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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Kultur
Subtitle:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06
Year of publication:
1987-06-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_06

Article

Structure type:
Article
Author:
Bracharz, Kurt
Title:
"Waldheim ist ein Gottesbeweis...."
People involved:
Bracharz, Kurt

Contents

Table of contents

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-06
  • Title page
  • Contents
  • Fremdenverkehr - befremdlich verkehrt
  • Allgemeine Anmerkungen zur Veränderung der Volks-Kultur durch den Massentourismus
  • Ing. mit Mag. Sieghard Paier
  • Landesgalerie: Keiner weiss was, das dafür aber ganz genau
  • Blintimus Blinsky läßt aufheulen
  • "Waldheim ist ein Gottesbeweis...."
  • Nachruf auf den Cineclub Zoom oder die Macht der Multinationalen Verleiher und die Ohnmacht der Provinzkinos
  • Neue Dornbirn-Publikationen
  • Kein Denkmal für Sisyphus errichten
  • Platentips: Tödliche Waffen!
  • Reaktionen
  • Interview mit Sarah Kirsch
  • Filmnotizen
  • Der literarische Beitrag: Florentine Stock "Berliner Zeiten"
  • Magazin

Full text

KULTUR 
21 
rechten Reichshälfte suspekt ge 
worden vrar. Heinwein erklärt zu 
nächst, daß er immer Bilder machen 
wollte, die reproduziert werden 
sollten. Originale und Ausstellun 
gen interessierten ihn nicht, er 
wollte die Aufträge der finanziell 
wirklich potenten Kunden aus der 
Wirtschaft. "Mein Plan war, sub 
versiv und falsch, wie ich war, 
ich wollte mich also einschlei 
chen, einnisten als Parasit." 
Während ich mich zu fragen begin 
ne, was das Publikum, das allmäh 
lich eintrifft, wohl sagen würde, 
wenn Heinwein draußen statt der 
angekündigten Vemissagerede sol 
che Statements von sich gäbe, po 
litisiert er weiter über die West 
deutschen, an denen alles hängen 
tisch naives "einfaches Arbeiter 
kind" stilisiert, bleibt dabei, 
ein harmloses Gemüt zu haben. 
"Und was mir an Österreich nicht 
gefällt, ist, daß das ein maßlos 
korruptes Land ist, das sich auch 
vor dieser Zeit gedrückt hat, die 
ganze Zeit. Also ich muß sagen, 
ich freu mich wirklich über den 
Vfeildheim. Ich find den absolut 
richtig und gut - eine wirkliche 
Gottesgabe, der Waldheim ist ein 
Gottesbeweis, sagen wir so ... 
weil das ist einfach derart rich 
tig und verdient, daß der jetzt 
aufgetaucht ist, daß ich mir denk, 
es muß einen Herrgott geben, der 
ihn geschickt hat. Nichts anderes 
haben die Österreicher verdient... 
er ist super - ich finde ihn fan 
tastisch. Ich habe ihn nicht ge 
wählt, ich habe noch nie gewählt 
in Österreich, aber den würd ich 
im nachhinein noch wählen, weil er 
fantastisch ist - genau das ist 
es, was die Österreicher verdient 
haben und endlich passiert das, 
wovor sie sich die ganze Zeit ge 
drückt haben. Nämlich, jetzt wird 
ihnen der Arsch aufgerissen und 
jetzt müssen sie darüber reden, 
jetzt kann niemand mehr vorbei 
schauen." 
geblieben sei, während sich alle 
anderen abputzten. 
Meine nächste Frage scheint er 
auch schon erwartet zu haben, die 
Antworten korrmen jedenfalls immer 
ohne Zcgem. 
Es geht um jenes Bild eines fei 
xenden Abtreibungsarztes, das er 
seinerzeit für die "Aktion Leben" 
gemalt hat und mit dem er damals 
augenblicklich der linken wie der 
Er machte zunächst die bekannten 
Zeitschriftencover für "Profil" 
und SPIEGEL mit ihren zum Teil 
sehr ambivalenten Darstellungen 
(mit "sehr ambivalent" meine ich 
beispielsweise jenes SPIEGEL-Ti- 
telbild, das eine vergewaltigte 
Frau zeigte, deren Gesichtsaus 
druck man unter den herabhängenden 
Haaren nicht erkennen konnte, ein 
Trick, der zu einer pornografi 
schen Deutung geradezu aufforder 
te). Die Aktion Leben bestellte 
dann ein 24-Bogen-Plakat. Sie 
hätten gerne einen Embryo gehabt, 
der bittend die Ärmchen hebt, aber 
Heinwein behielt sich die Motiv 
wahl vor und stellte die Bedin 
gung, daß auf dem Plakat keine 
Schrift sein durfte, kein Satz, 
kein Wort, kein Gamichts. "Was
	        

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