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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort
Untertitel:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Veröffentlichungsjahr:
1989-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Burmeister, Karl Heinz
Titel:
Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
Beteiligte Personen:
Burmeister, Karl Heinz

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Volltext

im Rreis Pisek jßöhmen). Er stammte aus einer 
alten Rabbinerfamilie, hatte in Prag studiert und 
war als 38jähriger Mann 1829 nach Hohenems 
berufen worden. Im Sommer 1830 hatte er sein 
Amt dort angetreten. Im Mai 1833 ging er als 
Kreisrabbiner nach Pilsen. Er wird als ein hervor 
ragender Prediger gerühmt. 13 
Amschel (latinisiert Angelus) Kafka war mit 
Maria Lederer verheiratet, mit der er fünf Söhne 
und sieben Töchter hatte. Einige dieser Kinder 
wurden erst in Hohenems geboren. 14 
Elias Klein erteilte diesen Unterricht unent 
geltlich. Allerdings fand er nicht nur durch den 
Rabbiner Kafka, sondern auch durch andere Per 
sönlichkeiten vielfache Unterstützung, indem sie 
ihm unentgeltliche Kostplätze zur Verfügung 
stellten. Über den Leumund des Elias Klein gab es 
nichts zu klagen. Im Gegenteil: der Vorsteher 
Josef Löwenberg (1774-1839) und die Gemeinde 
ausschußmitglieder Markus Bernheimer 
(1779-1858) und Ephraim Löwengart 
(1795-1868) bestätigten: „Das Betragen dessel 
ben war immer redlich und in jedem Betrachte 
gut, er hat auch nebst seinem Heymatschein die 
besten Zeugnisse, nemlich von den K. K. Magi 
straten zu Wien und Botzen. Nur armseliger Neid 
kann ihn daher verleumdet haben wegen vorgeb 
licher Unterrichtsertheilung. Auch hat derselbe 
bei einem hiesigen Gemeindangehörigen f. 300,- 
verzinslich und sicher angelegt stehen, daß mit 
hin die Gemeinde selbst, im nicht zu hoffenden 
Fall, daß er krank würde, gesichert ist, daß er 
auch dann niemanden zur Last falle." 15 
Auf Grund einer solchen Anzeige hatte näm 
lich das Kreisamt in Bregenz im April 1831 eine 
amtliche Untersuchung gegen Elias Klein einge 
leitet, weil er als Ausländer Unterricht in hebräi 
scher Sprache erteile. Die Gemeinde stellte sich 
jedoch voll und ganz hinter Elias Klein. Dennoch 
wies das Kreisamt noch am 4. Juli 1831 das 
Landgericht Dombim an, „strenge zu wachen, 
daß Elias Klein keinen unbefugten Unterricht in 
Hohenems ertheile." 16 
Darüber hinaus wurde auch der Rabbiner Am 
schel Kafka gemaßregelt: er gebe ein übles Bei 
spiel, wenn er auch nur den Schein erwecke, seine 
eigenen Kinder durch einen dazu unberechtigten 
Ausländer unterrichten zu lassen. 17 
Man muß das Vorgehen des Kreisamtes in 
Verbindung bringen mit den Absichten des Kreis 
hauptmannes Ebner, den Hebräischunterricht 
und damit zugleich den Religionsunterricht zu 
heben. So äußert sich der Kreishauptmann in 
einem Brief an das Landespräsidium in Innsbruck 
schon 1827: 
„Es dürfte aber allerdings dringend nothwendig 
sein, wenn unter den Israeliten überhaupt und 
jenen in Hohenems insbesondere gründliche Reli 
gionskenntnis verbreitet und die junge Genera 
tion besser unterrichtet werden soll als die bereits 
erwachsene, daß sich die Regierung um die Reli 
gionsschulen mehr kümmere als bisher. 
Das unerläßlichste scheint in dieser Hinsicht 
die Bildung solcher Rabbiner und Lehrer zu sein, 
die den guten Willen und hinreichende Kenntnis 
se haben, um das leisten zu können, was von 
ihnen billig erfordert werden kann und muß. 
Fehlt es an zureichend unterrichteten und gebil 
deten Rabbinern und Lehrern, so ist es kaum 
anders möglich, als daß der Religionsunterricht 
elend und infolgedessen auch die religiöse Erzie 
hung schlecht beschaffen sei. 
Eine beiden unerläßliche Kenntnis scheint jene 
der hebräischen Sprache zu sein. Es dürfte daher 
als unerläßliche Bedingung für jeden, der als 
Rabbiner oder Lehrer an einer israelitischen Reli 
gionsschule eingestellt werden will, festzusetzen 
sein, daß sich jeder derselben mit einem Zeugnis 
se irgendeines öffentlichen Professors der hebräi 
schen Sprache einer Universität oder eines Li- 
zeums auszuweisen haben, diese Sprache sich 
hinreichend eigen gemacht zu haben." 18 
Rabbiner Kafka veröffentlichte im Zuge dieser 
Bestrebungen 1832 in Bregenz seine mosaische 
Religionslehre „Derech emunah", die er Johann 
Ebner gewidmet hat. 19 
Tätigkeit als Musiklehier 
Die Ersparnisse von 300 Gulden, die Elias Klein 
zu fünf Prozent anlegte, stammen aus Unter 
richtsstunden, „die er bey Privaten auf der Violi 
ne und Guitarre ertheilt, und wodurch er Nie 
mand beeinträchtigt, da außer ihm niemand hier 
ist, der Unterricht hierin ertheilen könnte."“ Daß 
das Geld aus dieser Unterrichtstätigkeit herrührt, 
178
	        

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