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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-04

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-04

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Band
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-04
Veröffentlichungsjahr:
2020

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_2020_04

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Gasperi, Walter
Titel:
Corona und die Zukunft
Beteiligte Personen:
Gasperi, Walter

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 2020-04
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Corona-Krise - weit mehr als eine Krankheit
  • "Wir merken, wie sensibel das Gesamtgefüge ist"
  • Warten auf das Publikum
  • So geht exponentiell
  • Geschlossene Theater
  • Ohne live erfahrbare Musik verdorrt die Seele
  • "Das Land steht zu den Kulturveranstaltern ..."
  • Musik als sinnstiftendes Überlebensmittel
  • Corona und die Zukunft
  • Ausstellungshäuser scharren in den Startlöchern
  • "Von 120 auf null, ansatzlos!"
  • Shutdown setzt Vorarlbergs Museen teils schwer zu
  • Abgesagte Kulturfestivals
  • Jazz lebt von Kommunikation und Live-Erlebnis
  • Die Serengeti und das Große Walsertal
  • Wissen Sie noch, was am 8. März 2020 los war?
  • Von "Akurat" bis "Dornbirn plus" - alle ehren die Barockbaumeister
  • Bäume wie Rasierpinsel
  • Ein Lied geht um die Welt
  • Bildung durch digitale Kulturarbeit
  • Wie die Schwächen unseres Schulsystems in Notzeiten noch offensichtlicher werden
  • Ein Konzeptalbum zu Ehren der alten Scheiben
  • CD-Tipps
  • Vorletzte Seiten

Volltext

26 Kultur Mai 2020 
Walter Gasperi 
Nach einem dramatischen Zuschauerrückgang im Jahr 2018 
erholten sich die Kinos im Jahr 2019. Optimistisch blickte 
man in die Zukunft, bis am 16. März die Säle aufgr und der Co- 
rona-Krise geschlossen wurden. 
Stand speziell das Cinema Dornbirn im Spätsommer 2019 
noch vor der Schließung, so k onnte dies im Herbst mit einer 
Sonderförderung des Landes für die fünf Vorarlberger Klein- 
kinos für 2019 und 2020 von jeweils 20.000 Euro pro Kino, 
sofern die Gemeinden jeweils mindestens 5.000 Euro dazu- 
legten, abgewendet werden. Zufrieden war man mit den Be- 
sucherzahlen über den Winter und freute sich schon auf den 
neuen James Bond-Film „No Time to Die“, der am 3. April star- 
ten sollte. 
Düstere Zeiten kündigten sich aber schon Anfa ng März mit 
der weltweiten Startverschiebung dieses sicheren Kassener- 
folgs auf November an, doch mit der Schließung der Kinos kam 
es noch schlimmer. Beinahe alle Einnahmen fallen damit bis 
Ende Juni aus. Nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein 
sind die Einkünfte, die durch Beteiligung am Streaming-Por- 
tal Kino VOD Club, bei dem jewei ls ein Dr ittel des Kinotickets 
an das ausgewählte Partnerkino geht, erzielt werden . Auch die 
Rückvergütung von Werbeeinnahmen, wenn gebuchte, aber 
nicht gespielte Werbespots unter hilfdeinemkino.at online an- 
geschaut werden, schlägt nicht zu Buche. 
Bei Metrokino und Kinothek Lustenau wurden alle Mitar- 
beiter für Kurzarbeit angemeldet, bei Cinema Dornbirn und 
Kino Bludenz die beiden Betriebsleiter, während die andere n 
Mitarbeit er mit Wiedereinstellungsgarantie gekündigt w erden 
mussten. Bezüglich Krediten kon nte in Lustenau, wo Kino- 
betreiber Pierre Fenkart auch Eigentümer ist, ein Entgegen- 
kommen der Banken erzielt werden, in Bregenz wurde der 
Pachtzins von den Eigentümern vorerst bis zur Wiederöffnung 
reduziert. In Dornbirn laufen diesbezüglich noch Verhandlun- 
gen, doch für Michael Wieser steht fest, dass das Cinema Dorn- 
birn nicht mehr geöffnet werden kann, wenn die Pacht bez ahlt 
werde n muss und nicht ersetzt wird. 
Zukunftsperspektiven 
Offen ist, wie es nach dieser Zeit der Schließung mit den 
Kinos weit ergeh en wird. Peter Pienz, Prokurist des Metrokino 
Bregenz, und Michael Wieser , Betreiber von Cinema Dornbirn 
und Kino Bludenz, glauben, dass die Menschen auch danach 
Kinos meiden werden, bis die Corona-Gefahr endgültig als 
gebannt gilt. Dann aber rechnen sie mit großem Zuschauer- 
interesse, da einerseits lange auf Kinoerlebnisse verzichtet 
wer den musste, andererseits ein geballtes A ngebot an derzeit 
aufgeschobenen attraktiven Filmen starten wird. 
Völlig offen ist freilich auch, wie sich Streaming, das durch 
die Ausgangsbeschränkungen einen Höhenflug e rlebt, weiter- 
entwickeln wird. Nicht nur kleine Verleiher in der Schweiz 
und in Deutschland, sondern mit Universal zumindest einer 
der großen Player ist im Zuge der Kinoschließungen dazu 
übergegangen, die bisher geltende dreimonatige ex klusive Ver- 
wertung im Kino zu durchbrechen und aktuelle Filme ohne 
Kinostart zum Streaming anzubieten. Wird das Publikum bald 
dieses Pantoffelkinos überdrüssig sein und froh sein, wieder 
ein Kino besuchen zu dürfen, oder weiterhin zu Hause vor dem 
Bildschirm bleiben? 
Filmclubs 
Anders sieht die Lage bei den Filmclubs in Bregenz, Dornbirn 
und Feldkirch aus, die die Kinos zwar als Abspielstätten be- 
nötigen, bei denen aber aufgrund ehrenamtlicher Tätigkeit und 
Ausfallshaftung gegenüber dem Kino von d urchschni ttlich 300 
Euro pro Vorstellung bzw. fixer Überweisung von Fördergel- 
dern „nur“ Werbe- und Druckkosten für nicht gezeigte Filme 
bezahlt werden mussten. Bei der LeinwandLounge des Blu- 
denzer Vereins allerArt entfallen dagegen laut Obmann Wolf- 
gang Maurer einerseits die Einnahmen aus Eintritten und Ge- 
tränken, während Kosten für Programmierung, Grafik und 
Druck a nfielen. 
Offen ist für Martin Nagel vom Filmforum Bregenz auch, 
wie sich die Krise auf die kleinen Verleiher, die vielfach für die 
Filmclubs interessante Filme im Angebot haben, auswirken 
wird. Hauptgefahr sieht Nagel aber in einer drohenden Schlie- 
ßung der Kinos, die auch für die Filmclubs das Ende bedeuten 
würde. Dass um dies zu verhindern zusätzliche F örder ungen 
von Land und Bund dringend notwendig sind, sind sich Pierre 
Fenkart und Michael Wies er sicher.  � 
Corona und die Zukunft 
Auch in den Kinosälen herrscht derzeit gähnende Leere
	        

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