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Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911

Bibliografische Daten

fullscreen: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Publikationsort:
Ostfildern
Veröffentlichungsjahr:
1869
Verlag:
Thorbecke

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911
Veröffentlichungsjahr:
1911-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_1911

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
I. Vorträge

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Schöttle, Gustav
Titel:
1. Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren
Beteiligte Personen:
Schöttle, Gustav

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911
  • Titelseite
  • Impressum
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Vorträge
  • 1. Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren
  • 2. Rückzugsstadien der Würmvergletscherung im Argengebiet
  • Zuschüttung der Stangenwässer vor den Endmoränen
  • II. Abhandlungen und Mitteilungen
  • III. Vereinsnachrichten

Volltext

Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert fahren. 21 als den 8. November 1847 die kleine Bahnstrecke Ravensburg-Friedrichshafen eröffnet 
wurde/ die vorderhand ohne Anschlußverbindung für sich bestand. 
Während der ersten IV2 Jahre beförderte diese kleine oberschwäbische Eisenbahn 
nur 
Personen.2 Das, was ihre Fahrpläne damals an Zugsverbindungen darboten, war 
augenscheinlich 
darauf berechnet, für die Regel nur eine der beiden vorhandenen Lokomotiven, 
und 
zwar 
nur 
ausnahmsweise länger als ungefähr sieben Stunden im Tag, unter Dampf 
halten 
zu 
müssen. 
An den gewöhnlichen Wochentagen liefen in jeder Richtung bloß zwei 
Züge: 
Abgang 
aus 
Ravensburg mittags 12 und nachmittags 4 Uhr; Rückfahrt aus 
Friedrichshasen 
um 
1 
und 
5 Uhr nachmittags. Am Samstag, als am Ravensburger 
Wochenmarkt, 
verkehrten 
drei 
und am Sonntag vier Züge. 
Mit 
der 
Vollendung 
der 
Bahnstrecke Ravensburg-Biberach, im Sommer 1849, 
wurde 
die 
Bahnverbindung 
der 
Stadt eine zweiseitige, und jetzt ging man auch zum 
Gütertransport 
über. 
Seitab 
der 
Bahnen 
gelegene Orte fingen an, regelmäßige Omnibus- 
und 
Frachtsuhrverbindungen 
nach 
den 
ihnen 
nächstgelegenen Bahnstationen einzurichten. 
Im 
Juni 
1850 
war 
die 
Überschienung 
der Schwäbischen Alb vollendet und damit 
der 
Anschluß 
der 
oberschwäbischen 
Bahnlinie 
an 
die gleichzeitig erbaute unterländische 
hergestellt 
und 
die 
ganze 
Strecke 
von 
Friedrichshafen an ohne Unterbrechung bis nach 
Heilbronn 
in 
Betrieb 
genommen. 
Jetzt 
verkehrten 
in 
Oberschwaben täglich drei Bahnzüge 
in 
jeder 
Richtung, 
je 
einer 
morgens, 
mittags 
und 
abends. 
Es waren zwei gewöhnliche 
Personenzüge 
und 
ein 
gemischter 
Güterzug. 
Von 
sonstigen 
Zugsgattungen war noch keine 
Rede, 
namentlich 
nicht 
von 
Schnellzügen 
und 
reinen 
Güterzügen. 
Gegenüber 
den 
bescheidenen 
Berkehrsverhältnissen, 
wie 
sie 
vor sechs Jahrzehnten 
in 
der 
Säuglingsperiode 
unserer 
Eisenbahnen 
statthatten, 
möge 
erwähnt werden, daß 
gegenwärtig, 
September 
1910, 
täglich 
zwischen 
Ravensburg 
und 
Friedrichshafen 41 
fahrplanmäßige 
tägliche 
Züge 
laufen.3 
Entsprechend 
dem 
noch 
wenig 
entwickelten Verkehr 
war 
die 
bauliche 
Anlage 
und 
die 
Ausstattung 
der 
Bahn 
erheblich 
einfacher 
als 
gegenwärtig, 
und 
schienengleiche 
Straßenübergänge 
haben 
sich, 
selbst 
an 
Punkten 
mit 
sehr 
starkem 
Landstraßenverkehr, 
noch 
bis 
in 
die 
letzten 
Jahre 
erhalten. 
Die 
Lokomotiven 
heizte 
man 
auf 
der 
oberschwäbischen 
Linie 
anfänglich 
jahrelang 
nicht 
mit 
mineralischen 
Brennstoffen, 
sondern 
mit 
Forchenholz, 
von 
dem 
man 
1848 
täglich 
3A 
württembergische 
Klafter 
verbrauchte. 
1 
Im 
Sommer 
1845, 
während 
die 
erste 
württembergische 
Bahnstrecke, 
nämlich 
Kannftadt-Eßlingen, 
sich 
ihrer 
Fertigstellung 
näherte, 
entschloß 
sich 
die 
Regierung 
auf 
Andrängen 
der 
oberschwäbischen 
Städte 
und 
der 
Abgeordnetenkammer, 
gleichzeitig 
auch 
die 
Linie 
Ulm-Friedrichshafen 
in 
Angriff 
zu 
nehmen, 
weil 
man 
besorgte, 
daß 
sonst 
dem 
württembergischen 
Oberland 
der 
vorteilhafte 
Absatz 
seiner 
landwirt- 
schaftlichen 
Erzeugnisse 
durch 
die 
Konkurrenz 
des 
Getreides 
der 
bayrischen 
Donaugegenden 
möchte 
entzogen 
werden, 
mit 
Hilfe 
der 
damals 
ebenfalls 
schon 
geplanten 
bayrischen 
Eisenbahn 
von 
Augsburg 
nach 
Sind 
au. 
Überhaupt 
versprach 
man 
sich 
in 
Württemberg 
für 
die 
künftige 
Gestaltung 
des 
Verkehrs 
große 
Vorteile, 
wenn 
jenes 
der 
erste 
Staat 
sein 
werde, 
der 
den 
Bodensee 
mit 
der 
Eisenbahn 
erreiche. 
Nun 
ist 
zwar 
bei 
diesem 
Wettrennen 
Württemberg 
in 
der 
Tat 
als 
erstes 
am 
Ziel 
angekommen; 
allein 
die 
Erwartung, 
daß 
ihm 
damit 
der 
Löwenanteil 
an 
dem 
Transitverkehr 
auch 
für 
die 
Zukunft 
gesichert 
sei, 
hat 
sich 
nicht 
verwirklicht. 
2 
Die 
schwäbische 
Chronik 
vom 
15. 
und 
16. 
Oktober 
1846 
enthält 
die 
älteste 
Personen- 
transportordnung. 
3 
8 
Schnell-, 
5 
Eil-, 
13 
Personenzüge, 
4 
Triebwagen, 
3 
Züge 
mit 
Personen- 
und 
Güter- 
beförderung, 
8 
Eil-, 
Stück- 
und 
gewöhnliche 
Güterzüge. 
Dazu 
kommen 
noch 
3 
Sonntagspersonenzüge 
und 
2 
Bedarfsgüterzüge. Bedarfsgüterzüge.
	        

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