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Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Bibliografische Daten

fullscreen: Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort
Untertitel:
Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs
Publikationsort:
Dornbirn
Verlag:
Vorarlberger Verl.-Anst.
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
Veröffentlichungsjahr:
1989-02-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz278241670_1989_02_mont_05_10_02

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
McEwan, Robin
Titel:
Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
Beteiligte Personen:
McEwan, Robin
McEwan, Dorothea

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Montfort
  • Montfort : Zeitschrift f. Geschichte u. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Mag. Dr. Reinhold Bernhard zum Gedenken
  • Ökologie und Heimatbücher
  • Die spätmittelalterlichen Fresken am ehemaligen Bregenzer Gesellenspital
  • Das „Marienlied" in Vorarlberg
  • Der Mailänder oder Lindauer Bote
  • Ob blaue Strümpfe einer berühmten Vorarlbergerin zustehen
  • Der Musiker Elias Klein aus Jöhlingen
  • Geburtlichkeit und Sterblichkeit in Vorarlberg 1750-1850
  • Der „Kampf um Bregenz": Ein „episches Finale"?
  • Schrifttum

Volltext

mußten es sich gefallen lassen, daß die turbulente 
literarische Entwicklung im 19. Jahrhundert sie 
überholte. Selbst Angelikas Name geriet in Ver 
gessenheit. Ihre Wiederentdeckung verdankt sehr 
viel der Tatsache, daß ihre Kunstwerke überleb 
ten und jedermann zugänglich sind, obwohl von 
unserer Perspektive aus ihre Leistung heute an 
ders aussieht als es die Meinung ihrer Zeitgenos 
sen war. 
Was wir uns vor Augen halten müssen, ist die 
Tatsache, daß wir nicht das breitest mögliche 
Spektrum der Gesellschaft vor uns haben. Die 
Kombination an Wohlstand, politischen Macht 
positionen und Intellekt, die wir mit „Establish 
ment" umschreiben, war natürlich im Großbri 
tannien des 18. Jahrhunderts - oder jedem ande 
ren europäischen Staat - eine ganz kleine Grup 
pe, einem Klub nicht unähnlich, auch wenn das 
Bild zeigt, daß dieses Establishment in noch nie 
dagewesener Weise Neuankömmlingen Zutritt 
ermöglichte. Unsere Musen fanden Eingang nicht 
so sehr, weil er ihnen von Rechts wegen zustand, 
sondern, weil ihnen der Zutritt gestattet wurde. 
So verdankten zum Beispiel Reynolds und Robert 
Adam und seine Brüder, die Architekten, ihre 
Mitgliedschaft ihrem sorgfältig gepflegten Auftre 
ten als Gentlemen und als Intellektuelle und 
ihren zweifellos verdienten Erfolgen in ihren 
jeweiligen Disziplinen. Wenn wir die Kunstszene 
dieser Periode etwas betrachten, so kommt uns 
erst so recht zum Bewußtsein, wie eng dieser 
Kreis war: Walpole, Montague, Reynolds, John 
son, Hume, Garrick usw. 
Können wir uns abschließend ein Urteil dar 
über erlauben, ob die Wurzeln des Feminismus 
auf unsere Musen zurückgehen? Zweifelsohne 
gibt es Ansatzpunkte, wir müssen aber auch 
Vorsicht walten lassen. Die Blaustrümpfe waren 
eher die Avantgarde im Establishment und nicht 
eine das Establishment gefährdende Massenbewe 
gung. Das schmälert natürlich keineswegs ihre 
persönliche Erfolge, die sehr bedeutend waren. 
Wenn auch ihre Schriften und Bilder nicht mehr 
als „modern" angesehen wurden und die Erinne 
rung an sie verblaßte, so wurde doch ihr Beispiel 
von den folgenden Generationen aufgenommen 
und weitergegeben, nicht nur in den Klassen des 
arrivierten Establishments, sondern in der breiten 
Bevölkerung und die soziale Entwicklung des 
Feminismus, der Unabhängigkeit der Frau vom 
Mann und der Gleichberechtigung der Geschlech 
ter, gewann an Schwungkraft. Fraglos verdiente 
Angelika ihren Namen als Blaustrumpf. Ihre Un 
abhängigkeit war um nichts geringer als die der 
anderen Musen. Sie wurde völlig akzeptiert als 
führende Künstlerin. Umso bedrückender ist es, 
daß diese talentierte und tüchtige Frau so schein 
bar unvermeidlich in Vergessenheit geriet und ihr 
Beitrag zur Fördemng eines neuen Bildes der Frau, 
schlicht gekleidet in ihrer Volkstracht, bis heute 
übersehen wurde. 
Bibliographie: Dictionary of National Biography, 1922. 
„Angelika Kauffmann und ihre Zeitgenossen", Katalog 
der Ausstellung im Vorarlberger Landesmuseum Bre 
genz, 23. Juni bis 13. Oktober 1968. 
„A Nest of Nightingales", Katalog der Ausstellung in 
der Dulwich Picture Gallery, Dulwich, London, 
21. September bis 30. Dezember 1988. 
176
	        

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Montfort : Zeitschrift F. Geschichte U. Gegenwart Vorarlbergs 1989-02. 1989-02-01.
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