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Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-01

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-01

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Kultur
Untertitel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Verein KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-01
Veröffentlichungsjahr:
1986-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz310869048_1986_01

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Titel:
Ein Glück kommt selten allein

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kultur
  • Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft 1986-01
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Gorrfried Berchtold: Lichtsteine
  • Interview mit Dietmar Schönherr
  • Little John und die Westkräfte
  • Kolumne: Das politische Buch
  • Satire: Blintimus Blinsky
  • Magazin
  • Ein Glück kommt selten allein
  • Filmschnipsel
  • über Kurt Bracharz
  • Der literarische Beitrag
  • Monatsprogramm
  • Ausstellungen
  • PROGRAMME
  • Die vorletzte Seite

Volltext

Ein Glück kommt 
selten allein.... 
van Unglück ganz zu schweigen. 
Gottfried Bechtold hat nämlich 
noch einen zweiten Wettbewerb 
gewonnen, und auch hier gibt's 
Probleme. 
Das Staatliche Hochbau- und Uni 
versitätsamt in Konstanz veran 
staltete einen Wettbewerb zur 
künstlerischen Gestaltung des 
Wassersportbereiches der Univer 
sität Konstanz. Bechtold ging im 
März 1985 als Sieger aus einem 
beachtlichen Teilnehmerfeld her 
vor, die Ausführung des Projekts 
ist aber umstritten. 
Dabei geht's im Gegensatz zum 
Konferenzzentrum-Projekt nicht 
um die Finanzierung - es handelt 
sich allerdings auch "nur" an 
ca. 100.000 Mark - sondern um 
die Belange des Bodenseefi 
schereiverbandes. Da sich das 
Objekt im See befindet, haben 
nämlich viele Berhörden und Äm 
ter ein Mitspracherecht, und in 
diesem Fall fürchten die Fischer 
um einige recht gute Fischlaich 
plätze in diesem Gebiet. Man hat 
Bedenkem, das Kunstwerk könnte 
zu viele Interessierte anlocken 
und die Schuppentierchen bei 
ihrer Fortpflanzungstätigkeit 
stören. Ein Arganent, das nicht 
ganz stichthaltig erscheint, da 
dieser Bereich jetzt schon von 
den Wassersportlern der Univer 
sität genutzt wird. 
Architekt Burkhard Beyerle sieht 
als Vertreter des Bauherrn auch 
gute Chancen für das Projekt, 
wenngleich sehr viele Instanzen 
zu befragen seien. Die Gegenar 
gumente seien nicht gravierend, 
und das Ganze befinde sich noch 
im Anhörungsverfahren. Was die 
Laichplätze betrifft, plant man, 
an der Skulptur eine Plakette 
anzubringen , die den Wasser 
sportlern ein Einfahrtsverbot in 
das Naturschutzgebiet signali 
sieren soll. 
Bleibt nur die Frage, ob sich 
die Bodenseefischer damit zu 
frieden geben, worauf man nicht 
nur Bechtold zuliebe hoffen muß. 
Dem der Künstler hieße nicht 
Bechtold, wem er nicht einigen 
Hintersim in das Projekt gelegt 
hätte. Es handelt sich dabei an 
einen Bronzeabguß des eiförmigen 
Findlings aus der Gletschermühle 
am Maloja-Paß im schweizerisch 
italienischen Grenzbereich. Von 
dort aus körnte er aus ca. 3000 
Metern theoretisch in den Boden 
see rollen - der nächste Stein 
in seiner Art würde bereits ins 
Mittelmeer rollen. 
Bechtold möchte weit auseinan 
derliegende Dinge zusammenbrin 
gen: Fels-trocken-hoch mit Was 
ser-naß-tief. Der auf einem 
Stahlpiloten im See ruhende 
"Stein" - er "schwebt", da er 
sich dem Wasserstand gemäß ver 
schieben läßt - ist für Bechtold 
aber auch ein Sinnbild für die 
Absurdität und Künstlichkeit im 
Sport. Wollten die Sportler die 
Rekordjagd fortführen, so hieße 
dies, daß irgendeinmal irgend 
wer die 100 Meter in null Sekun 
den laufen, oder 100 Meter hoch 
springen müßte, um wieder einen 
neuen Rekord aufzustellen, und 
dazu die Schwerkraft überlisten 
müßte - wie Bechtolds "Stein".
	        

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