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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
Veröffentlichungsjahr:
1987-09-01
Information:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_09

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Jörg, Roland
Titel:
Sprachrisse zu Ingo Springenschmids "Pattstellung"
Beteiligte Personen:
Jörg, Roland

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-09
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kultur Im/Um-Bruch oder Jedermann für Jedermann
  • Der Pfaffenspiegel ist trüb geworden
  • Eine Landesgalerie für sich - 3 Jahre Galerie Sigma
  • Harter Literaturweh-Bewerb
  • Gorbatschow macht's möglich
  • Blintimus Blinsky und die Unbedenklichkeit
  • Magazin
  • Reaktionen
  • Sprachrisse zu Ingo Springenschmids "Pattstellung"
  • Der literarische Beitrag: Otto Nachbauer - Rückzug
  • Elmar Grabherr und die Politik seiner "Vorarlberger Geschichte"

Volltext

16 
KULTUR 
“Wie Sie wissen, verbirgt man sich 
Muter nichts so gut wie Mater 
der Gemuigkeit" 
Hubert Fichte 
Sprachrtsse 
zu ingo springenscemids "pattstelljung" 
lung" wird die Sackgasse aller 
dings zur Vorrangstraße. 
Springenschmid verweigert sich, 
sträubt sich, mauert im sich, 
führt ein sprachliches Rückzugsge 
fecht. Greift auf im Rundumgriff, 
was ihn in die Hände fällt, immer 
von einem statischen, nahezu im 
Koordinatenkreuz selbst auferleg 
ten Ichpunkt aus (ob Bludenz) und 
legt von dort aus einen geometri 
schen Sprachraster auf sein Um 
land, erzeugt mit mathematischer 
Gefühllosigkeit seinen sprachli 
chen Trümmerhaufen. 
Im Gegensatz etwa zu Jonkes "Geo 
metrischen Heimatroman", der kon 
struktiv und modellbildend das 
"Dorf" erarbeitet, ist Springen- 
schmids Stilmittel das der De 
struktion. Springenschmid ist ir 
ritiert (der Rezensent auch), 
Sprache kann keine "Wirklichkeit" 
mehr vermitteln, und wenn sie es 
tut, dann unterschiebt ihr Sprin 
genschmid unverzüglich das Postu 
lat der Unglaubwürdigkeit. 
Das letzte Handfeste, das übrig 
bleibt, ist das Papier, sind Wör 
ter und Buchstaben: " - während 
jetzt gleichzeitig, gleichzeitig, 
um sich der papierform wieder an- 
zunähem, aufzuschließen, gleich 
zeitig, ein anderes wort für pa 
pierform, als liefen sich rennen 
zwischen wörtem tot..." (S.35). 
Springenschmid sichert sich ab 
durch Präzision, nahezu unerträg 
licher Präzision, bis hin zu ety 
mologischen Abhandlungen über 
TEER oder zur Flumamenforschung. 
Sein Anspruch an Sprache ist radi 
kal: er tendiert zu einer "wissen- 
schaftliehen" Sprache, in der alle 
Begriffe eindeutig zuordenbar sind 
und stellt sich gegen eine Sprache 
der Mehrdeutigkeiten, der Unklar 
heiten, der Andeutungen, der Homo 
nyme und der Synonyme, er läßt 
nichts mehr zu, was zwischen den 
Zeilen stehen könnte, er negiert 
Ingo Springenschmid spielt Ver 
stecken. Spielen nimmt der Rezen 
sent sofort zurück, denn nach ein 
paar Seiten merkt der aufgeweckte 
Leser: Ingo Springenschmid meint 
es todernst, der HOMD BLUDENZ ist 
kein HOMD LUDENS. 
Mit "PattStellung" legt der Blu- 
denzer bildende Künstler nach 'Ti 
sche - Maximen und Ausreden" 
(Dornbirn 1973) und "Handschrei 
ben" (St. Gallen 1981) seine drit 
te Buchveröffentlichung vor, dies 
mal allerdings - abgehoben vom re 
gionalen Editorenbetrieb - in der 
"edition neue texte" des Heimrad 
Bäcker, in Genossenschaft mit Ach 
leitner, Rühm, Czemin, Glück, 
Hell, Jandl, Priessnitz (+), Ujva- 
ry, um nur einige der Stammautoren 
Avantgarde- 
zu nennen. Sprin 
genschmid deswegen als Schrift 
steller zu bezeichnen, würde ihn 
wahrscheinlich eher beleidigen. 
Die Neuveröffentlichung wirft ein 
falsches Licht auf Springenschmid 
als Künstler. Während "Handschrei 
ten" seinem bildnerischen Schaffen 
(in das sein Textschaffen quasi 
als Substitut einfließt) durch 
adäquate Aufmachung und Gestaltung 
gerecht wird, so wirkt - mit Aus 
nahme des Umschlags - bei "Patt 
stellung" alles farb- und lieblos 
ausgeführt. 
Die Bildwelt des Ingo Springen- 
schmid steht im krassen Hinter 
grund (oder ist es im Gegenlicht?) 
seiner Sprache. Und was seine 
Sprachwelt antelangt, befindet 
sich Springenschmid in einer aus 
weglosen Sackgasse, aus der ihn 
bislang immer wieder sein hervor 
ragendes bildnerisches Schaffen 
herausgeführt hat. In "Pattstel
	        

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