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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02
Veröffentlichungsjahr:
1987-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1987_02

Vorwort

Strukturtyp:
Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1987-02
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Interview: Bernhard Amann zur Jugendhaus-Szene
  • Zolltarif Nummer 12.07 B 1
  • Aus meiner Sicht, die Baubehörden und das bauen
  • Plattentips: Die Platte des Jahres 1987
  • Die Menschwerdung des Magisters Dorn
  • Paradigma der Kindheit
  • Interview mit Paul Flieder
  • Der literarische Beitrag: Unternehmen Wursthaut
  • Deutsch perfeckt
  • Interview: Alex Freihart ("Die Wildente") und Reinhold Schillinger ("Das Nest")
  • Filmnotizen
  • Mythos & Wirklichkeit
  • Reaktionen
  • Blintimus Blinsky im rabel
  • Die vorletzte Seite

Volltext

1. Die Kriegsopfer müssen unter 
stützt werden. Bei den Angehörigen 
der Kriegsopfer sollte man sich 
einmal Gedanken machen, auf wie 
viele Generationen hinaus diese 
Unterstützung gewährt werden soll. 
2. Es gibt absolut keine Begrün 
dung, weshalb dafür kulturinteres 
sierte Menschen zur Kasse gebeten 
werden. 
Diese beiden Punkte müssen voraus 
geschickt werden, damit verschie 
dene Leute nicht wieder auf den 
Gedanken kommen, es ginge darum, 
den Kriegsopfern ihre verdienten 
Unterstützungen streitig zu ma 
chen. Im Rahnen des doch schon re 
lativ engynaschig gestrickten sozi 
alen Netzes kann das ja nicht all 
zu große Probleme aufwerfen - zu 
mal man aus dom Budget zuweilen 
schon ganz andere Beträge "gezau 
bert" hat. 
Was wird sich ändern: 
- Die Licht spie luntemehnen, die 
in ihren Existenzkampf gegen Fern 
sehen und Video schon lange unter 
der Abgabenlast ächzen, müssen 
statt 10 nur noch 5 % abliefem. 
Kulturell wertvolle Filme sind 
ohnehin befreit. Hatten die Vor 
arlberger Lichtspieluntemehmen 
1984 noch 1,6 Mill. Schilling KQA 
abgeliefert, sank dieser Beitrag 
auf 1,1 Mill. im Jahre 1985 - 
Tendenz fallend. 
Der geschätzte Entgang wird 
durch die Besteuerung der nicht 
öffentlich abgespielten Laufbilder 
wohl mehr als ausgeglichen werden. 
Im Klartext heißt das, daß die 
derzeit 35 in Vorarlberg bestehen 
den Handelsbetriebe auf dem Video 
sektor für Bildträger (Videofilme, 
Videospiele, Schmalfilme) von den 
Ausleihern einen Aufschlag in Höhe 
durch die Einbeziehung neuer Abga 
bensparten beträchtlich aufgebla 
sen. Es ist zu befürchten, daß 
statt den immer weniger werdenden 
Kriegsopfern immer mehr mit der 
KDA befaßte Beamte mitversorgt 
werden müssen. 
All jene, die durch den neuerli 
chen Vorstoß der Bregenzer Fest 
spiele in Sachen Vergnügungssteuer 
und Kriegsopferabgabe gehofft ha 
ben, es könnten doch noch grund 
sätzliche Änderungen eintreten, 
haben sich getäuscht. Wurde an 
läßlich der Osterfestspiele-Dis- 
kussion in verschiedenen Medien 
kolportiert, Landeshauptmann Keß 
ler lasse in Sachen KOA mit sich 
reden, so entpuppte sich dies als 
Falschmeldung bzw. Wunschtraum. 
Keßler zu KULTUR: ,4 Eine Befreiung 
ist gesetzlich nicht möglich, da 
damit ja ein Präjudiz für alle 
anderen Kulturveranstalter ge 
schaffen würde." Dafür munkelt man 
- sollte es wirklich zu den um 
strittenen Osterfestspielen kommen 
-, daß die Festspiele die KDA zwar 
KRIEGSOPFERABGABE: KOMMT EIN 
GESETZ DER VERTANEN CHANCEN? 
Die Kriegsopferabgabe ist eine 
zweckgewidmete Lustbarkeitsabgabe, 
deren Gegenstand alle gesell 
schaftlichen, kulturellen und 
künstlerischen Veranstaltungen 
(mit Ausnahme des Sports) sind. 
Eingehoben werden 10 % des Ein 
trittsgeldes, bei als "kulturell 
wertvoll" eingestuften Veranstal 
tungen gibt man sich mit 5 % zu 
frieden. So war’s bisher. 
Derzeit ist ein Entwurf für eine 
Gesetzesänderung in der Begutach 
tungsphase. Sollte dieser Geset 
zesentwurf angenommen werden, wird 
mit bedeutend mehr Verwaltungsauf 
wand für immer weniger Kriegsopfer 
immer mehr Geld eingenommen, wobei 
man den Kulturinteressierten immer 
noch mehr in die Intimsphäre hin 
einleuchten wird. Statt am wenig 
glaubwürdigen System etwas zu än 
dern, werden neue Quellen ange 
zapft, damit man von den alten - 
langsam versiegenden - weniger ab 
schöpfen muß. 
der KDA von den Ausleihewilligen 
einzuheben haben. Da für die Ge 
meinden, die die KDA einzuheben 
und ans Land abzuführen haben, ein 
zusätz1 icher Verve 1tungsaufwand 
entstehen wird, erhalten sie für 
ihre Tätigkeit 10 % des Betrages. 
Was wird sich nicht ändern: 
- Die Kulturveranstalter zahlen 
nach wie vor 10 %, bei Gewährung 
des "kulturell wertvoll" - was in 
den meisten Fällen zutreffen wird 
- 5 % KDA. Das heißt aber auch, 
daß beispielsweise ein Konzert der 
Wiener Symphoniker, ein Kabarett 
abend mit Hanns Dieter Hüsch oder 
ein Jazzfestival auf die gleiche 
Stufe gestellt werden wie "Gejo 
del t wird im Unterhöschen", "Die 
feuchten Lippen der geilen Apothe- 
kerstöchter" oder ähnliche Pomo- 
filmchen, die heutzutage den mei 
sten Kinos das tägliche Brot brin 
gen. Deshalb spricht man wohl von 
Lustbarkeitsabgabe. 
- Der Verwaltungsapparat wird 
abliefem müssen, aber aus einem 
anderen Topf eine Sondersubvention 
in dieser Höhe erhalten könnten. 
Was natürlich den anderen Kultur- 
veranstaltem gegenüber nichts als 
Augenauswischerei wäre. Ein Ein 
spruch des Spielboden gegen einen- 
KDA-Bescheid wurde vom Land ab-l 
schlägig beurteilt und ruht nunt 
bisher unbeantwortet beim Verfas 
sungsgerichtshof . 
Es schaut also so aus, als käme 
ein Gesetz der vertanen Chancen, 
schließlich wird man ja nicht so 
schnell wieder einmal eine Novel 
lierung machen. Bleibt also nur zu 
hoffen, daß sich im Amt der Vor 
arlberger Landesregierung doch 
noch jemand findet, der anstelle 
von Gesetzeskosmetik einmal tief 
schürfendere Überlegungen an 
stellt. 
Peter Füßl
	        

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