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Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2010

Bibliographic data

fullscreen: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2010

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Place of publication:
Ostfildern
Year of publication:
1869
Publisher:
Thorbecke

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2010
Year of publication:
2010-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_2010

Article

Structure type:
Article
Author:
Untergehrer, Wolfgang
Title:
Germanus est hic mos. Die ethnographischen Betrachtungen des Humanisten Ventura Pontano in einem Brief aus Konstanz (1459)
People involved:
Untergehrer, Wolfgang

Contents

Table of contents

  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2010
  • Binding
  • Title page
  • Imprint
  • Contents
  • Jahresbericht des Präsidenten über das Vereinsjahr 2008/09
  • Bericht über die 122. Hauptversammlung am 20. September 2009 in Ravensburg
  • Nachruf Arnulf Benzer
  • Die Lindauer Patriziergesellschaft Zum Sünfzen. Eine neue Namensdeutung
  • Die Chronik des Klosters Isny. Historiographie und Wirklichkeit
  • Germanus est hic mos. Die ethnographischen Betrachtungen des Humanisten Ventura Pontano in einem Brief aus Konstanz (1459)
  • Pilgerwege durch Bayern und Vorarlberg in Richtung Schweiz. Zur Reaktivierung historischer Hauptrouten
  • Ist der Italiener ein Deutscher? Aufgespürt: Ein Altarbild des Manierismus im Überlinger Münster
  • Freiherr Ignaz Heinrich von Wessenberg. Zu seiner Geltungsgeschichte in der kirchlichen Öffentlichkeit
  • Die Villa Leuchtenberg in Lindau. Zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner
  • Wilhelm von Scholz. Die Familie des Dichters und die Odenwaldschule
  • Das unbekannte Gesamte. Zur Baugeschichte der Universität Konstanz
  • Industriekultur und Kulturtourismus am Bodensee. Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte zwischen Marketing und Geschichtskultur
  • Buchbesprechungen
  • Buchanzeigen
  • Other
  • Binding

Full text

Wolfgang Untergehrer 
GERMANUS EST HIC MOS 
Die ethnographischen Betrachtungen des Humanisten 
Ventura Pontano in einem Brief aus Konstanz (1459) 1 
In einem derart intensiv bearbeiteten Feld wie dem italienischen Humanismus ist 
es wahrlich ein Glücksfall, ein wertvolles Dokument zu finden, das, obschon seit meh 
reren Jahrhunderten in einer prominenten Ausgabe gedruckt vorliegend, bisher nicht 
einmal im Ansatz eine Auswertung erfuhr. Einem solchen Stück - dem fragmentarisch 
erhaltenen Brief De Adventv honorabilissimi Dvcis Sigismvndi Avstiiz, ad Constantiam civitatem 
Alcmaniz, anno MCCCCLIX des Humanisten Ventura Pontano - widmet sich diese Unter 
suchung. 2 
Den Entstehungskontext des Briefs bildet eine vom 25. Mai bis 9. Juni 1459 in 
Konstanz abgehaltene Konferenz, deren Ziel eine Schlichtung des notorischen und zum 
wiederholten Male kurz vor einer Eskalation stehenden Konflikts zwischen Herzog Si 
gismund »dem Münzreichen« von Österreich und den Eidgenossen war. Wurzelnd in 
der »Herausbildung des eidgenössischen Bundesgeflechts« 3 und den damit verbunde 
nen Emanzipationsbestrebungen gegenüber der habsburgischen Herrschaft, war dieser 
Konflikt seit dem Ende des Alten Zürichkriegs (1436-1450) durch den sukzessiven eid 
genössischen Machtausbau neu geschürt worden. Der Anschluss der bislang österreichi 
schen Stadt Rapperswil (Sept. 1458) im Gefolge des berüchtigten Plappartkriegs gegen 
Konstanz gab den Anstoß zu Verhandlungen. 
Als Teilnehmer dieses >gütlichen tags<, welcher sich in einer sogenannten >Tädi- 
gung< (Vermitdung/Schlichtung) vollzog, 4 sind neben dem gastgebenden Bischof von 
Konstanz und den streitenden Parteien in erster Linie die Gesandtschaften des franzö 
sischen Königs Karls VII. und Papst Pius' II. zu nennen. Der Papst hoffte, Herzog Si 
gismund als Gegenleistung für seine Vermittlungsbemühungen zum Besuch des kurz 
bevorstehenden Kongresses von Mantua zu bewegen, auf welchem ein gemeinsamer 
Türkenkreuzzug der chrisdichen Fürsten beschlossen werden sollte. Der Leiter der 
päpsdichen Delegation und gleichzeitig Adressat von Pontanos Brief, Stefano Nardini, 
war allerdings zugleich beauftragt, in Nürnberg den Konflikt zweier Fürstenkoalitionen 
beizulegen, der die päpstlichen Planungen noch wesentlich nachhaltiger behinderte. 5
	        

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