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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002

Bibliografische Daten

fullscreen: Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Tirol-Vorarlberg
Publikationsort:
Innsbruck
Verlag:
[s.n.]
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002
Veröffentlichungsjahr:
1940-002-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407595562_1940_002

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Ducia, Toni
Titel:
Wir suchen einen Berg
Beteiligte Personen:
Ducia, Toni

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Tirol-Vorarlberg
  • Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002
  • Inhaltsverzeichnis
  • Titelseite
  • Von den Schönheiten des Winters in Tirol-Vorarlberg
  • Sippenzeichen aus Tirol und Vorarlberg
  • Der Arlberg in der Geschichte
  • Beherrscher des Ski
  • Unsere Gebirgsjäger
  • Tiroler Holzschnitzkunst
  • Wir suchen einen Berg
  • Der Schnee als Künstler
  • Skilift am Arlberg
  • Liftikus und Liftika
  • Anzeigenteil

Volltext

Pu ei 
Von Toni Ducia 
Nur eine kleine Viertelstunde flimmert unser Skifilm über die Leinwand, dann sind die 450 Meter ab 
gelaufen! Was? Schon aus? Ich kann’s nicht glauben. Um dieser 15 Minuten willen sind wir also drei Monate 
lang kreuz und quer durch Tirol gelaufen, sind mit schweren Lasten durch Täler, über Jöcher und Grate ge 
stiegen, haben geschwitzt und gefroren? Auch geflucht und gelacht? Dazu mußte ich also vier volle Tage lang 
wie ein Jagdhund durch die Zillertaler Alpen, durch die Stubaier und Ötztaler Gletscher laufen auf der Suche 
nach unserem Berg, nach unserem Skiberg? ! Diese Tour allein schien mir ein paar tausend Meter Film wert. 
Sie begann damit, daß mir Guzzi Lantschner, Operateur und Regisseur unserer Skifilmgesellschaft, eines 
Abends auf der Gerlossteinhütte so ganz beiläufig sagte, es werde Zeit, daß wir unseren Berg finden. Ich sah ihn 
verständnislos an: „Welchen Berg?“ „Unseren Skiberg, natürlich.“ — Ich wollte ihn gerade fragen, ob die 
Gipfel, die wir den ganzen Tag filmenderweise heruntergeschwungen waren, nach seiner Ansicht zur Wüste 
Sahara gehörten, als er fortfuhr: „Hier sind wir in einer Woche fertig; nur noch ein paar Nah-Einstellungen, 
ein paar Wächtensprünge, einige Zusammenstöße aus voller Fahrt und die Liebesszene auf dem Hüttendach; 
inzwischen mußt du den Berg gefunden haben.“ 
So lernte ich, daß nicht irgend einer der tausend Tiroler Skiberge so gut ist wie der andere; unser Film- 
Skiberg mußte besondere Vorzüge besitzen. Sein Steckbrief lautete: Schöner Gipfel mit steilem, felsigem Grat, 
nahe Nebengipfel als Standorte der Kamera. Großartiger Gletscherhintergrund, stark zerklüfteter, stellenweise 
noch fahrbarer Eisbruch. Wenig besuchtes Gebiet (keine Spuren!) und inmitten dieser Herrlichkeiten eine 
kleine Skihütte, in Form und Größe im Drehbuch festgelegt. Suchzeit: 4 Tage. Hilfsmittel: Ein alter DKW 
und natürlich die Ski. 
Von den Schutzhütten der Zillertaler schien uns mit Berücksichtigung aller obigen Vorbehalte nur die 
Greizerhütte im Floitental einer Prüfung wert. Ich hatte dort einmal eine Woche lang vergebens auf Sonne 
gewartet, ohne die Berge zu sehen. Meine Kameraden kannten sie auch nicht. 
Also los. Die 1100 Höhenmeter hinunter nach Zell am Ziller waren uns längst vertraut, im Renntempo 
pflegte da immer einer den ändern zu jagen; diesmal jagte ich allein. Wenig später hustete, schnaufte und 
rutschte mein Wagen mit mir gegen Dornauberg im Zemmtal hinauf. Die Nichtachtung des Fahrverbots kostete 
mich auf der Rückfahrt fünf Mark, brachte mir aber vier Stunden Zeitgewinn. 
In Dornauberg ließ ich den Wagen stehen und schulterte die Ski. Schnell kam ich auf einem Holzziehweg 
vorwärts. Von Süden her schien mir die warme Märzsonne gerade ins Gesicht. Alles ging gut, bis an der Bockach- 
alm plötzlich der Weg aufhörte. In tiefem Pulverschnee, bedeckt von einer Kruste Sonnenharsch, spurte oder 
besser, wühlte ich weiter. Endlos zog sich der schmale, tief eingeschnittene Graben dem Alpenhauptkamm ent 
gegen bis links über mir die Hütte auftauchte, umgeben von den vereisten Gipfeln des Großen Löffler und des 
Schwarzenstein und den schwarzen Wänden des Möchner. 
Vorsichtig wich ich nun den verschneiten Spalten der Gletscherzunge aus, stapfte den harten, steilen 
Moränenhang hoch und war endlich am Ziel. Die Leica hielt das Hüttenbild von allen Zeiten fest. Die Nach 
mittagssonne lockte mich höher hinauf, von wo ich bessere Gipfelbilder bekam, um den Kameraden das Urteil 
35
	        

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Tirol–Vorarlberg. Natur, Kunst, Volk, Leben 1940-002. 1940-002-01.
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