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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-03

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-03

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-03
Veröffentlichungsjahr:
1986-03-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1986_03

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Titel:
Tonleiter auf

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-03
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kulturveranstalter - Die endgültig letzten Kriegsopfer
  • Wo blieb der Lektor?
  • Las Vegas - Ein Frühlingsfest
  • Eine einfache Geschichte
  • Ein Verlangen nach Liebe
  • Staberl und seine Jünger
  • Tonleiter auf
  • Tonleiter ab
  • Film Schnipsel
  • Frauengesprächskultur
  • Blintimus Blinksy
  • Der Literarische Beitrag: Markabere Mundartträume
  • Plattentipps

Volltext

Drei Musikschulen taten sich über 
ein Jahr lang zu einem gemeinsa 
men Projekt zusammen. Sie erar 
beiteten Wege und Veranstaltungen 
zur zeitgenössischen Musik, spe 
ziell für Musiklehrer, und er 
hielten dafür eine sowohl finan 
zielle als auch ideelle Würdigung 
dirch den Europarat anläßlich des 
Jahres der Musik. Ulrich Gabriel 
besuchte das Abschlußkonzert in 
Feldkirch, sprach über die Aktion 
mit Direktor Rudolf Hoch (Musik 
schule der Stadt Feldkirch) und 
machte sich seine Gedanken dar 
über: 
'Vlir haben alle Musiklehrer des 
Landes angeschrieben, sie auf 
merksam gemacht auf unsere Ver 
anstaltungen. Zun Kurs in Block 
flöte der sogar in drei Stufen 
angeboten wurde (Avantgarde: Ge 
org Mittermayr) ist von den 400 
Musiklehrem schließlich außer 
unseren eigenen keiner gekommen. 
In Vorarlberg denken die Musik 
lehrer zu technokratisch, Ton 
leiter auf und ab, für das Erle 
ben der Musik haben sie wenig 
Verständnis". So ernüchtert ist 
Rudolf Hoch nach Abschluß der Ko 
operative der Musikschulen Feld 
kirch, Vaduz und Buchs. Geboten 
wurden insgesamt 65 Kursabende 
für Instrumentallehrer, Vorträge 
mit angesehenen Fachleuten wie 
etwa Prof. Crepaz, Prof. Gerold 
Amam, oder Dir. Frauchiger (Kon 
servatorium Bern). Letztererist 
Autor der Bestseller: 'Vlas ist 
los mit der Musik" oder "Tote 
Menschen geben keine Wärme" (Zyt- 
glogge Verlag) und ein streitba 
rer und kritischer Beobachter des 
erstarrten Musiklebens. 
Das Interesse für den Blockflö 
tenkurs blieb symptomatisch für 
die ganze Reihe. Die drei Leiter 
der Musikschulen Rudolf Hoch, 
Florian Heeb (Werdenberg, Buchs) 
und an führender Stelle Josef 
Frömmelt (Vaduz) hatten über ein 
Jahr lang dieses Programm erar 
beitet. Es sollte die Möglich 
keiten Neuer Musik ausloten, Vor 
urteil sbeladenen Ohren neue Zu 
gänge schaffen, der Kommunikation 
unter den Lehrern und Schülern 
breiten Raum schaffen. Und neue 
Kommunikationsformen gibt es in 
der Neuen Musik in Hülle und Fül 
le. Da wird der Unterricht wieder 
lebendig, das Spielerische macht 
die Mühe der Technik vergessen, 
Lust und Neugier treiben die 
Spieler weiter. Musik wird ge 
spielt nicht getrichtert. Die 
Lust macht üben, die Neugier läßt 
weitersuchen. Die Musiklehrer 
Vorarlbergs nahmen 99 % dieses 
Angebots nicht wahr. Gewußt haben 
es alle. Zeit war über ein Jahr. 
Tonleiter auf, Tonleiter ab. 
" ft S' 
Dazu kommt hindernd der Aspekt 
der Musikschul-Landesliga. Wer 
hat die beste Musikschule? Wer 
macht die meisten Preise? Wer hat 
die meisten Wunderkinder? Wer hat 
die besten Schlußkonzerte? Die 
militante Musikleistung, der Kon 
formismus, die Konkurrenz, die 
Karriere bestimmen derzeit weit 
gehend das Musikschulleben, übri 
gens nicht nur Musikschulen lei 
den darunter, Gerold Amam hat 
schon vor Jahren im Rahmen einer 
Fortbildungsveranstaltung für 
AHS-Musikerzieher einen Vortrag 
gehalten mit dem Titel: "Die 
Schule als Phantasietötungsan- 
stalt". Diesen Phantasietötungs 
anstalten wollten wohl die drei 
Direktoren entgegenwirken. 
11 s 
* V, f. i . • 
Warum hat diese Idee eigentlich 
nicht das Konservatorium aufge 
griffen? Warum hat das Konserva 
torium nicht offiziell mitge 
macht? Dort werden doch jene Mu 
si klehrer gemacht, die später 
keinen FortbiIdungswillen mehr 
haben, die in konsequenter An 
wendung ihres Musikbeamtentums 
die klassisch/romantischen (Ton- 
Lei ter)Kenntnisse weiter als 
Kunst verkaufen. Man meint hier 
zulande, daß Musik beim weißen 
Hemd und beim sauber geputzten 
Instrument beginne. Man meint, 
wem man ein Volkslied brav 
rhythmisiert, es sei Jazz. Man 
meint vor allem, wem man einen 
Bach fehlerlos geklopft, gezupft 
oder geblasen hat, es sei Musik. 
Man verwechselt technische Vor 
gänge mit künstlerischer Leistung 
und beurteilt dam auch so (Bei 
spiel: Blasmusikwertungsspiele / 
Landesjugendsingen, Leobener Mu- 
sikwettbewerb). Man brüstet sich 
mit der hohen Anzahl von Musik 
schülern. 
Zurück zu Josef Frömmelt, Florian 
Heeb, Rudolf Hoch und den wenigen 
Interessierten. Sie waren auch 
über die fehlende Medienresonanz
	        

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