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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Kultur
Subtitle:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06
Year of publication:
1987-06-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_06

Article

Structure type:
Article
Author:
Zehenter, Franz
Title:
Platentips: Tödliche Waffen!
People involved:
Zehenter, Franz

Contents

Table of contents

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06
  • Title page
  • Contents
  • Fremdenverkehr - befremdlich verkehrt
  • Allgemeine Anmerkungen zur Veränderung der Volks-Kultur durch den Massentourismus
  • Ing. mit Mag. Sieghard Paier
  • Landesgalerie: Keiner weiss was, das dafür aber ganz genau
  • Blintimus Blinsky läßt aufheulen
  • "Waldheim ist ein Gottesbeweis...."
  • Nachruf auf den Cineclub Zoom oder die Macht der Multinationalen Verleiher und die Ohnmacht der Provinzkinos
  • Neue Dornbirn-Publikationen
  • Kein Denkmal für Sisyphus errichten
  • Platentips: Tödliche Waffen!
  • Reaktionen
  • Interview mit Sarah Kirsch
  • Filmnotizen
  • Der literarische Beitrag: Florentine Stock "Berliner Zeiten"
  • Magazin

Full text

34 
KULTUR 
REAK 
TIONEN 
Eine Steel-Guitar (David Toop) mit 
der katzenhaften Stimme von Tonie 
Marshall,ein ungewohnt melodischer 
John Zorn am Altsaxophon und der 
unverwüstliche Steve Beresford an 
diversen Tasteninstrumenten into 
nieren eine sanfte Melodie zum 
Träumen - jäh unterbrochen durch 
das maschinenhafte Werken des 
Drumcomputers: "Shockproof", der 
Opener von 
EEADLY WEAPQNS, 
der neuen Platte von Steve Beres 
ford, David Toop, John Zorn und 
Tonie Marshall auf nato, 1986 in 
Frankreich auf genommen. 
Der musikalische Rahmen dieser 
Aufnahme erstreckt sich von Unter 
malungen zu Kriminalfilmen ("king 
cobra") bis zu liebhaften Songs 
("tallulah"), hart an der Grenze 
zur Schnulze. Die erotische Stimme 
von Tonie Marshall haucht die Wor 
te zu den Melodiebögen von John 
Zorns Klarinette, während Steve 
Beresford mit Klavier und Drumcom 
puter für dezente Untermalung 
sorgt. Zur Hommage an "Jayne Mans- 
field" wurde eine Frau namens Aka 
Lou zwecks Nachahmung von Tier 
stimmen und sogar Monsieur Sade 
bemüht, im das Stück abzurunden. 
Das einzige nicht von den Inter 
preten komponierte Stück stammt 
von Bob Stewart - "Sitting in the 
park M , das von den Misikem zu ei 
nem "Liedchen*' mit bedrohlichem 
Background umgewandelt wurde. 
Wer das Kribbeln in Kriminalfilmen 
oder gar Gruselfilmen liebt, soll 
te einmal in diese abwechslungs 
reiche und spannende Platte hin 
einhören. Nichts für schwache Ner 
ven - Tödliche Waffen! 
Franz Zehenter 
Stellungnahme zum Vorarlberger 
Veranstaltungsgesetz 
Ich schlage vor, den Gesetzesent 
wurf zum Veranstaltungsgesetz auf 
eine Präambel und einen Paragra 
phen zu reduzieren: 
PRÄAMBEL: 
Die Vorarlberger Landesregierung 
achtet die Urteilskraft der Bevöl 
kerung und lehnt jedwede Art von 
Bevormundung der Bürgerinnen und 
Bürger des Landes kategorisch ab. 
Die Vorarlberger Landesregierung 
ist der Ansicht, daß Verbote, Ein 
schränkungen oder bürokratisch 
aufwendige Genehmigungs- und Kon- 
trollverfahren gerade im sensiblen 
