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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort
Untertitel:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Veröffentlichungsjahr:
1989-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
Schrifttum

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Volltext

enthält der Straßburger Druck nur die „Gmündner 
Kaiserchronik". Graf kann von der L Ausgabe 26 Exem 
plare nachweisen, von der 2.Ausgabe 48, von der 3. Aus 
gabe 12 und von der 4. Ausgabe 23 Exemplare. Soweit es 
möglich war, geht Graf der Geschichte dieser einzelnen 
110 erhaltenen Exemplare nach und gewinnt einige 
Erkenntnisse zur Lirerrezeption. Allerdings ist mit einer 
hohen Verlustquote zu rechnen. Es gibt keine typische 
Käuferschicht, die Drucke sind, wie andere auch, in den 
Händen von Adligen, Geistlichen, Gelehrten und Bür 
gern. 
Der zweite und zugleich umfangreichste Hauptteil ist 
Thomas Lirers „Schwäbischer Chronik" gewidmet, die 
zwischen 1460 und 1485 entstanden ist. Ihr anonymer 
Verfasser, der sich hinter dem Pseudonym Thomas Lirer 
verbirgt, war ein Schreiber im Umkreis der Grafen von 
Montfort-Tettnang. Die Spekulationen, der Verfasser 
könnte mit dem gleichnamigen Bauern aus Altach 
identisch sein, die Eugen Thumher im Verfasserlexikon 
noch einmal festgeschrieben hat, sind endgültig wider 
legt. Die „Schwäbische Chronik" ist ein Stück Adelsli 
teratur, sie wendet sich an eine ritterliche Leserschaft, 
es geht um Kampf und Fehde, Frömmigkeit, Bildung, 
Frauendienst, den Geblütsgedanken, Heraldik und Ehre, 
Schlachten-Memoria, Adelsnachweis durch Adelsliste, 
Römerherkommen, genealogische Aufzeichnungen und 
Stifterchroniken. Graf vertritt die These, den Autor im 
Umfeld der Rittergesellschaft St, Jörgenschild zu su 
chen. Es ist sicherlich zu früh, jetzt schon Namen in 
Vorschlag zu bringen. Aber seinem Typus nach dürfte 
der Verfasser ganz jenem Johannes Hugonis de Montfort 
(um 1440 - um 1505) entsprechen, den Alois Nieder- 
stätter in „Kunst und Kultur um den Bodensee", der von 
Emst Ziegler herausgegebenen Festgabe für Eduard Hin 
delang, vorgestellt hat (Sigmaringen 1986, S 99-110) . 
Graf bemüht sich in seinem zweiten Hauptteil um 
eine eingehende Analyse der „Schwäbischen Chronik", 
die er in 17 Abschnitte einteilt (vgl. dazu den Gesamt 
überblick mit den entsprechenden Kurztiteln). Als Vor 
lage benutzte „Lirer" die Kaiserchronik und das „Buch 
der Märtyrer". Wie Graf nachweist, handelt es sich bei 
der „Schwäbischen Chronik" weder um eine Schelmen- 
stück noch auch, wie gelegentlich vermutet wurde, um 
einen Schlüsselroman, der tatsächliches Geschehen ab 
sichtlich chiffriert. Eher handelt es sich um einen 
„Ritterspiegel", der in der Nähe gelehrt-humanistischer 
Geschichtswerke liegt, für die der ciceronische Leitsatz 
„Historica magistra vitae" gilt. 
Bemerkenswert erscheint auch die von Graf vorge 
nommene Einstufung des Werkes als eine schwäbische 
Landeschronik: als landesgeschichtliches Werk steht 
sie der im dritten Hauptteil untersuchten Gmünder 
Kaiserchronik gegenüber. „Während für die Gmünder 
Kaiserchronik und ihre Fortsetzungen das Reich' 
die . .. Bezugsgröße darstellt, bezieht sich die Schwäbi 
sche Chronik auf das ,Land' Schwaben" (S. 226). In 
einem vierten Hauptteil äußert sich Graf „Zu den 
Anfängen der würtembergischen Landesgeschichts 
schreibung". 
Graf hat sich mit seiner Arbeit um die Einordnung 
eines bisher kaum verstandenen Werkes der Vorarlber 
ger Literaturgeschichte verdient gemacht und erstmals 
auch in einem größeren Rahmen versucht, „Lirer" 
selbst zu interpretieren. Hier wird man wohl über viele 
Einzelheiten noch diskutieren müssen und entschei 
dende Fortschritte wohl erst erzielen, wenn einmal eine 
moderne Übersetzung Lirers vorliegt. Diese ist und 
bleibt ein ganz wesentliches Desiderat der künftigen 
Lirerforschung. Grafs Analysen und Interpretationen 
sind aber bereits ein wesentlicher Schritt in Richtung 
auf eine solche Übersetzung. Durch ein ausführliches 
Literaturverzeichnis und ein verläßliches Register emp 
fiehlt sich die Arbeit von Graf, die viele der bisherigen 
Probleme einer Lösung zuführt, als eine solide Grundla 
ge für alle künftigen Lirerforschungen. 
Karl Heinz Burmeister 
Neujahrsblatt 30 des Museumsveieins Lindau, 
Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum, hg. 
vom Museumsvereins Lindau. - Lindau 1989. 
208 S. 
Zum hundertjährigen Bestehen des Museumsvereins 
Lindau - gegründet am 25. Jänner 1889 - erschien 
unlängst sein 30. Neujahrsblatt. Aus Anlaß dieses 
Jubiläums beschäftigt sich der erste Abschnitt ausführ 
lich mit der Geschichte des von Pfarrer Gustav Rein 
wald, Bürgermeister Oskar von Lossow und anderen 
Lindauer Bürgern ins Leben gerufenen Vereins und 
seiner Aktivitäten bis in die Gegenwart Auf seine 
Initiative geht nicht nur die Gründung des Städtischen 
Museums^ heute im „Haus zum Cavazzen" unterge 
bracht, zurück, sondern auch ein beträchtlicher Teil der 
Forschungen zur Lindauer Stadtgeschichte, Allein 
schon die Zusammenstellung der Vorträge - zum Teil 
mit überregionalen Themen -, der Lesungen und Stu 
dienfahrten illustriert die Bedeutung des Vereins für das 
Lindauer Kulturleben. 
Der zweite Abschnitt des Neujahrsblattes von Thad 
däus und Gisela Steiner hat die Zinsbücher des Frauen 
stift-Konvents Lindau von 1360 und 1430 zum Inhalt. 
Die beiden Handschriften, deren Texte hier sorgfältig 
ediert, kommentiert und durch ein ausführliches Orts-, 
Personen- und Sachregister erschlossen werden, befin 
den sich heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv Mün 
chen. Sie sind als Quellen nicht nur für die Geschichte 
des Stifts und der Stadt Lindau sowie ihres Umlandes 
von Bedeutung, sondern weisen auch auf Beziehungen 
zur Vorarlberger Nachbarschaft. Aus Personennamen 
ist etwa auf Zuwanderungen aus Bregenz, Höchst, 
Fußach, Dornbirn, Feldkirch, Bezau, Bizau und Möggers 
zu schließen. (S. 171). Eingehend untersucht werden 
auch die in den Zinsbüchem genannten Mühlen: die 
Achmühle, die Stegmühle, die Lorenzmühle, die Spital 
mühle, die Stiftsmühlen und die Mühle ze der Aiche in 
Reutin. 
Alois Niederstätter 
216
	        

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