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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1995-07

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1995-07

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1995-07
Veröffentlichungsjahr:
1995-07-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1995_07

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Bracharz, Kurt
Titel:
Die Erfindung des Cowboys
Beteiligte Personen:
Bracharz, Kurt

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1995-07
  • Titelseite
  • Spielboden - ab in die Fabrik!?
  • Inhaltsverzeichnis
  • Und es haut einen einfach um .....
  • "Das Internet ist ein Humbug!" Ein Gespräch mit Oswald Wiener
  • Durch Raum und Zeit kreuzende Erzählung
  • Zu Kurt Bracharz' "Esaus Erfüllung. Tagebuch eines zynischen Feinschmeckers"
  • Zum Schulanfang: Die Lösung
  • Reaktionen
  • Spricker
  • "Quasi Qualtinger" auf der TfV-Probebühne. Interview mit Kurt Sternik
  • Im Licht des Tanzes
  • Es muß ein neues Rollenbild des Künstlers definiert werden.
  • Magazin
  • Die Erfindung des Cowboys
  • Der literarische Beitrag: Marian Montag - Hirntot in V
  • Erich Neumann - Erneuerer der Tiefenpsychologie C.G. Jungs
  • Vorletzte Seiten

Volltext

KlALTiAlL 28 
Es gibt zwei Erscheinungsformen des Cow 
boys, die man säuberlich voneinander trennen 
muß, wenn es nicht zü'gravierenden Irrtümern 
kommen soll: den historischen Cowboy und 
jenen, den ich hier einmal den Medien-Cow- 
boy nennen will, wobei man nicht nur an den 
Film-Cowboy denken sollte, sondern auch an 
die älteren Medien, wie Buch und Presse. 
Seine Ähnlichkeit mit dem historischen Cow 
boy ist ausgesprochen gering. 
Dieter Rünzler, 1938 in Dornbirn geboren, ar 
beitet als freischaffender Historiker und Psy 
chotherapeut in Wien. In der Folge seiner Pu 
blikationen zum Thema »Männlichkeit« hat er 
nun bei Picus ein Buch mit dem Titel Im We 
sten ist Amerika vorgelegt, dessen Untertitel 
lautet: »Die Metamorphose des Cowboys vom 
Rinderhirten zum amerikanischen Helden«. 
Runzler ist zwar ausgebildeter Psychoanalyti 
ker, gehört aber offensichtlich nicht zu der 
Fraktion dieser Truppe, die auf dem Stand 
punkt steht, ein Zeppelin sei ein Phallussym 
bol, mit dem man auch fliegen könne. Wer 
mit der Befürchtung, auf unnachvollziehbare 
Deutungen zu stoßen, an die Lektüre von Im 
Westen ist Amerika herangeht, wird aufs An 
genehmste enttäuscht werden: Rünzler holt 
zwar weit aus, hält sich aber an historisch ve 
rifizierbare Fakten (und gibt auch ausführliche 
Anmerkungen und Bibliographie an; nur fehlt, 
wie üblich, ein Namensregister), und wo Deu 
tungen Vorkommen, kann man ihnen durch 
aus folgen. 
Der mythische Cowboy 
Der Medien-Cowboy ist der wichtigste Be 
wohner einer mythologischen Landschaft, 
eben des Wilden Westens. Nachdem Rünzler 
ein paar Beispiele für Westernanekdoten ge 
liefert hat, resümiert er: »Diese und all die an 
deren Geschichten über den Westen wurden 
in erster Linie im Osten der Vereinigten Staa 
ten erfaßt Und im Osten verbreitet. Auch im 
19. Jahrhundert hatte nur eine verschwindend 
kleine Minderheit der Historiker, Schriftsteller, 
Journalisten, Show-Men und Schauspieler, die 
den Wilden Westen thematisierten, mehr als 
nur oberflächliches Wissen über diesen, und 
nur ein Bruchteil ihres Publikums kannte den 
Westen anders als über die Medien. (...) Die 
Helden des Wilden Westens wurden in den 
Köpfen der Publizisten und Künstler des 
Ostens geboren; gezeugt wurden sie von 
ideologischen und materiellen Interessen, und 
ihre Statur bekamen sie durch das vererbte 
Weltbild ihrer Schöpfer und durch die Erwar 
tungshaltung ihrer Umwelt.« (S. 13f). 
In der Westernmythologie ist die »Grenze« ei 
ner der wichtigsten Topoi. Es ist die Grenze, 
an der Zivilisation und Wildnis aufeinander 
stoßen, und in der die Bewegung gefahrvoll 
wird, weil jeder dieser frontier men zwei Ge 
fahren ausgesetzt ist: entweder zu weit über 
die Grenze vorzustoßen und zum »Wilden« zu 
werden, oder durch die Zivilisation zu ver-
	        

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Zeitschrift Für Kultur Und Gesellschaft 1995-07. 1995-07-01.
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