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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-05

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-05

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-05
Veröffentlichungsjahr:
2020

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_2020_05

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Schwärzler, Manuela
Titel:
Vom Wasser ins Internet
Beteiligte Personen:
Schwärzler, Manuela

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-05
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Corona-Krise - Abgang, (Sonnen-)Aufgang, Absage ...
  • "Wir sind nicht der Nabel der Welt, aber ein Fenster in die Welt!"
  • "Demokratie lebt aber von der Luft, vom Offenen, auch vom Risiko des Lebens."
  • Bildungspolitik in Coronazeiten - ein Chaos!
  • Innovativ-kreatives Musik- und Kulturerleben mit Abstand
  • Kunst, die das Jetzt abbildet
  • Individualverkehr versus öffentlicher Verkehr
  • Programmverschiebungen und Ausstellungsverlängerungen
  • Fette, aufgeblasene Kommentare zur Konsumgesellschaft
  • "Mit Siebenmeilenstiefeln in die Moderne"
  • Vom Wasser ins Internet
  • K3 Kulturvermittlung mit Lehrlingen
  • "Das stehen wir nur eine begrenzte Zeit durch"
  • Grenzen durch Bewegung überwinden
  • Zwischen den Stühlen
  • Von anagrammierten Graffitis, leeren Keramiksprechblasen und kooperativen Modellen
  • Großes Theater von Kindern und Jugendlichen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • "Windwerk" schafft einen neuen künstlerischen Entfaltungsraum
  • Augenblick verweile ...! Schafft Spielraum!
  • CD-Tipps
  • Ein unvergleichlicher Schatz
  • Vorletzte Seiten

Volltext

38© Maurus Knowles — Kultur Juni 2020 
Seit bald 40 Jahren gibt es den Harder Literaturpreis sc hon: 
1983 verlieh ihn die G emeinde Hard zum er sten Mal und 
seither im Drei-Jahres-Rhythmus, von der Öffentlichkeit 
eher wenig bemerkt, an talentierte Autorinnen und Auto- 
ren. 2012 entstand auf Initiative des damaligen Juryvorsit- 
zenden Wolfgang Mörth rund um die Preisverleihung das 
Literaturfestival HardCover, dessen Leitung Dagmar Ull- 
mann-Bautz übernahm. S either wird der Wettbewerb bien- 
nal ausgeschrieben, und zwar für einen Hauptpreis und 
zwei Förderpreise; und das Festival bietet nicht nur eine 
festliche Preisverleihung, sondern auch zahlreiche außerge- 
wöhnliche Literaturveranstaltungen unter freiem Himmel. 
Mit 5.000 Euro dotiert und im gesamten deutschsprachi- 
gen Raum ausg esch ri eben, erfährt der Harder Literaturwett- 
bewerb seit vielen Jahren große Resonanz. Di eses Jahr trafen 
688 gültige Einsendungen ein – eine Rekordanzahl in seiner 
Geschichte als Preis für Pros atex te. Dies ist si cher auch dem 
Thema geschu lde t, das bewusst vieles offen ließ und wenig 
einschränkte. „Am Wasser“, so die Ausschreibung, greift die 
Lage der Gemeinde Hard auf, wo der See einen prä gen den 
Einfluss auf das Leben und Treiben der Bürgerinnen und 
Bürger hatte und hat. Zum Wettbewerb ein gerei cht we rden 
konnten also im weitesten Sinne Geschichten, Erinnerungen, 
Erzählungen von Begeben hei ten „am Wasser“. 
Je weiter das Thema, desto vielfältiger die Umsetzung: Von 
Erinnerungen an tragische Verluste und Unfälle über Ge- 
schichten von Wasserbestattungen und Überschwemmun- 
gen, Urlaubsabenteuer, Liebesgeschichten hin zu Zukunfts- 
träumen und fantastischen Erzählungen – in den Texten war 
von Wasser in all seinen natürlichen Vorkommnissen zu 
lesen, es gab seltsame Flaschenpost am See, selbstgebaute 
Kähne, die im Bach ausprobiert wurden, Müll-Sammel-Ak- 
tionen am Flussufer, Nachbarschafts- 
streit wegen Wasserrechten, Ferien- 
erlebnisse am Sandstrand und alle 
möglichen So rgen und Freuden von 
Menschen, die am Wasser leben oder 
arbeiten. 
Der Hauptpreis: Erinnerungen   
eines Hafenarbeiters 
Restlos überzeu g t hat „Luke 5“. Er 
gibt Erinnerungen eines Hafenarbei- 
ters wieder, die von der titelgeben- 
den Kaschemme und sei nen Gästen 
erzählen und wurde einstimmig zum 
Siegertext erklärt. Das Milieu eines 
Hafenviertels wird hier nicht nur mit 
dem Schauplatz, den Figuren und 
Schicksalen, sondern auch mit der 
Sprache abgeb il det: 
„Luke 5, das erklär ich euch jetzt, 
war eine Kneipe für Leute von der 
See und vom Hafen. Jungs wie mich. 
Wir sind die mit der Knochenmalo- 
che, die in den groben Klamotten, 
mit dem Dre ckrand unter den Nägeln 
und den wässrigen Augen vom 
strammen Wind. Kerls, die immer 
müde sind, die zwei Schichten hintereinander Kaffeesäcke 
von den Schiffen holen oder Apfelsinenkisten, gefrorene 
Hammel, deren Kälte dir von unten in die Hosenbei ne zieht. 
(…) Luke 5, denkt ihr, komischer Name für ein Lokal. Ihr 
Landratten versteht den Witz nicht. Auf den großen Kähnen 
ist die Luke 5 für die stinkende Ladung reserviert. Fürs 
Fischmehl, die gesa l zenen H äute, für alles, was Schmutzzu- 
lage bringt. Die Männer aus Luke 5 erkennst du am Geruch. 
Meist sind das die ohne Familie. Denn glaub mir, neben einer 
Flamme zu l iegen und die Federn vollzupesten wie alte Pan- 
sen, macht kein‘ Eindruck. Und Schorsch, der Wirt hatte Herz. 
Sonja M. Schultz‘ Erzählung spielt in einer Hafenkneipe   
und gewann den Hauptpreis 
Vom Wasser   
ins Internet 
Manuela Schwärzler 
Harder Literaturpreis 2020 zum Thema „Am Wasser“ verliehen
	        

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