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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-002

Bibliographic data

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-002

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol-Vorarlberg
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
[s.n.]
Scope:
Online-Ressource

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-002
Year of publication:
1941-002-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1941_002

Illustration

Structure type:
Illustration
Title:
Berghöfe

Contents

Table of contents

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1941-002
  • Contents
  • Title page
  • Vom Schmirntal
  • Altmutters Bilder aus dem Tiroler Volksleben
  • Gesunde Jugend
  • Der Alpenmauerläufer
  • Der Alpenmauerläufer - die fliegende Alpenrose
  • Brücke in Grins
  • Von Bergquellen, Brünndln und Brunnen
  • Naviser „Gitschelen“
  • Geschichte, Ortsnamen, Siedlungs- und Rassenbild eines Hochalpentales
  • ’s Nannele
  • Berghöfe
  • Die Gletscher Tirols und Vorarlbergs einst und jetzt
  • Anzeigenteil

Full text

zum Ausdruck kommen, weil sich die Schriftkundigen eben immer noch an die Schreibweise des Lateinischen klammerten. Es liegt 
auf der Hand, daß die Urkundenschreiber, deren Sprache Latein war, auch bei der Aufzeichnung von Eigennamen sich an die ge 
wohnte lateinische Orthographie anschlossen und Abweichungen der Volkssprache vom Latein nicht beachteten, solange sie nicht 
erheblich waren; eine Aussprache kiamp, die Vorstufe des tschamp, ist aber keine erhebliche Abweichung und konnte genau gar nicht 
wiedergegeben werden. Der Romanist und besondere Kenner des Rätischen R. v. Planta nimmt fürs 7. und 8. Jahrhundert eine Aus 
sprache kiamp an, doch trat sie nach ihm „begreiflicherweise nicht in der Schrift in Erscheinung“ (in „Quellen zur Geschichte 
Vorarlbergs und Liechtensteins“, hrsg. Helbok, S. 69 f.). Es verdient demnach kaum den Vorwurf des „romanticismo“, Diz., Bd. II, 
S. 15, wenn ich ebenfalls den Vorgang ins 8. Jahrhundert setzte. 
Besonders gilt auch für die deutsche Urkundenschreibung des Mittelalters, daß sie sich an das Latein anlehnte. Deshalb griff 
sie zur Wiedergabe eines romanischen kja- selbstverständlich zum lateinischen ca- (Wartburg a. a. 0. S. 22). Daß ein romanisches 
„kjamp“ das gleiche war wie lateinisch eamp(us), begriff man auch damals ohne historische Sprachwissenschaft. Wenn also nach 
unseren urkundlichen Belegen die Quetschung des Lautes sicher urkundlich erst 1300 belegt ist, so können wir den Beginn des 
ungemein langwierigen Vorganges ruhig um fünf bis sechs Jahrhunderte früher ansetzen und kommen damit bei der Spärlichkeit 
schriftlicher Überlieferung fürs Alpenromanische doch ungefähr auf dieselbe Sprachperiode, in der er im Französischen vor sich ging. 
Ein besonders schwerer logischer Fehler in der Beweisführung B.s ist es, die in den Urkunden geschriebenen Orts- und Hof 
namen Ennebergs mit anlautendem ca- als Beweis für späten Eintritt des tscha anzuführen. Denn bis auf heute haben die Enneberger 
wegen der Nähe der Sprachgrenze und ihrer Zweisprachigkeit neben der rätoromanischen Sprachform eines Hofnamens auch eine 
deutsche Ausspracheform, diese hat im Anlaut natürlich nicht den rätoromanischen Quetsch- oder Palatallaut, sondern den alten, dem 
Deutschen entsprechenden ka-Laut bewahrt und bei der Aufzeichnung sind selbstverständlich diese Formen in die Urkunden über 
gegangen, nicht die des Ladinischen, das keine Schriftsprache ist. Erst im Kataster von 1780 werden auch Flurnamen überliefert, die 
keine deutschen Nebenformen darstellen und den Anlaut tscha- haben. Für Battisti ist das der Beweis, daß die Quetschung oder 
Palatalisierung des ca-Anlauts erst damals, nicht vor Ende des 19. Jahrhunderts, eintrat! 
Ebensowenig können andere Versuche B.s überzeugen, die echt tirolische Sprachform, die verschiedene Namen romanischer 
Wurzel in Kais angenommen haben, wie fornu „Ofen“, heute Pföarn (Pföang), nicht auf deutsche Sprachentwicklung, sondern auf das 
seiner Ansicht nach so langlebige Romanische zurückzuführen. Doch ist hier nicht der Ort dazu, dies eingehender darzutun. 
ghöfe 
Nach einer Zeichnung von Franz Schwer:
	        

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