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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Kultur
Subtitle:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
Year of publication:
1987-09-01
Information:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_09

Article

Structure type:
Article
Author:
Hagen, Günther
Title:
Elmar Grabherr und die Politik seiner "Vorarlberger Geschichte"
People involved:
Hagen, Günther

Contents

Table of contents

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
  • Title page
  • Preface
  • Contents
  • Kultur Im/Um-Bruch oder Jedermann für Jedermann
  • Der Pfaffenspiegel ist trüb geworden
  • Eine Landesgalerie für sich - 3 Jahre Galerie Sigma
  • Harter Literaturweh-Bewerb
  • Gorbatschow macht's möglich
  • Blintimus Blinsky und die Unbedenklichkeit
  • Magazin
  • Reaktionen
  • Sprachrisse zu Ingo Springenschmids "Pattstellung"
  • Der literarische Beitrag: Otto Nachbauer - Rückzug
  • Elmar Grabherr und die Politik seiner "Vorarlberger Geschichte"

Full text

22 
KULTUR 
Elmar Grabherr 
und die 
Politik seiner 
>* Vorarlberger 
Geschichte« 
Ein Nachruf auf Distanz 
M Zum Verständnis der bis in unsere 
Zeit gegebenen Sonderstellung Vor 
arlbergs in Österreich ist es eine 
nicht unwesentliche Tatsache, daß 
Vorarlbergs ''Ewiges Bündnis" mit 
Österreich vom Westen her, von der 
Schweiz her, geschlossen wurde, 
während im Osten der Arlberg die 
Grenze blieb." 
Das Zitat ist nicht aus Elmar 
Grabherrs "Vorarlberger Geschich 
te", sondern aus der "Geschichte 
Vorarlbergs" von Karl Heinz Bur 
meister (S.72). Burmeister berich 
tet in diesem Zusammenhang vom 
"Ewigen Bündnis" der Grafen von 
Montfort vom 1. November 1337, al 
so genau vor 650 Jahren, mit den 
Habsburgem, dem sich auch die 
Bürgerschaft der Stadt Feldkirch 
"mit unser Herren Gunst und gutem 
Willen" anschließen durfte - als 
eigene Rechtspersönlichkeit und 
mit eigenständigem politischen 
Willen, woraus der Historiker und 
Rechtsgeschichtler Burmeister fol 
gert: "Denn das Volk ist Partner 
dieses Vertrages, was uns zu der 
Feststellung führen muß, daß das 
gesamte Vorarlberger Volk hier ein 
Bekenntnis zu Österreich abgelegt 
hat.". Was für mich zur Feststel 
lung führt (Feldkircher Bürger = 
Vorarlberger Volk, Schutzvertrag = 
vaterländisches Bekenntnis), daß 
Burmeister ebenso einäugig enga 
gierte Geschichtsschreibung be 
treibt, wie Bilgeri und Grabherr 
auf der anderen Seite. 
Es sei nicht verschwiegen, daß 
Burmeister inzwischen ja auch das 
Bekenntnis abgegeben hat, daß er 
sich zur "verfassungskonformen Ge 
schichtsschreibung" bekenne, wobei 
natürlich unklar ist, ob er sich 
damit nun zur jeweiligen Verfas 
sung des mehr oder weniger Bundes 
staates Österreich bekennt, deren 
Charakteristikum gerade darin be 
steht, daß sie in galoppierender 
Geschwindigkeit großkoalitionär 
ständig durchlöchert wird, oder 
zum Verfassungsstaat auf der Basis 
der Menschenrechtskonvention, de 
ren unmittelbare Geltung jahrelang 
strittig war und auch heute noch 
in weiten Bereichen (z.B. Verwal 
tungsrecht) nicht gilt, oder gar 
zur Verfassung des Landes Vorarl 
berg, das sich selbst als "selb 
ständiger Staat" deklariert? 
Ich freue mich schon auf die "Ewi 
ge Bündnis"-Feier zum 1.11.1987 im 
Vlbg. Landesarchiv. 
Was nun Elmar Grabherr anbelangt, 
wußte selbstverständlich jeder,der 
ihn kennt, daß seine Vorarlberger 
Geschichte kein Geschichtsbuch 
sein wird, sondern ein politisches 
Buch,eben das kleine rote Schüler 
buch der "PRO VORARLBERG-Bewe- 
gung", bei dem das besonders her 
vorgehoben wird, was der große 
Lehrmeister seinen Jüngern noch 
vermitteln wollte. Nach den Kriti 
ken von Kurt Bracharz, Kurt Greus- 
sing und Meinrad Pichler in der 
"KULTUR" wäre die "Vorarlberger 
Geschichte" die Manifestation des 
Alemanno-Rassismus, sozusagen ein 
Spätausläufer aus der Zeit des 
Ariernachweises. Tatsächlich fin 
den sich einzelne Passagen in dem 
320-Seiten starken Buch (es sind 
im wesentlichen jene, die bereits 
von den obigen Rezensenten zitiert
	        

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