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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort
Untertitel:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Veröffentlichungsjahr:
1989-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
Schrifttum

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Volltext

Schrifttum 
Die Bischöfe von Konstanz, hg. v. Eimai L. 
KUHN, Eva MOSER, Rudolf REINHARDT und 
Petra SACHS. Bd. I: Geschichte, 504 S.; Bd. II: 
Kultur, 276 S. Friedrichshafen, Verlag Robert 
Gessler 1988. 
Über das - nach geographischer Ausdehnung und See 
lenzahl - größte Bistum im Heiligen Römischen Reich 
deutscher Nation, das die Südhälfte von Baden, zwei 
Drittel von Württemberg, Hohenzollem, die Nordost 
schweiz, Teile des Allgäus und auch das nördliche 
Vorarlberg umschloß, herrschten die Konstanzer Bi 
schöfe über 1200 Jahre. Diesen Zeitraum von der Grün 
dung des Bistums um 600 bis zu seiner Aufhebung 
durch die päpstliche Bulle „Provida solersque" im Jahre 
1821 hätte man in einer Aneinanderreihung von Le 
bensbildern der einzelnen Bischöfe darstellen können 
In den beiden vorliegenden Bänden wird zwar nicht auf 
die Personengeschichte verzichtet - sie wird in einem 
Überblick über die politische Geschichte des Bistums 
sowie anhand ausgew'ählter Viten bedeutender Bischöfe 
gebührend berücksichtigt -, daneben wird aber das 
spezifisch kirchengeschichtliche Thema auch unter ver- 
waltungs-, sozial-, wirtschafts- und kunstgeschichtli 
chen Aspekten beleuchtet. Zu diesem Zweck haben die 
Herausgeber der beiden Bücher, der Stadtarchivar des 
Bodenseekreises Elmar Kuhn und seine Mitarbeiterin 
nen Eva Moser und Petra Sachs sowie der Tübinger 
Kirchenhistoriker Rudolf Reinhardt, insgesamt 58 Auf 
sätze von 44 Autoren zusammengestellt. Dabei handelt 
es sich bis auf die Arbeiten von Helmut Maurer jiiber 
die Anfänge des Bistums sowie über den heiligen Kon- 
rad), Konstantin Maier (über die Diözesansynodenj, 
Anneliese Müller (über die Besitzgeschichte des Hoch- 
stiftsj und Arno Borst (über Bischof Diethelm von 
Krenkingen), die gekürzte oder revidierte Nachdrucke 
früherer Publikationen sind, um Originalbeiträge. Da 
die einzelnen Aufsätze kaum oder gar nicht Bezug 
aufeinander nehmen, sind sie auch unabhängig vonein 
ander gut lesbar und verständlich. Daß bei einer solchen 
Vielzahl von Autoren die Meinungen und Wertungen 
über historische Persönlichkeiten und deren Wirken 
differieren, etwa bei Rudolf Reinhardt (Bd. I, S. 30), 
Konstantin Maier (Bd. I, S. 96ff) und Alfred A, Strnad 
(Bd, I, S. 396ff) über Bischof Markus Sittich von Hohen 
ems, ist durchaus reizvoll und spiegelt nur den Fluß der 
Forschung wider. Was den Aufbau anbelangt, so sind die 
Beiträge des ersten Bandes durch Überschriften zu 
Gruppen zusammengefaßt: Einem historischen Über 
blick folgen Beiträge, die unter den Begriffen „Bistum" 
sowie „Hochstift" subsumiert werden, es schließen sich 
Aufsätze über das Domkapitel und die Territorien des 
Hochstifts an, einzelne biographische Skizzen beenden 
den Band. Einleitende Bemerkungen der Herausgeber - 
etwa über das Konzept des Buches — fehlen. Im zweiten 
Band hat man eine Strukturierung durch Überschriften 
unterlassen. Diesem Band vorangestellt ist eine kurze 
Einführung über 1200 Jahre Konstanzer Bischofsge 