Bereich des Veranstaltungswesens 
wichtige Prozesse selbstverantwor 
teten Denkens und Handelns verhin 
dern und die Menschen bevormunden. 
Gerade die Vorarlberger Landesre 
gierung versteht sich angesichts 
ihrer personellen Struktur und 
ihrer föderalistischen Gesinnung 
nicht als Vordenkerin des Volkes. 
Als oberste Leitlinie enpfiehlt 
die Vorarlberger Landesregierung 
ihren Bürgerinnen und Bürgern fol 
gendes Prinzip: 
Handle so, daß die Maxime deines 
Willens jederzeit zugleich als 
Prinzip einer allgemeinen Gesetz 
gebung gelten könnte. 
Die Vorarlberger Landesregierung 
sieht in einer freien und toleran 
ten Handhabung der causa "Veran 
staltung" eine vorrangige Bil 
dungsaufgabe, die durch die Rück 
gabe der Verantwortung vom Gesetz 
geber an die mündige Bürgerin und 
an den mündigen Bürger die Selbst 
verantwortung ideal befördert. 
Durch die allgemeinen Bundesgeset 
ze, wie das Strafgesetz, die si 
cherheitspolizeilichen Vorschrif 
ten, das Jugendgesetz, und Gesetze 
ähnlicher Thematik sind außerdem 
ausreichende Bestimmungen gegeben, 
die keiner weiteren besonderen Ge 
setzgebung in Vorarlberg bedürfen. 
Die Vorarlberger Landesregierung 
respektiert und achtet die Verfas 
sungsbestimmungen zum Schutz der 
Freiheitsrechte wie der Meinungs 
freiheit und der Freiheit der 
Kunst sowie die Abschaffung der 
Zensur im Jahre 1918 in so hohem 
Maße, daß ihr die Auslegung eines 
eigenen, doch angesichts dieser 
Materie stets in Unvollkonmenheit 
bleibenden Veranstaltungsgesetzes 
durch die Beamtenschaft, die Bür 
germeister, die Bezirkshauptleute 
und die Politiker zu aufwendig und 
zu vermessen erscheint. Zudem wür 
de ein eigenes Veranstaltungsge 
setz hohe Kosten in der Fortbil 
dung der Beamten, der Bürgermei 
ster, der Bezirkshauptleute und 
der Politiker erfordern, im diesen 
Entscheidungssträgem die enorme 
Dimension ihrer Verantwortung in 
dieser Sache tatsächlich bewußt zu 
machen. 
Die Vorarlberger Landesregierung 
beschränkt sich aus diesen Gründen 
darauf, ein Mindestmaß an Regelun 
gen zu treffen, um das selbstver 
antwortete Handeln der Menschen 
dieses Landes sicherzustellen. Es 
besteht daher keine Notwendigkeit, 
mehr als die Außerkraftsetzung al 
ter Gesetze im neuen Veranstal 
tungsgesetz sowie die Präambel mit 
der Intention des Gesetzgebers zu 
verankern. 
Daher sind folgende Veränderungen 
vorzunehmen: 
Einfügung der Präambel 
Ersatzlose Streichung von § 1 bis 
15 
§ 16 ist im vorliegenden Wortlaut 
zu übernehmen (Übergangsbestimmun 
gen, Außerkrafttreten alter Geset 
ze). 
Bei § 16 ist auch das Lichtspiel 
gesetz anzuführen, das ebenfalls 
außer Kraft zu setzen ist. 
P.S.: Die Kosten der gegenwärtig 
bestehenden Nachzensurkcmmissionen 
wie Filmkonmission, Theaterkom 
mission und ähnliche "Hinten"- 
Nachzensoren sollen für Kulturaus 
gaben verwendet werden. 
Prof. Ulrich Gabriel 
Mitglied des Kulturbeirates 
der Vorarlberger Landesre 
gierung 
(Dornbirn, 18.6.1987) 
Wir würden uns freuen, wenn auch 
Politiker anderer Parteien auf 
kulturpolitische Artikel in der 
KULTUR reagierten. Leserbriefe in 
angemessener Länge sind uns stets 
willkommen.
	        

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