • Die Berge formten den Skilauf
  • Die ältesten Menschenspuren in Tirol-Vorarlberg
  • Der Zeichner und Maler Wolf Huber
  • Aus der Geschichte des Fähnleins Florian Geyer
  • Anzeigenteil

Full text

ZMe altcftcn fficnfdicnfpuitn 
InlMuol^Docarlberg 
VON PROF. DR. 
LEONHARD FRANZ 
ÄSV: 
IV,i 
b. 1: Knochenspitze aus 
• Tischoferhöhte mit er 
gänztem Stil 
Es dünkt uns, daß die Zeit Andreas Hofers, die des Banernführers Michael Gats- 
mair oder des Kaisers Max und anderer Männer, die in Tirol und für Tirol Geschichte 
gemacht haben, schon weit hinter uns liegt; der Mensch lebt kurz, für ihn ist ein 
Jahrhundert bereits eine lange Zeitspanne. Aber die Tiroler Geschichte reicht noc i 
viel weiter zurück, bis ins Dämmerlicht vorgeschichtlicher Perioden. Werkzeuge und 
andere Geräte des täglichen Lebens, Schmucksachen, Waffen und sonst noch ver 
schiedenes geben uns Kunde davon, daß schon vor 2000, 3000 und mehr Jahren 
Menschen in den Bergen des Gaues Tirol-Vorarlberg gelebt haben. 
Wenn man all diese Gegenstände, die die Schaufel des Altertumsforschers aus 
dem Erdboden schafft, in den Museen betrachtet, überwindet man in der Regel das 
anfängliche ehrfürchtige Schauern, das ihr hohes Alter - im Vergleich zu einem 
Menschenleben unfaßbar hoch - einflößt, durch die neugierige Frage: wann ist 
denn aber der Mensch zum allerersten Male in unser Bergland gekommen? 
Das ist zu einer Zeit geschehen, die eine riesige Anzahl von Jahrhunderten hinter 
unserer Zeit liegt, in der sogenannten Eiszeit. Das war eine Zeit, in der die Jahres- 
durchschnittstemperatur in Europa eine niedrigere gewesen ist als heute. Infolge 
dessen war die Vergletscherung der Alpen eine viel stärkere als in der Gegenwart un 
die Gletscher reichten weit unter ihre heutige Grenze herab. 
Wir wissen zwar noch nicht, wann diese Vereisungszeit begonnen hat, wissen aber, 
daß etwa 15.000 bis 20.000 Jahre vergangen sind, seitdem die Gletscher ihre heutige, 
gegen damals verhältnismäßig geringe Ausdehnung einnehmen. Wir wissen ferner, 
daß wir uns die Eiszeit nicht als eine Periode gleichmäßig niederer Temperatur 
vorzustellen haben; abgesehen davon, daß auch damals Sommer und Winter ihre 
Rechte ausgeübt haben, gab es während der insgesamt sicherlich viele Tausende von 
Jahren währenden Eiszeit wärmere Zwischenperioden, und zwar deren drei. Zwischen 
vier Abschnitten starken Klimafalles lagen also drei wärmere Zwischeneiszeiten. In 
der letzten dieser Eiszeiten ist der Mensch in die Tiroler Berge gelangt. 
Die Menschheit kannte damals nicht Ackerbau noch Viehzucht, sondern lebte als 
Jäger, mußte daher den Tieren nachziehen; der Eiszeitmensch war also aus seiner 
Wirtschaftsstufe heraus nicht seßhaft. Die Tiere, denen er nachstellte, waren zum 
Teile andere als sie heute in den Alpen leben. Da gab es z. B. den Höhlenbären, 
einen heute ausgestorbenen riesigen Verwandten des Braunbären, den Höhlenlöwen, 
22
	        

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