schichte von Rudolf Reinhardt. Ansonsten befassen sich 
210 
die Beiträge dieses Bandes allesamt mit der Kulturge 
schichte des Bistums, das heißt mit dem Wirken der 
Bischöfe und des Domkapitels als Auftraggeber und 
Mäzene von Kunst, Literatur und Musik. 
Daß die beiden Bände im fahr des 1000jährigen 
Jubiläums von Meersburg erschienen sind, hat seinen 
Grund: 1526 zog der Bischof zur Demonstration seiner 
Macht aus der Reichsstadt Konstanz aus, die sich der 
Reformation zwinglischer Prägung angescblossen hatte, 
und ließ sich auf der Meersburger Burg nieder. Was 
zunächst nur als Provisorium gedacht war, blieb eine 
ständige Einrichtung: Die Meersburg diente seitdem für 
über 200 Jahre als fürstbischöfliche Residenz und wurde 
erst im 18. Jahrhundert durch den unter Bischof Johann 
Franz von Stauffenberg (1704-1740) begonnenen und 
unter Bischof Franz Konrad von Rodt (1750-1775) 
vollendeten Bau des Neuen Schlosses in dieser Funktion 
abgelöst. 
A propos Macht der Konstanzer Bischöfe: Ihre politi 
schen Entfaltungsmöglichkeiten waren begrenzt, zum 
einen aufgrund des - verglichen mit dem riesigen 
geistlichen Amtsbezirk - winzigen Territoriums, über 
das die Bischöfe als Reichsfürsten herrschten, zum 
anderen aufgrund der Abhängigkeit von Habsburg, des 
sen vorderösterreichischen Länder die bischöflichen 
Territorien umgaben. Diese relative Bedeutungslosig 
keit konnten die Bischöfe, wie Bernd Wunder in seinem 
Beitrag zeigt („Der Bischof im Schwäbischen Kreis", 
Bd. I, S. 189-198), im 17. und 18. Jahrhundert dureb 
ihre Stellung als ausschreibende Fürsten im Schwäbi 
schen Kreis teilweise kompensieren. Im 16. Jahrhundert 
waren die Bischöfe jedoch ganz auf den Schutz des 
mächtigen Österreichs angewiesen, zumal nachdem 
Württemberg, große Teile der Eidgenossenschaft sowie 
bedeutende Reichsstädte, darunter eben auch Konstanz, 
zur Reformation übergetreten waren. Dies hatte zur 
Folge, daß das Haus Österreich zeitweise den Bischofs 
stuhl wie eine von ihm zu vergebende Pfründe, etwa an 
einen unehelichen Sohn Erzherzog Ferdinands II. (An 
dreas von Österreich, Bischof 1589-1600) oder verdien 
te Anhänger, verleihen konnte. 
Zu den letzteren zählen Dr. Christoph Metzler aus 
Feldkirch (Bischof 1548-1561) sowie Markus Sittich 
von Hohenems (Bischof 1561-1589), zwei der - neben 
Bischof Rudolf von Montfort-Feldkirch (1322-1334) - 
insgesamt drei Konstanzer Bischöfe aus Vorarlberg. 
Metzler und von Hohenems repräsentieren zwei völlig 
konträre Bischofstypen: Metzler, von bürgerlicher Her 
kunft, Doktor der Theologie und der Rechte, vor seiner 
Wahl zum Bischof Offizial und Generalvikar des Bis 
tums, von - wie die Zeitgenossen rühmten - „unbe 
scholtenem" Wandel, bemühte sich im wirtschaftli 
chen Bereich um die Sanierung des katastrophal ver 
schuldeten Bistums, leitete aber auch mit der Markdor- 
fer Diözesansynode 1549, Visitationsreisen seines Ge 
neralvikars und seiner persönlichen Teilnahme am 
Trienter Konzil 1551/52 die geistliche Erneuerung des 
Bistums ein. Markus Sittich von Hohenems wollte 
ursprünglich Condottiere werden, entschied sich aber, 
nachdem sein Onkel Giovan Angelo de' Medici als 
Pius IV. den Papstthron bestiegen hatte, für eine kirchli-
	        

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