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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02
Veröffentlichungsjahr:
1986-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1986_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Titel:
Bludenz: "s'Städle für Dich und ..." - aber wo ist der Kultursaal, bitte?

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Bludenz: "s'Städle für Dich und ..." - aber wo ist der Kultursaal, bitte?
  • Oper/Oratorium/Kammerkonzert: 1. Kaputte Seelenwelt
  • Oper/Oratorium/Kammerkonzert
  • Oper/Oratorium/Kammerkonzert: 3. Die neuen Braven
  • Wer war Rudi D.?
  • Interview mit Hanns Dieter Hüsch
  • Film Schnipsel
  • Hoamatle?
  • Frauen-Studien

Volltext

Arbeiterheim 
Schwimmen 
statt 
Kultur 
Bürgermeister Wiedemam namte in 
einem Gespräch mit KULTUR vor al 
lem die große Verschuldung der 
Stadt BLudenz als Grund für den 
von ihm zuar schon längst ver 
sprochenen aber noch nicht begon 
nenen Ausbau des Riedni Iler- 
Saales. B's Ende 1988 müsse man 
beispielsweise mit rund 400 Mil 
lionen Sch'Lling Gesamtausgaben 
für das Spital rechnen, was das 
Budget, natürlich schwer belaste. 
Ein Murenabgang habe die Stadt 
sieben Millionen gekostet, und 
wenn das neue Bäderhygienegesetz 
nicht eine Umgestaltung des 
Schwimmbades mit Kosten in Höhe 
von 3,5 Mi 11 S fordern würde, wä 
re der Kultursaal seiner Meinung 
nach heuer oder im nächsten Jahr 
gebaut worden. Da kann man den 
Bludenzer Kleinkunstfreunden wohl 
nur raten, sich Schwimmflügel an 
zuschaffen. 
Wenig 
Freude mit 
dem 
^iedmiller- 
. D rojekt 
Bürgermeister Wiedemam findet 
aber von der Finanzierung abge 
sehen das RiedmiIler-Projekt 
nicht gerade eine glückliche Lö 
sung. Der Traun vom eigenen Kul 
tursaal, der mindestens 80 Mill. 
kosten würde, wird sich seiner 
Meinung nach in den nächsten 
zwanzig Jahren sicherlich nicht 
verwirklichen lassen, der 150 
Personen fassende RiedniIler-Saal 
wird aber gewiß auch nicht allen 
Ansprüchen gerecht werden können. 
Deshalb liebäugelte Bürgermeister 
Wiedemann beispielsweise mit dem 
Ankauf des ehemaligen Arbeiter 
heimes an der III, wobei ihm aber 
die ÖBB zuvorgekommen ist, die in 
dem Gebäude ein großes Baubüro 
einrichten wird, das für den 
zweigleisigen Ausbau der Strecke 
Feldkirch-Bludenz benötigt wird. 
Angesichts der "gesichtslosen" 
Fassade des Arbeiterheimes muß 
man allerdings beinahe froh sein, 
daß dieses Kulturzentrum verhin 
dert wurde. 
Wie geht’s 
mit der 
REMISE 
weiter? 
Nachdem sich eine aus Kulturirr 
teressierten bestehende "Initia 
tive Riednillerpark" gebildet hat 
und Vertreter aller Parteien eine 
Resolution an den Bürgermeister 
zwecks Errichtung des Kultursaals 
gerichtet haben, hat man sich nun 
doch erste Schritte überlegt. 
Zwar wurden die für die Erstel 
lung eines Gesamtraunkonzeptes 
und für die Inangriffnahme des 
Baus geforderten 1,3 Millionen S 
Riedniller-Remise 
nicht ins Kulturbudget aufgenom 
men, dafür hat man aber bei einer 
Begehung des Areals erstmals den 
tatsächlichen Ist-Bestand festge 
stellt. Außerdem wurden die drei 
Bludenzer Architekten Bruno Spa- 
golla, Anton Kuthan und Richard 
Nikolussi gebeten, kostenlos ein 
Grundkonzept zu erstellen. Die 
Architekten sind sich zunindest 
in einem Punkt einig - ein be 
achtlicher Teil der WIGE-Eirr 
richtungen ist für einen Kultur 
saal unbrauchbar. Architekt Spa- 
golla meint, außer den Klosett 
anlagen müßte der Großteil abge 
rissen werden. Außerdem sind die 
drei Fachleute auch der Meinung, 
daß ein sinnvoller Ausbau in etwa 
3 bis 4 Millionen Schilling ko 
sten werde, Architekt Kuthan 
meint, daß unter 2 Millionen 
überhaupt nichts zu machen sei. 
Dem schließen sich - im Gegen 
satz zu einer kleineren Variante 
die 700.000 bis 1 Mill. kosten 
würde - auch einige Mitglieder 
des Kulturbeirats und die meisten 
Kulturveranstalter an. 
Dieses Geld ist laut Bürgermei 
ster Wiedemann aber momentan si 
cherlich noch nicht vorhanden, 
und er sieht auch für 1987 kaun 
eine Möglichkeit für die Verwirk 
lichung der größeren Variante. 
Allerdings muß ihm aber auch klar 
sein, daß die jetzige Situation 
für einige kleine Kulturveran 
stalter, die sich ständig auf der 
Suche nach geeigneten Räumlich 
keiten befinden oder gleich in 
die Nachbargemeinden ausweichen, 
auf Dauer existenzgefährdend ist. 
Und Bludenz zur "Kulturwüste" zu 
machen, kann ja schließlich nicht 
im Sirm des "Städtle für Dich und 
mich" sein.
	        

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