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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02
Veröffentlichungsjahr:
1987-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Titel:
Blintimus Blinsky im rabel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Interview: Bernhard Amann zur Jugendhaus-Szene
  • Zolltarif Nummer 12.07 B 1
  • Aus meiner Sicht, die Baubehörden und das bauen
  • Plattentips: Die Platte des Jahres 1987
  • Die Menschwerdung des Magisters Dorn
  • Paradigma der Kindheit
  • Interview mit Paul Flieder
  • Der literarische Beitrag: Unternehmen Wursthaut
  • Deutsch perfeckt
  • Interview: Alex Freihart ("Die Wildente") und Reinhold Schillinger ("Das Nest")
  • Filmnotizen
  • Mythos & Wirklichkeit
  • Reaktionen
  • Blintimus Blinsky im rabel
  • Die vorletzte Seite

Volltext

BimiMÜS 
BLINSKY 
im rabel 
Zuerst die Geschichte: Ich sitze im Gasthaus und 
bin ziemlich benebelt. In diesen Nebel paffe ich 
mein zweites Päckchen Bronchialbitumen mit Filter. 
Da kommt der Wirt herein, schnuppert in die Luft 
und schreit: "Rabelalarm!" Ich: "Wasch, bitte?" 
Der Wirt: "Rauch und Nebel, Alarmstufe 3, Erstik- 
kungsgefahr." Ich: "Wasch unsch nicht umbringt, 
macht unsch härter, und auscherdem nehm ich eh die 
Hälfte von meinem Rauch in meinen Kleidern mit 
nach Hausche." "Rauchen einstellen!" ruft der Wirt 
und reißt alle Fenster auf. Die Gäste erfrieren 
einer nach dem ändern, ladies and children first, 
dann die Abstinenzler, zuletzt die Prcmilienträger 
und die Glykseligen. Sobald die Luft rein ist, be 
kommt der Ofen eine Ladung Heizöl schwer, und wir 
qualmen wieder um die Wette, die Überlebenden der 
Lüftungsaktion, der Ofen und ich. Da kommen ein 
paar ausnützerische Nichtraucher und lassen sich 
kostenlos die Atemwege asphaltieren. Ich bin ja 
nicht so. Können sie haben. Aber dann bitte keine 
unfreundlichen Gesten, wie Husten, Schneuzen, Trä- 
nenabwischen und Rauchabwehrbewegungen. Sie können 
ja zu ihresgleichen gehen, wenn es ihnen hier 
nicht gefällt. Unvorsichtigerweise sage ich das 
laut. Das hätte ich nicht tun sollen.Zuerst fliegt 
meine Zigarette und dann ich. Auf die Straße. 
Und jetzt meine Schlußfolgerungen: 
1. Die Nichtraucher sind ein total intolerantes 
Volk. Sie sollen sich ein Beispiel an uns Rauchern 
nehmen. Wir werfen keinen hinaus, bloß weil er 
nicht raucht. Warum sollen wir nicht überall rau 
chen dürfen? Wir lassen sie ja auch nichtrauchen, 
wo sie wollen. 
2. Die Radler und die Fußler sind genauso intole 
rant .Als ich vor der Trafik den Motor laufen ließ, 
während ich Zigaretten holen ging, schauten mich 
alle grimmig an. Die sollen froh sein, daß ich die 
Umgebung aufwärme. Was tragen sie zur Erwärmung 
der Stadt bei? Einen warmen Achsel schweiß. Aber 
die Nase rümpfen, das schon. 
3. Gräßlich intolerant sind auch die Bronchial- 
asthnatiker, Pseudokruppianer und wie sie alle 
heißen. So reagiert man einfach nicht auf das biß 
chen Smog. 
Überhaupt kommt mir das Rheintal vor wie mein 
Gasthaus: Bei beiden ist die Decke nicht sehr 
hoch, aber es wäre sehr gemütlich ohne diese Into 
leranz ler. In beiden wird mit und ohne Filter ge 
raucht, besser schmeckt es natürlich ohne. Aber 
einen Unterschied gibt es: Die Luftmeßgeräte der 
Umweltschutzanstalt sind viel präziser als die Na 
se meines Wirts. Sie haben nur einen Haken: Wäh 
rend mein Wirt immer spontan "Fabelalarm!" brüllt, 
kommen die Ergebnisse des Meßwagens erst nach 4 
Wochen aus seinem Bauch heraus. Smogalarm muß da 
her nie gegeben werden, sondern "hätte vor 4 Wo 
chen gegeben werden sollen." So könnte es der On 
kel Doktor doch auch machen: Fieber messen und 
erst 4 Wochen später aufs Thermometer schauen. 
Vieles würde sich in der Zwischenzeit von selbst 
erledigen. 
Seit 1982 sammeln vier junge Spielleute aus Salz 
burg europäische Lieder und Tänze aus acht Jahr 
hunderten. In ihrem Programm für 1987 stellt die 
Volksmusik des 16. und 17. Jahrhunderts den 
Schwerpunkt dar. Einer alten Tradition folgend be 
schränkt sich keiner der Spielleute auf nur ein 
Instrument. So ist es auch zu erklären, daß nur 
fünf Musiker über 40 Instrumente spielen (Dreh 
leier, Gitarre, Gambe, Dulcimer, Streichpsalter, 
Mandoline, Harfe, Krumrihorn, Flöten, Ratsche, 
Maultrommeln usw.) 
UNTERHALTSAM, ALTE MJ5IK 
Mittelalterliche Minnelieder, Moritaten, Bänkel 
und Bauemlieder, irische Balladen und Tänze aus 
acht Jahrhunderten 
Freitag, 20. März 87 
20.15 Uhr 
BIIXUNGSHAUS BEZAU 
Informationen: 05512/3378
	        

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