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Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911

Bibliografische Daten

fullscreen: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Publikationsort:
Ostfildern
Veröffentlichungsjahr:
1869
Verlag:
Thorbecke

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911
Veröffentlichungsjahr:
1911-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_1911

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
I. Vorträge

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Schöttle, Gustav
Titel:
1. Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren
Beteiligte Personen:
Schöttle, Gustav

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911
  • Titelseite
  • Impressum
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Vorträge
  • 1. Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren
  • 2. Rückzugsstadien der Würmvergletscherung im Argengebiet
  • Zuschüttung der Stangenwässer vor den Endmoränen
  • II. Abhandlungen und Mitteilungen
  • III. Vereinsnachrichten

Volltext

22 Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren. Über die Billigkeit der Eisenbahnpersonensahrtaxen scheint man sich vorher allzu 
sanguinischen Hoffnungen hingegeben zu haben; denn es war über ihre unerwartete Höhe 
im 
ganzen Land, von Heilbronn an bis an den Bodensee hinauf nur eine Stimme des 
Mißvergnügens, zumal die Provinzbewohner noch außerdem glaubten, daß die Hauptstadt 
samt 
Umgebung 
gegenüber ihnen in dem Tarif begünstigt worden sei. Nun ist soviel sicher, 
im 
Vergleich 
mit 
den ältern Verkehrsmitteln brachte die Eisenbahn und ihr Personentaris 
eine 
erhebliche 
Berbilligung: Eine Fahrt mit dem Postwagen kam samt der Einschreibgebühr 
und 
dem 
vorgeschriebenen 
Postillonstrinkgeld für die Wegstunde auf 14 bis 18 Kreuzer; 
die 
Wegstunde 
Bahnfahrt 
dagegen kostete in den damals vorhandenen drei Wagenklassen 4, 
6 
bezw. 
8 
Kreuzer. 
Das 
macht 
gegenüber den heutigen Bahntarifen immerhin 7 bis 10 % 
weniger 
aus; 
d. 
h. 
wenn 
man 
das 
inzwischen eingetretene Sinken der Kaufkraft des Geldes 
unberücksichtigt 
läßt; 
dagegen 
war 
die 
damalige niedrigste, die dritte Wagenklasse, gegenüber 
der 
seit 
einigen 
Iahren 
bestehenden 
vierten 
um etwas teurer. 
Es 
stand 
noch 
mehrere 
Jahre 
an, 
bis die württembergischen Bahnen mit denen 
der 
Nachbarstaaten, 
und 
durch 
diese 
dann 
mit 
denen der übrigen Welt, den unmittelbaren 
Anschluß 
fanden. 
Gegen 
Baden 
erfolgte 
dieser 
1853 in Bruchsal, gegen Bayern im 
darauffolgenden 
Jahr 
zu 
Ulm. 
Damit 
erst 
vermochten 
die 
Schienenstraßen ihrer Bestimmung 
als 
völkerverbindende 
Anstalt 
völlig 
gerecht 
zu 
werden. 
XIII. 
Zu 
den 
Anfängen 
des 
Telegraphenwesens 
übergehend, 
mag 
erwähnt werden, wie 
aus 
den 
ravensburgischen 
Archivakten 
hervorgeht/ 
daß 
schon 
in 
den französischen 
Revolutionskriegen 
der 
Bezirk 
von 
einer 
Telegraphenlinie 
durchzogen 
war, allerdings 
keiner 
elektrischen, 
sondern 
einer 
optischen, 
welche 
der 
Erzherzog 
Karl 
1799 
bis 1800 
hatte 
anlegen 
lassen. 
Eine 
der 
Telegraphenstationen 
befand 
sich 
zu 
Wilhelmskirch 
(172 
Stunden 
von 
Ravensburg). 
Von 
da 
ging 
die 
Linie 
in 
der 
Richtung 
auf 
Stockach 
und 
Donaueschingen 
weiter, 
da 
sich 
an 
dem 
letztern 
Orte 
das 
Hauptquartier 
des 
Erzherzogs 
befand. 
Ihre 
Entstehung 
verdankten 
diese 
und 
andre 
österreichische 
Feldtelegraphenlinien 
dem 
Umstände, 
daß 
eben 
um 
jene 
Zeit 
— 
entweder 
von 
dem 
Elsaß 
oder 
von 
der 
Schweiz 
her 
— 
ein 
neuer 
Einfall 
französischer 
Heere 
zu 
gewärtigeu 
war, 
der 
dann 
Ende 
Aprils 
desselben 
Jahres 
in 
der 
Tat 
erfolgte, 
unter 
Moreau, 
der 
die 
Österreicher 
aus 
Ober- 
schwabeu 
vertrieb; 
infolgedessen 
gingen 
deren 
Feldtelegraphen 
dort 
selbstverständlich 
ein. 
Dafür 
aber 
ward 
Süddeutschland 
vom 
Dezember 
1800 
an 
bis 
zum 
Lünvviller 
Friedens- 
schluß 
von 
einer 
französischen 
optischen 
Feldtelegraphenverbindung 
durchquert, 
die 
von 
Augsburg 
bezw. 
von 
Moreaus 
jeweiligem 
Hauptquartier 
über 
Ulm, 
Schaffhausen 
und 
Basel 
nach 
Straßburg 
führte, 
das 
einen 
der 
Endpunkte 
des 
stabilen 
optischen 
Telegraphennetzes 
bildete, 
welches 
Frankreich 
nach 
dem 
System 
Chappe 
seit 
1793 
sich 
angelegt 
hatte. 
1 
Der 
erstmalige 
Gebrauch 
des 
Wortes 
Telegraph 
geht 
dergestalt 
in 
den 
Ravensburger 
städtischen 
Akten 
schon 
auf 
den 
7. 
März 
1800 
zurück. 
An 
diesem 
Tage 
nämlich 
weist 
der 
Magistrat 
der 
Reichsstadt 
den 
Waibel 
Bentele 
von 
Schmalegg 
an, 
den 
bei 
der 
Telegraphenstation 
zu 
Wilhelmskirch 
angestellten, 
unter 
den 
Befehlen 
des 
k. 
k. 
Hauptmanns 
v. 
Albek 
stehenden 
Pionieren 
das 
nötige 
Brennholz 
im 
Dannsberg 
anzuweisen, 
um 
zu 
verhüten, 
daß 
sie, 
wie 
vordem, 
„eigens 
Gewalts" 
solches 
wegnehmen 
möchten. möchten.
	        

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