Bodenseebibliotheken Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Kultur
Subtitle:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
Year of publication:
1987-09-01
Information:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_09

Article

Structure type:
Article
Title:
Der literarische Beitrag: Otto Nachbauer - Rückzug

Contents

Table of contents

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
  • Title page
  • Preface
  • Contents
  • Kultur Im/Um-Bruch oder Jedermann für Jedermann
  • Der Pfaffenspiegel ist trüb geworden
  • Eine Landesgalerie für sich - 3 Jahre Galerie Sigma
  • Harter Literaturweh-Bewerb
  • Gorbatschow macht's möglich
  • Blintimus Blinsky und die Unbedenklichkeit
  • Magazin
  • Reaktionen
  • Sprachrisse zu Ingo Springenschmids "Pattstellung"
  • Der literarische Beitrag: Otto Nachbauer - Rückzug
  • Elmar Grabherr und die Politik seiner "Vorarlberger Geschichte"

Full text

KULTUR 
19 
die kopfhaut heftete, dann schrie 
ich: weißt doch, wer auf leisen 
sohlen kommt, ist selber schwach, 
für die böse hitze des alltags, 
an die luft zurückgetaumelt, ver 
schloß ich die lider. die sonne 
ein schmerzender lichtfleck und 
die hoffnung ein schwarzes loch 
im schnee. was blieb, war ein 
blaues gesicht aus kälte und 
atemnot. 
gleichentags fast jedesmal, ver 
schickte er,mit gutheißen der ärz- 
te, einen brief. 
meine lieben, es geht mir gut .mit 
dem frühstück schneide ich den 
tag in kleinen schnitten, zum 
nachtisch schwinge ich die fen- 
sterflügel auf. ein tödlichheißes 
zimmerbad für die eisblumen, doch 
ein erfrischender luftstoß für 
ein müdes herz, das doch schon 
wieder pocht, hört nur selber: 
gestern warf ich dem schaufler 
unten auf dem platz eine Zigaret 
te zu. ich verfehlte ihn, und sie 
verschwand im schnee. mir war 
dann, als fuchtelte er mit dem 
stiel gegen mich, ja, die rohe 
kraft, dachte ich, hat kein ver 
stecken nötig, und ermutigt,werde 
ich morgen eine ganze packung 
nach ihm schmeißen. 
die empfänger waren erfreut, er 
schien doch gut bei appetit zu 
sein, was schließlich Vorausset 
zung für alles war, das wußten 
sie. doch, Vorsicht bei zugluft! 
was die wiedererwachende kontakt- 
lust betraf: begrüßenswert, auf 
frischen gesichtem kann man auf 
bauen. er wird unsere alten vor 
läufig spielend entbehren, doch 
bei allem nicht zu vorschnell: ab 
tastendes tuchfühlen will bei dir 
von vorne gelernt sein. 
sechzehnter februar. stumpfer 
schnee. genug geblendet, ist man 
vor Schönheit gefeit, hinter je 
dem lächeln ein kichern, suche in 
leeren blicken nicht die beredte 
trauer. merke, wie deine fragen 
ihre antworten verfehlen, gut, 
selber gerüttelt hält wach, 
der schaufler macht mir zu schaf 
fen. gräben zwischen mir und dem 
glück sind doch tief genug gezo 
gen. und wie schneelöcher ausse- 
hen, weiß ich. wenn schon, dann 
zeig mir das bergeversetzen. 
später am nachmittag,griff er noch 
einmal zur feder. 
es geht mir gut, ihr lieben, doch 
zuwenig friede bleibt selten un 
gestraft. ich war zu besuch im 
zimmer am ende des gangs. pfei 
fend platzte ich in ihre runde, 
denn dort mag niemand den lärm, 
aber die ernte! statt böser blik- 
ke: schulterklopfen, bin ich un 
dankbar? es verwirrt mich, wird 
unbedachtes nicht ebenso vergol 
ten. gleiches mit gleichem! denn, 
zu unrecht hätte ich sonst die 
gleißenden steme verwünscht. 
die empfänger waren einerseits er 
freut, denn es war klar: die klü 
geren unter den patienten mochten 
ihn. seine launen würden sie ihm 
abgewöhnen. was andrerseits seine 
stemgesänge anging: orakelte er? 
