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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-04

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-04

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Kultur
Subtitle:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Place of publication:
Dornbirn
Publisher:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-04
Year of publication:
1986-04-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1986_04

Article

Structure type:
Article
Author:
Pfleger, Norbert
Title:
Kraftwerksprojekt untere Ill: Kein Mut zu Alternativen
People involved:
Pfleger, Norbert

Contents

Table of contents

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-04
  • Industrialisierung im Bodenseeraum
  • Title page
  • Preface
  • Contents
  • Kraftwerksprojekt untere Ill: Kein Mut zu Alternativen
  • Plutonium is good for you
  • Interview mit Erich Fried
  • Schreiben und Mundwerk: Bericht von den St. Gerolder Literaturtagen
  • Tone im Kinderland
  • Plattentipps
  • Galerienspiegel: Kehrt-Wendungen an der Schauseite
  • Kolumne
  • Film Schnipsel
  • Der Literarische Beitrag: ich arbeite für zwei länder
  • Die vorletzte Seite

Full text

NTERE ILL 
A T I V E N 
ten werden. Oder es müssen Ent 
wässerungsgräben gegraben werden, 
wo es zu Überschwemmungen käme. 
Wie das aber im Detail ausschaut, 
weiß man noch nicht. Oder man 
sagt's nicht, um die Leute nicht 
zu erschrecken. 
Und wozu das ganze? 
Alle 4 Werke liefern netto rund 
200 GWh. Im Winter allerdings 
liefern solche Laufkraftwerke liehst viel Strom erzeugen und 
wenig - wegen des geringen Was- dementsprechend möglichst schnell 
serstands. Dann könnten nur etwa und ohne Komplikationen E-Werke 
3% des Landesverbrauchs gedeckt bauen können. Der Spezialhammer 
werden. Im Sommer würde der ge- ist das "Recht zun bevorzugten 
waltige Überschuß noch erhöht Wasserbau". Außerdem scheinen sie 
werden. Würde unsere Stromab- dazu verurteilt zu sein, ihren 
hängigkeit vom Ausland, die für Profit in neuen Kraftwerken anle- 
kurze Zeit im Winter gegeben ist, gen zu müssen. Von ihrem jährli- 
geringer? - Wem die derzeitig chen 1-Milliarden-Profit können 
Stromverbrauchskurve weiter so sie ein Drittel als Investitions- 
ansteigt, werden wir nach der kapital unversteuert zurücklegen. 
Fertigstellung der 9 geplanten Wem aber innerhalb einer 5-Jah- 
Kraftwerke einen größeren Strom- resfrist nicht gebaut wird, muß 
mangel haben als jetzt. Dem der zurückgezahlt werden, 
größte Zuwachs liegt im Haus 
haltsbereich, bei den Elektro- Durch die Kombination öffentliche 
heizungen. Hand - Privatuntenehmen werden 
die VIW fast unanfechtbar. Sie 
Wie froh werden wir mit der "sau- geben sich als Dienstleistungs- 
beren" Energie? Am Ort des Ver- unternehmen, das einfach das tut, 
brauchs ist ja alles schön und was man ihm sagt. Die Durchset 
recht. Aber wo der Strom erzeugt zung der Projekte besorgt die 
wird .... Ein Blick in die III Landesregierung. LH Dr. Kessler: 
zwischen Vandans und Beschling "Ich bekenne mich zum konsequen- 
genügt. Wird im Winter das Strom- ten Ausbau der heimischen Wasser- 
defizit (hervorgerufen durch be- kraft." (Kapitalbeteiligung: 70% 
günstigte Elektroheizungen) durch Bund, 25% Land, 5% eine Schweiz. 
Strom aus dem Ausland oder Ober- Gesellschaft, Aufsichtsratvor- 
österreich ausgeglichen, stammt sitzender: Dr.Kessler). 
dieser aus Atomkraftwerken oder 
kalorischen Kraftwerken, den 
berühmten Dreckschleudern. Warum gibt es kein Spezialunter 
nehmen, das seinen Sim im St rom- 
Di e Lösung des Problems kam nie- sparen, in besserer Stromausbeute 
mals in der Verbauung aller noch sähe, wo der Fortschritt nicht in 
möglichen Flüsse liegen. Möglich- der Höhe der erzeugten kWh, sorr 
keiten lägen in verbesserter Iscr dem im eingesparten Stromver- 
lierung (besonders der Häuser mit brauch läge? Auch Stromsparen 
Baujahr 1945 - 1972), oder in der körnte Arbeitsplätze schaffen, 
verstärkten Forschung und Ent- Die Utopie liegt wahrscheinlich 
Wicklung auf dem Gebiet altema- nur darin, den Politikern eine 
tiver Heizsysteme. Man wird sich solche Änderung der Marschrich- 
ja auch etwas überlegen müssen, tung zuzumuten, 
wem alle Flüsse verbaut sind. 
Man körnte außerdem durch ein So geht's halt weiter, wie's bis- 
Verbot umweltschädigender und her ging - glaubt man. Freie 
stromfressender Produkte, wie es Fahrt für Energie um jeden Preis. 
z.B die Aludosen darstellen, viel Mit einer Leichtfertigkeit, die 
Strom einsparen. Mit dem Strom- erschreckt. So wurde beispiels 
verbrauch, der zur Erzeugung ei- weise behauptet, das Grundwasser 
ner Aludose benötigt wird, körnte bei Matscheis entstamme dem 
man sich ein ganzes Jahr lang ra- Rhein, dam der III - das Grund- 
sieren. Man kam sich aber auch wasser würde bei einem Kraft 
einen Bart wachsen lassen, ohne werksbau steigen, bis man 
eine Aludose zu kaufen. schließlich zugab, daß das Grund 
wasser sinken wird. Es gibt kein 
Die phantasielose und expansio- Alternativprojekt. Es gibt keinen 
nistische Energiepolitik ist am Plan, indem die verschiedenen 
Ende. Die Energieerzeugungs- und Interessen am Fluß abgewogen wä- 
-versorgungsuntemehmen sind Spe- ren. Auch der homo sapiens sa- 
zialungetüme, die so konstruiert piens lebt nicht vom Strom al- 
und mit rechtlichen Werkzeugen lein. Obwohl die Mängel am Pro- 
ausgestattet sind, daß sie mög- jekt immer deutlicher zu Tage
	        

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