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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort
Untertitel:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Veröffentlichungsjahr:
1989-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Gisinger, Arno
Titel:
Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
Beteiligte Personen:
Gisinger, Arno

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Volltext

Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"? 
DIE EREIGNISSE IM VORFELD DES 1. MAI 1945 UND DIE FRANZÖSISCHEN LUFTANGRIFFE AUF BREGENZ 
VON ARNO GISINGER 
„Trotz der Verhandlungen zwischen den Parla 
mentären des Roten Kreuzes und dem deutschen 
Kommando, die die ganze Nacht andauerten, 
wurden die französischen Bedingungen nicht er 
füllt. Die unvermeidbare Folge waren Artillerie 
beschuß und Bomben. Diese harte Kriegsmaßnah 
me fiel uns gerade bei der schönen alten Boden 
seestadt Bregenz besonders schwer." 1 
So resümierte der damalige General des franzö 
sischen I. Armeekorps - und damit Leiter des 
Einmarsches der französischen Truppen in Vor 
arlberg - E. M. Bethouart in seinen Memoiren die 
Ereignisse des 1. Mai 1945 in Bregenz. Aus seiner 
Aussage wird deutlich, daß sich der Luftangriff 
auf Bregenz in mancher Hinsicht von anderen 
Angriffen unterschied. Es handelte sich - wie bei 
fast allen Einsätzen der französischen Luftwaffe 
- um einen taktischen Angriff zur Unterstützung 
der Bodentruppen. Das Besondere daran war, daß 
der Angriff durch sinnlosen Widerstand geradezu 
provoziert wurde, daß es zahlreiche Versuche gab, 
ihn zu verhindern, und daß die Folgen von franzö 
sischer Seite nachträglich ausdrücklich bedauert 
wurden. 2 
In der Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung 
ist den Geschehnissen bei Kriegsende immer 
wieder besondere Aufmerksamkeit geschenkt 
worden. Der „Kampf um Bregenz" 3 wird dabei oft 
als jenes Ereignis gesehen, das Vorarlberg noch im 
letzten Augenblick in Kriegshandlungen verwik- 
kelte 4 , und das die nationalsozialistische Herr 
schaft „nach dem Willen des Tiroler Gauleiters 
Hofer, seiner fanatischen Kreisleiter und des Ar 
meekommandanten Kesselring am 1. Mai 1945 in 
zerstörender Beschießung" 5 enden ließ. 
Auch in jenen Publikationen, die die Ereignisse 
und ihre Vorgeschichte ausführlich behandelt 
haben, sind einige Fragen unbeantwortet geblie 
ben. So konnte nicht mit Sicherheit festgestellt 
werden, durch welche Art von Angriffen Bregenz 
getroffen wurde, ob überhaupt Bomben abgewor 
fen wurden, und wenn ja, welche. 6 Weiters speku 
lierte G. Schelling über das Gerücht eines mögli 
chen und geplanten „Bombenteppichs über Bre 
genz". 7 Immer wieder wurde auch die Frage ge 
stellt, wem oder welchen Umständen es letztend 
lich zu verdanken war, daß die Angriffe relativ 
rasch eingestellt wurden. 8 
Und schließlich deutete H. Walser in der jüng 
sten Arbeit zu diesem Fragenkomplex an, daß die 
Ereignisse des 1. Mai nur sehr schwer rekonstru 
ierbar wären und ob nicht hier möglicherweise 
„falsche Ehrungen" verteilt wurden. 9 
Tatsächlich gibt das besondere Interesse der 
Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung an den 
letzten Kriegstagen zu denken. Dieses „epische 
Finale" 10 - wie M. Pichler es genannt hat - soll 
hier deshalb nicht noch einmal verlängert wer 
den. Vielmehr soll mit Hilfe von Akten der 
französischen Luftwaffe einmal die „andere Sei 
te" beleuchtet werden, um die oben angeschnitte 
nen Fragen zu beantworten und die Ereignisse des 
1. Mai 1945 in die richtige Dimension zu stellen. 
Dazu ist es zunächst notwendig, auf den Gesamt 
zusammenhang der Geschehnisse einzugehen, 
die Vorgeschichte des französischen Einmarsches 
in Vorarlberg sowie die Rolle der Lufwaffe beim 
Vormarsch durch Süddeutschland zu beschrei 
ben, um dann genauer die Ereignisse des 1. Mai zu 
betrachten. 
Nach der Befreiung des Landes war es Frank 
reich gelungen, unter General de Gaulle relativ 
rasch wieder eine Armee aufzustellen und damit 
auch seine Großmachtansprüche gegenüber den 
anderen Alliierten geltend zu machen. Dazu war 
es jedoch notwendig, Gebiete des Deutschen 
Reiches zu erobern. So entstand ein „Wettlauf" 
mit den Amerikanern beim Vormarsch durch den 
süddeutschen Raum, besonders als die französi 
schen Truppen in Deutschland den Befehl erhiel 
ten, möglichst rasch die Gebiete Tirols und Vor 
arlbergs zu erreichen. 11 
Die französische I. Armee unter General de 
Lattre de Tassigny verfügte über zwei Armee 
korps: Das I. Armeekorps (1 er C.A.j unter General 
Bethouart bestand aus der 5. Panzerdivision 
(5 e D.B.), der 4. Marokkanischen Infanteriedivi 
sion (2 C D.I.M.) sowie einer Einheit Marokkani 
scher Tabors und einem Stoßtrupp (Colonel Gam- 
biez). Das II. Armeekorps verfügte über die 
1. Panzerdivision (T 2r 'D.B.|, die 3. Algerische 
Division sowie über die 9. Kolonialdivision (In 
fanterie). 12 
Nachdem die französischen Truppen Ende 
März den Rhein überschritten hatten, gelang ihr 
Vormarsch in den Bodenseeraum aufgrund der 
geringen Gegenwehr der sich zurückziehenden 
201
	        

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