Vorsicht, gift für labile gemüter. 
such dir einen soliden schachpart- 
ner. 
zwanzigster februar. ist man ein 
sam, bleibt keine zeit für faul- 
heit,denn die schönen bilder mußt 
du dir selber schaffen, du liebst 
die fremden strande mit deinen 
eignen palmengeruch. vor dem Son 
nenbrand schützt die milch der 
früchte, dem stechen der schil 
lernden wellen wehrst du mit ei 
nen blätterschutz. der feine sand 
eignet sich nicht für bürgen,wohl 
aber hält er deinen fußabdruck 
ewig, denn er ist menschenleer, 
das stimmt. 
in der firma hatte der Wechsel 
reibungslos geklappt, eine halb 
volle pral inenschachtel fiel 
gleich der neuen kraft anheim, den 
regenschirm kaperte sich die putz- 
frau bei ihrer routinemäßigen 
schränke-inspektion. die rasche 
anlemzeit der neuen kraft wurde 
mit eierlikör begossen.dem senior- 
chef stand die krawatte schief, 
ein anonmyer humorist plazierte 
hundekot in die pantoffeln der te- 
lefonvermittlung.hochblüte des fa- 
schings. nebenbei. 
ihr lieben am tisch des alltags, 
ich habe einen ausflug hinter 
mir. man redete viel, ich hielt 
mich im hintergrund, korrigierte 
höchstens da und dort, half, hin 
und wieder mißdeutungen auszuräu 
men. das wurde gelobt, auch von 
solchen, die mich bisher überse 
hen hatten. 
wenn die macht dieserart gestrei 
chelt werden kann, gibt es viel 
leicht ein zurück ins leben?meine 
rechte wände sich geschickt durch 
den tagsumpf, die trockene linke: 
unauffällig am ohr, um auf die 
träume zu horchen. 
die empfänger lasen mit gemischten 
gefühlen. unübersehbar die lichten 
momente, die helle Vernunft einer 
gangbaren Strategie, doch,kann hat 
man grund zur freude, den glück- 
wunsch auf den lippen, beginnt er 
zu phantasieren wie ein verwun 
schener , zieht ihn die nacht in 
ihren hexenkessel. 
fünfundzwanzigster februar. die 
kehrseite des Übermuts? kaum rede 
ich ein wenig, saugen die egel. 
kein räuspern zu nebensächlich, 
als daß es nicht gestohlen würde, 
das ganze haus ein neugieriges 
Schlüsselloch.wann kommt der alp, 
der mich mit blume im knöpf loch 
ins Schaufenster stellt.doch wit- 
ze nützen mir nichts, wie macht 
man weitSprünge rückgängig, mit 
winzigen schritten zur seiteMie 
tet dir der wärter eine Zigarette 
an, wirst du höflich husten. 
das war vor dem hofrundgang, da 
nach schrieb er auf blaues brief- 
papier: 
ihr sollt noch recht haben, meine 
lieben. die tür nicht geöffnet, 
winkt auch kein ziel herein, seit 
ich nun öfter grüße,buch und sei 
fe verleihe, gibt es auch plötz 
lich dunkle äugen auf der park 
bank, die (sie sind noch zu spü 
ren, blicke ich längst zu boden) 
unablässig meine stim suchen, da 
heißt es jetzt behutsam sein, 
denn ich fühle, es ist aufrechtes 
mißtrauen, daß sich mir nähert. 
draußen setzte der föhn ein, or 
gelte auf den dachziegel-registem 
grautöne für nervöse schläfer.sei 
ne briefenrpfänger hatten beim 
abendbrot getuschelt: rückfall in 
Verfolgungsideen? nehmt ihm die 
rasierklingen! 
regenschauer rollten wie riesenrä- 
der über land. 
erster märz. der alte schnee ist 
mit dem rußflor der kamine be-
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Issue

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF (compressed) PDF (full size) DFG-Viewer OPAC
TOC

Article

PDF (compressed) PDF (full size) RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Issue

To quote this record the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Article

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Zeitschrift Für Kultur Und Gesellschaft 1987-09. 1987-09-01.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.