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Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2001

Bibliographic data

fullscreen: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2001

Structure type:
Periodical
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Place of publication:
Ostfildern
Year of publication:
1869
Publisher:
Thorbecke

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Structure type:
Issue
Collection:
Bodensee Bibliotheken
Title:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2001
Year of publication:
2001-01-01

Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_2001

Article

Structure type:
Article
Author:
Klöckler, Jürgen
Title:
Ferdinand Gregorovius als Tourist am Bodensee. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Reisens im 19. Jahrhundert
People involved:
Klöckler, Jürgen

Contents

Table of contents

  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 2001
  • ›Grenzbote‹ und ›Front‹ - rechtsextreme Schweizer Zeitungen im Zweiten Weltkrig
  • Vermindert der Bodensee die Frostgefahr in seinem Umland?
  • Buchbesprechungen
  • Other
  • Binding
  • Title page
  • Imprint
  • Contents
  • Nachruf Georg Thürer
  • Jahresbericht des Präsidenten für das Vereinsjahr 1999/2000
  • Bericht über die 113. Hauptversammlung des Vereins in Überlingen
  • Konstanz »Am Gries«. Zur Entstehung und Bevölkerung eines Stadtviertels am Rand des Sees
  • Helden unter Bauern: Versuch zu Heinrich Wittenwiler <Ring>
  • Die Klage des Überlinger Klaus Besserr gegen den Rat seiner Heimatstadt. Ein alltäglicher Rechtsstreit vor Kommissaren und dem Kammergericht Kaiser Friedrichs III.
  • Die Chronik Meinrads. Eine St. Galler Quelle aus der Zeit der Burgunderkriege.
  • Der dritte Hegauzug und König Maximilian I.
  • Fundmünzen aus der Kapelle St. Wendelin auf dem Ramsberg, Gemeinde Heiligenberg, Bodenseekreis
  • Johann Jacob Heber (1666-1724) - ein Feldmesser und Kartograf im Bodenseeraum und in Oberschwaben
  • Politische Kultur und Gemeinderatswahlen 1841-1849. Das Beispiel Ravensburg
  • Ferdinand Gregorovius als Tourist am Bodensee. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Reisens im 19. Jahrhundert
  • »... und den Gästen als frendliche Festgabe gespendet«. Festgaben zu den Hauptversammlungen des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung.

Full text

240 
Jürgen Klöckler 
umfangreichen historischen Werk, von dem noch zu sprechen sein wird, schuf er 
die neue Gattung der historischen Landschaftsbeschreibung, die beim deutschen 
Lesepublikum auf beachtliche Resonanz stieß. Das verhalf dem Deutsch-Römer 
innerhalb einer Standes- und hierarchiebewußten historischen Zunft, die gänzlich 
vom Historismus und einer als zentral empfundenen Bedeutung der Geschichts 
wissenschaft einerseits sowie der methodischen Vorliebe der Darstellung von Lei 
stungen »großer Persönlichkeiten« (Männer machen Geschichte) andererseits ge 
prägt war, zu dem zweifelhaften Ruf, ein Historiker für Touristen 5 zu sein. 
Gregorovius blieb daher Zeit seines Lebens ein gemeinhin gemiedener Außensei 
ter, dem in Fachkreisen nachgesagt wurde, er lasse der Phantasie zuviel Spiel 
raum 6 : War er also ein phantasievoll (hinzu-)dichtender Historiker, der es mit der 
geforderten Objektivität und mit der seit Niebuhr etablierten Quellenkritik (hi 
storisch-kritische Methode) nicht sonderlich genau nahm? Lautet die Frage im 
Fall Gregorovius somit: Dichtung oder Wahrheit? Oder ist nicht vielmehr zu kon 
statieren: Wahrheit durch Dichtung? 
Der Weg nach Italien 
In seinen Jugendjahren hatte sich Ferdinand Gregorovius tatsächlich als politi 
scher Pamphletist und Poet 7 versucht; er ist damit allerdings wie auch mit seiner 
akademischen Laufbahn einschließlich eines Habilitationsprojekts an der Königs 
berger Universität gescheitert - beruflich wohl nicht zuletzt wegen seiner jung 
posthum von dem Londoner Literaturwissenschaftler Friedrich Althaus, einem Jugend 
freund aus Italien, unmittelbar nach Gregorovius’ Tod herausgegeben. (Römische Tagebü 
cher, Stuttgart 1892; 2 1893). 
4 Gregorovius selbst hat - wohl unter dem Einfluß seines Königsberger akademischen Lehrers 
Karl Rosenkranz - kulturelle Erscheinungen nicht primär unter dem leitenden Gesicht 
spunkt ihrer historischen Gewordenheit betrachtet und die damit verbundene Einmaligkeit 
und Besonderheit aller Geschichtlichkeit nicht wie führende Historiker des Historismus wie 
etwa Leopold von Ranke sehr stark betont. Zum Begriff selbst vgl. Jaeger, Friedrich/RüSEN, 
Jörn: Geschichte des Historismus. Eine Einführung, München 1992 und Wittkau, Anette: 
Historismus. Zur Geschichte des Begriffs und des Problems, Göttingen 2 1994. 
5 Zur Reiseforschung vgl. insbesondere: Brilli, Attilio: Reisen in Italien. Die Kultur 
geschichte der klassischen Italienreise vom 16. bis 19. Jahrhundert, Köln 1989; In der 
Kutsche durch Europa. Von der Lust und Last des Reisens im 18. und 19. Jahrhundert. 
Hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Helmut Popp, Nördlingen 1989; Neue Impulse 
der Reiseforschung. Hrsg. von Michael Maurer, Berlin 1999; Reisekultur. Von der Pilger 
fahrt zum modernen Tourismus. Hrsg. von Hermann Bausinger, Klaus Beyrer und Gott 
fried Korff, München 1991. 
6 Burckhardt äußerte sich 1895 gegenüber Ludwig von Pastor: Gregorovius hat seine Ver 
dienste, aber er läßt der Phantasie zu viel Spielraum. Vgl. Pastor, Ludwig Freiherr von: Ta 
gebücher - Briefe - Erinnerungen. Hrsg. von Wilhelm Wühr, Heidelberg 1950, S. 276. 
7 Hier sind vor allem zu nennen: Konrad Siebenhorns Höllenbriefe an seine lieben Freunde 
in Deutschland. Königsberg 1843 (unter dem Pseudonym Ferdinand Fuchsmund erschie 
nen); Werdomar und Wladislav aus der Wüste Romantik, Königsberg 1845; Polen- und 
Magyarenlieder, Königsberg 1849; Der Tod des Tiberius. Tragödie, Hamburg 1851.
	        

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