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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
Veröffentlichungsjahr:
1987-09-01
Information:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_09

Vorwort

Strukturtyp:
Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kultur Im/Um-Bruch oder Jedermann für Jedermann
  • Der Pfaffenspiegel ist trüb geworden
  • Eine Landesgalerie für sich - 3 Jahre Galerie Sigma
  • Harter Literaturweh-Bewerb
  • Gorbatschow macht's möglich
  • Blintimus Blinsky und die Unbedenklichkeit
  • Magazin
  • Reaktionen
  • Sprachrisse zu Ingo Springenschmids "Pattstellung"
  • Der literarische Beitrag: Otto Nachbauer - Rückzug
  • Elmar Grabherr und die Politik seiner "Vorarlberger Geschichte"

Volltext

2 
KULTUR 
vorwort 
DIE KNARRE IST WIEDER "IN" 
ODER AUFRÜSTUNG BEGINNT IM HIRN 
Fall 1. Ein Wehrmann ertrinkt in 
den 3,5 Grad kalten Fluten der 
hochwasserführenden Bregenzer Ach, 
die er im Verlauf eines 40-km-Lei- 
stungsmarsches als unerfahrener 
Schwimmer ungesichert mit einem 
15-kg-Rucksack auf der Schulter 
durchqueren soll. Daß dafür sein 
unmittelbarer Vorgesetzter und 
nicht das Sys tan, das solche 
"Wahnideen" aufkommen läßt, zur 
Rechenschaft gezogen wird, dürfte 
(NEUE vom 21.10.87) 
kaum mehr verwundern, wenn man die 
grundsätzlichen Überlegungen des 
zuständigen Richters Hinteregger 
zum Bundesheer hört: "Das Militär 
sei 'Vorbereitung für den Ernst 
fall' und 'Erziehung zur Mannhaf 
tigkeit' mit der Vermittlung der 
'Härte fürs Leben': 'Solche Bur 
schen brauchen wir.'" (VN, 23.9.) 
Klingt das nicht wie blanker Zy 
nismus? 
Fall 2. Die steirische ÖVP brachte 
gegen den eigenen Parteigenossen 
und "Draken"-Hüter Lichal einen 
Mißtrauensantrag im Parlament ein. 
Was man als demokratiepolitische 
Tat und als erstmalige Absage ge 
gen den oftmals vernünftige Diskus 
sionen und Entscheidungen verhin 
dernden Clubzwang würdigen könnte, 
wird in der "Neuen" vom 1.10.87 
von Chefredakteur Walter Zeiner 
als "staatspolitisch unverantwort 
lich und parteipolitisch ungeheu 
erlich" verdanmt, denn: "Die Lan 
desverteidigung der Republik ist 
im In- und Ausland zum Gespött ge 
macht , der Verteidigungsminister 
arg ramponiert." Ja, was wäre, 
wenn die Schweizer diese offen 
deklarierte Schwäche skrupellos 
ausnützten und Österreich im 
Blitzkrieg überrollten, muß man 
sich doch da als besorgter 
Staatsbürger ängstlich fragen? 
Fall 3. Das großformatige Titel 
bild auf der "Neuen" vom 6.10.87 
zeigt schwerbewaffnete Schweizer 
Soldaten mit verzerrten Gesichtem 
auf ihren Fahrrädern, der Bildtext 
beginnt folgendermaßen: "Verbissen 
kämpfen diese Schweizer Soldaten 
auf ihren schweren Waffenrädem um 
den Sieg." Aber wer wird denn da 
gleich in die Hose machen ?Schließ- 
lich handelte es sich nur um ein 
etwas makabres Radrennen von St. 
Gallen nach Zürich, denn auch das 
Militär unseres Nachbarn ist nie 
um lustige Einfälle verlegen, die 
für eine "Neue"-Titelseite allemal 
gut genug sind. 
Fall 4. Sollte es jemals einen 
guten Ruf des Bundesheeres gegeben 
haben,so ist er nunmehr ramponiert 
(siehe vor allem Fall l),und schon 
melden sich da und dort veräng 
stigte Mütter zu Wort. Dan kann 
allerdings leicht abgeholfen wer 
den, da keine vcm Heer ausgetüff- 
telte PR-Idee so bescheuert sein 
kann, daß sie nicht mit Hilfe 
ebensolcher Journalisten in allen 
Vorarlberger Medien öffentlich- 
'keitswirksam verbraten werden 
könnte. Die Rettung aus dem Dilem 
ma heißt "Schnupperwoche der Wehr- 
frau Ivonne Loser". Ziel der in 
allen Medien mit mehreren Artikeln 
bedachten und auch vom ORF ohne 
die geringste kritische Anmerkung 
berichterstatteten Aktion sei es, 
laut Presseoffizier Wieser in den 
VN vom 13.10.87, "eventuell vor 
handene negative Vorurteile gegen 
über der Ausbildung des Bundes 
heeres ab(zu)bauen." In der "Neu 
en" vom 10. Oktober heißt es übri 
gens etwas präziser "Vorurteile 
vieler Frauen". Eine Woche lang 
erscheinen in beiden Tageszeitun 
gen immer wieder Fotos der knacki 
gen 19-jährigen in Uniform, beim 
Robben mit dem Sturmgewehr, beim 
Decken, usw. Ideal für jeden Sol 
datenspind, man sollte ihr das 
(VN vom 16.10.87) 
(NEUE vom 6.10.87) 
'Hitter-Verdienst-Kreuz" an den 
stolzgeschwellten Busen heften, 
zumal sie laut Gruppenkommandant 
Wachtmeister Jenny "williger als 
so mancher Wehrmann war". (VN vom 
16.10.) Und in den VN vom 17.10. 
finden immerhin schon vier von 
acht befragten jungen Vorarlber- 
gerinnen das Bundesheer für Bur 
schen das Richtige: "Was die Bur 
schen betrifft, ist der 'Barras' 
schon recht. Was die nicht um 
bringt , macht sie nur härter," 
meinte da etwa die Sabine - siehe 
Fall 1. 
Fall 5. In der "Neuen" vcm 21.10. 
erscheint eine sechsseitige voll 
kommen unkritische Jubel-Beilage 
über "Unser Heer" von Walter de 
Meijer, der derzeit seinen Grund 
wehrdienst ableistet. Mit dieser 
journalistischen Großtat dürfte er 
sich nicht nur ein warmes Plätz-
	        

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