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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02
Veröffentlichungsjahr:
1986-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1986_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Titel:
Bludenz: "s'Städle für Dich und ..." - aber wo ist der Kultursaal, bitte?

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-02
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Bludenz: "s'Städle für Dich und ..." - aber wo ist der Kultursaal, bitte?
  • Oper/Oratorium/Kammerkonzert: 1. Kaputte Seelenwelt
  • Oper/Oratorium/Kammerkonzert
  • Oper/Oratorium/Kammerkonzert: 3. Die neuen Braven
  • Wer war Rudi D.?
  • Interview mit Hanns Dieter Hüsch
  • Film Schnipsel
  • Hoamatle?
  • Frauen-Studien

Volltext

pachtete die WIGE von der Stadt 
Bludenz zur Errichtung des oben 
erwähnten Zentrums. Die WIGE ver 
anstaltete nämlich alljährlich 
ein "Städtlefest" in der Alt 
stadt, das öfters verregnet wur 
de, weshalb man auf dem Riednil- 
ler-Areal ein Zelt mit ca. 20 m 
Durchmesser und fünf bis sechs 
Meter Höhe errichten wollte, um 
gegen die Unbilden des Wetters 
gefeit zu sein. Nachdem man von 
dem ursprünglich geplanten fix 
aufgestellten, permanenten Fest 
zelt wieder abgekommen war, kam 
die Sache nie so recht ins Lau 
fen, und die gesetzten Aktivitä 
ten in Form von Bierfesten er 
wiesen sich mangels Publikunsin- 
teresse als finanzielle Flops. 
Von den hochtrabenden Plänen 
blieb nichts übrig als Schulden. 
Die 
^andes- 
subvention 
Ganz untätig war die WIGE aller 
dings nicht. In die zur Ccmploj- 
Villa gehörende Remise baute man 
eine vollkommen überdimensio 
nierte Großküche und Klosettan 
lagen, und der Zeltplatz wurde 
asphaltiert. Insgesamt wurden 
rund 4,7 Millionen Schilling in 
das Projekt gesteckt. Auch das 
Land Vorarlberg wurde zur Kasse 
gebeten - in Form eines Landes 
beitrags "für die Errichtung ei 
nes Kultursaales mit Bühne auf 
dem RiedniIler-Areal." Am 15. 
Nov. 1983 beschloß die Landesre 
gierung, insgesamt 16 / der Saal 
kosten inklusive einem Grundko 
stenanteil von 47 %, insgesamt 
744.327,66 S, im Sinne der Richt 
linien für die Förderung von Kul 
tursälen zu gewähren. Die WIGE 
erhielt 1983 50.000 Schilling und 
1984 250.000 Schilling unter 
Nachweis des Verwendungszweckes, 
wobei man sich angesichts der 
heutigen Verhältnisse schon fra 
gen muß, ob die durchgeführten 
Arbeiten tatsächlich im Sinne des 
Subventionsgebers sein können. 
Hier scheint sich einiges im 
Dunstkreis der Legalität abge 
spielt zu haben, zumindest be 
stätigte WIGE-Obmarm Habicher in 
einem Brie* an den Verein Denk 
mal, daß es der WIGE nicht unbe- 
cingt um einen Kultursaal ging. 
Originaltext:" ... gedacht war an 
einen Allzweckraun für die Mit 
glieder der WIGE, den man eventu 
ell auch '‘ür kulturelle Veran 
staltungen verwenden könnte. Die 
WIGE hat nie behauptet, einen 
reinen Kultursaal zu bauen, dazu 
fehlen auch die Mittel." All— 
zveckräune für WIGE-Mitglieder 
sind in den Richtlinien für die 
Förderung von Kultursälen jeden 
falls nicht vorgesehen, dafür 
aber Rückforderungsmöglichkeiten 
für zu Unrecht bezogene Beiträge. 
Die Stadt 
übernimmt 
die Subvention 
und die 
Misere 
Nachdem die WIGE-Pläne völlig da 
nebengegangen sind und all ihre 
Investitionen nichts gefruchtet 
haben, wandte man sich an die 
Stadt Bludenz, die die Schulden 
der WIGE in Höhe von 540.000 
Schilling sowie das RiedniIler- 
Areal wieder übernahm. Laut Bür 
germeister Heinz Wiedemann ge 
schah dies deshalb, weil durch 
das Scheitern des Projektes der 
Bestand der WIGE gefährdet gewe 
sen wäre. Nachdem die Stadt Blu 
denz mit der WIGE vereinbart hat 
te, daß sie die Errichtung des 
Kultursaales selbst zu Ende füh 
re, wurde "der noch offene Lan 
desbeitrag für die Errichtung ei 
nes Kultursaabes auf dem Ried 
miller-Areal in Bludenz" in Höhe 
von 444.327,66 Schilling an die 
Stadt Bludenz überwiesen. Und 
zwar 300.00G S '985 und 
144.327,66 im Jänner 1986. Soweit 
die Auskunft des Landes an 
KULTUR, wobei festgestellt wurde, 
daß auch der Verwendungszweck 
nachgewiesen worden sei. 
Nur, wo ist der Kultursaal? 
Bürgermeister Wiedemann macht 
kein Hehl daraus, wozu die Lan- 
dessubvention verwendet wurde - 
3CO.OOO,— zur Abdeckung der von 
der WIGE her stammender: Schulden 
und mit der letzten Fate 'wurde 
eine Rücklage gebileet, die 
entweder direkt für den Riednil- 
ler-Saal oder für eine andere 
Saal Lösung verwendet wird. Ob 
dies im Sirme des Subventionsge 
bers ist, wird die Kantrollab- 
teilung im Amt der Vorarlberger 
Landesregierung anläßlich der 
Einschau in die Finarzgebarung 
der Stadt Bludenz festzustellen 
haben. 
5 
Comploj-Villa
	        

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