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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002

Bibliografische Daten

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Tirol-Vorarlberg
Publikationsort:
Innsbruck
Verlag:
[s.n.]
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002
Veröffentlichungsjahr:
1940-002-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1940_002

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Strobel, Alfred
Titel:
Von den Schönheiten des Winters in Tirol-Vorarlberg
Beteiligte Personen:
Strobel, Alfred

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002
  • Inhaltsverzeichnis
  • Titelseite
  • Von den Schönheiten des Winters in Tirol-Vorarlberg
  • Sippenzeichen aus Tirol und Vorarlberg
  • Der Arlberg in der Geschichte
  • Beherrscher des Ski
  • Unsere Gebirgsjäger
  • Tiroler Holzschnitzkunst
  • Wir suchen einen Berg
  • Der Schnee als Künstler
  • Skilift am Arlberg
  • Liftikus und Liftika
  • Anzeigenteil

Volltext

„Winter in Tirol-Vorarlberg!“ ist für den, der dies hört, ein Zauberwort und für den, der ihn selbst erlebt, 
ein zauberhaftes Ereignis. Wie schön ist es, auf Skiern über die sanft geneigten verschneiten Talwiesen zu tum 
meln oder über die oft so weiten Hänge der Berge zu sausen, wie schön ist es, das Gipfelglück in winterlicher 
Einsamkeit zu genießen, wie beglückend ist die Wirkung der Sonnenstrahlen und wie unbeschreiblich ist über 
haupt das ganze fröhliche Antlitz der weiten weißen Landschaft, über der das Blau des Himmels mit doppelter 
Stärke leuchtet! Die Symphonie dieses Winters ist die Symphonie des Landes, dessen Bewohner dabei ihre 
Herzen mitschwingen lassen. Sie fühlen sich eins mit ihren Gästen, sie freuen sich mit ihnen und bilden mit 
ihnen eine Gemeinschaft, die in vielen Fällen weit über die Ferien- und Urlaubswochen hinaus weiterschwingt. 
War einst das alte italienische Sprichwort: „Neapel sehen und dann sterben“ der Ausdruck höchstmöglicher 
Naturbegeisterung, so können wir diese in unseren Tagen viel richtiger in die Worte kleiden: „Tirols und Vor 
arlbergs winterliche Berge sehen und dann erst recht leben!“ Sehen wir uns nur einmal diese Berge richtig an: 
Wir stehen auf einem der Gipfel in der Nordostecke des Gaues, am Haupteinfallstor des Verkehres aus dem 
Altreich bei Kufstein. Hinter uns verschwindet im fernen Dunst die oberbayerische Ebene, vor uns aber liegt 
aufgebreitet das ganze schöne Land. Weit stößt das Inntal in sein Inneres vor. An seiner Südflanke Hegt das 
kaum überblickbare Gipfelmeer der Kitzbüheler und der Zillertaler Alpen und eine kleine Lücke zwischen 
ihnen und den Stubaiern und Ötztalem läßt sogar noch einen Blick auf die Berge des Wipptales frei, während 
ganz im Westen wie eine Märchenburg die leuchtende weiße Mauer des Skiparadieses vom Arlberg, die schier 
unbegrenzten Flächen des Rätikon und der Lechtaler Alpen, des Gebietes Hochtannberg und des Bregenzer 
waldes liegen. Karwendel, Rofan und Wilder Kaiser, die trutzigen Felsbasteien, liegen wie treue Wärter vor 
dieser glitzernden Pracht. Unser Blick schweift von jenem Gipfel im Nordosten aus umher, dahin und dorthin, 
Erregung erfüllt unser Herz und unsere Seele und der Wunsch wird mächtig, Flügel zu haben und hin 
zuschweben über dieses winterliche Land, um seine Schönheiten alle auf einmal genießen zu können und seine 
Vielgestaltigkeit in einem Zuge zu erleben. Aber wir Menschengeschöpfe sind immer noch mit den Fußen an 
unsere Erde gebunden. Nur unsere Blicke beherrschen die weite Umwelt und mit ihnen wandern unsere Sehn 
sucht und unsere Wünsche. Die dringen nun vor zu den berühmten Skigefilden der Kitzbüheler Alpen, zu den 
Zillertaler Wintersportplätzen drunten im Haupttale und droben in Gerlos und in Tux, zu den schon klassisch 
gewordenen Skiabfahrten in Alpbach und in den Tuxer Vorbergen, zum Bergkranz der Gauhauptstadt, die auch 
für den Wintersport Mittelpunkt des Landes ist, zu den unzähligen Abfahrtsmöglichkeiten in den Brenner 
bergen, im Wipptal und im Stubai, zur stillen Einsamkeit des winterlichen Seilrain, zum weißen Paradies in der 
Gletscherwelt des oberen Ötztales, zu den verschneiten lieblichen Talkesseln des Außerfems und dann zu den 
Höhen des Arlberges, des Rätikon, des Bregenzerwaldes usw. 
Diese Vielgestaltigkeit der Landschaft und damit der Wintersportmöglichkeiten kennt kaum ein anderer 
Gau in den Bergen. Sie ist das schönste und das Beste am winterlichen Gau Tirol-Vorarlberg, denn sie gibt 
jedem etwas, dem Anfänger und bescheidenen Gelegenheitssportler, ebenso wie dem zünftigen Abfahrtsläufer. 
Jeder findet das, was er will und was er braucht, für jeden hat die Natur in diesem gesegneten Lande gesorgt. 
Und mag dann der eine das suchen und finden und der andere jenes und mag jeder auf seine Weise zufrieden 
sein, zum Schlüsse haben sie doch alle das Gleiche erlebt: Jene Freude, die neue Kräfte gibt, die den Körper 
stählt und die Herzen stark macht. Es ist die Freude des sonnendurchtränkten Bergwinters, der nirgends schöner 
sein kann als im klassischen Gau des Bergsportes, in Tirol-Vorarlberg, dessen Schönheiten uns immer wieder 
zur Erkenntnis und zur Überzeugung bringen sollen: „Tirol-Vorarlbergs winterliche Berge sehen und dann erst 
recht leben!“ 
Bild rechts: Blick auf Ehrwald und die Zugspitze (Außerfern) 
Phot. E. Schmachtenberger, München Freigegeben durch RLM. Nr. E 21216/40 
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