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Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911

Bibliografische Daten

fullscreen: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
Publikationsort:
Ostfildern
Veröffentlichungsjahr:
1869
Verlag:
Thorbecke

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz408032952
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911
Veröffentlichungsjahr:
1911-01-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz014854767_1911

Abschnitt

Strukturtyp:
Abschnitt
Titel:
I. Vorträge

Artikel

Strukturtyp:
Artikel
Autor:
Schöttle, Gustav
Titel:
1. Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren
Beteiligte Personen:
Schöttle, Gustav

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung
  • Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner Umgebung 1911
  • Titelseite
  • Impressum
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Vorträge
  • 1. Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren
  • 2. Rückzugsstadien der Würmvergletscherung im Argengebiet
  • Zuschüttung der Stangenwässer vor den Endmoränen
  • II. Abhandlungen und Mitteilungen
  • III. Vereinsnachrichten

Volltext

20 Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren. XI. Die politischen Umgestaltungen jener Zeit führten manche Verschiebung in den 
Hauptrichtungen des Verkehrs herbei. Neue Mittelpunkte, nach denen dieser gravitierte, 
kamen 
aus, 
während von den ältern Verkehrszentren einzelne mehr in den Hintergrund 
traten. 
Der 
Untergang des Reiches und die Verdrängung Österreichs aus dem Breisgau 
und 
seinen 
übrigen 
schwäbischen Gebieten hatte zur Folge, daß die vorher recht lebhast 
gewesenen 
Verkehrsbeziehungen Schwabens mit Wien, Innsbruck usw. auf ein geringes 
zusammenschrumpften. 
Die 
drei 
Staaten, 
unter 
die das südliche Schwaben aufgeteilt worden war, begannen 
alsbald 
die 
Straßennetze 
und 
sonstigen Verkehrseinrichtungen ihrer neuen Landesteile von 
dem 
Gesichtspunkt 
aus 
umzugestalten, daß nunmehr je die betreffende Landeshauptstadt 
den 
Ausgangspunkt 
zu 
bilden 
hatte. 
Was den Bodensee betrifft, so war jeder der drei 
Staaten 
bemüht, 
den 
Zug 
des 
Verkehrs 
dorthin und von dorther möglichst durch das 
eigene 
Land 
und 
über 
die 
eigenen 
Hafenplätze 
zu leiten. 
Der 
sich 
mehr 
und 
mehr 
steigernde 
Warenverkehr erregte da und dort das Verlangen 
nach 
Schiffahrtskanälen. 
Aber 
das 
nötige 
Geld 
dazu 
fehlte; die vielen Kriege hatten die 
geringe 
Kapitalkraft 
des 
Landes 
noch 
weiter 
gemindert. So blieb es bei den bloßen 
Wünschen. 
Schon 
1807 
befürwortete 
Graf 
v. 
Portia 
den 
Bau einer Kanalverbindung 
zwischen 
dem 
Bodensee 
und 
der 
Isar. 
Der 
Kanal 
sollte 
von Langenargen aus über 
Wangen 
und 
Immenstadt, 
Füßen 
und 
Weilheim 
nach 
der 
Münchener Borstadt Giesing 
führen. 
Da 
die 
beiden 
erstgenannten 
Plätze 
schon 
drei 
Jahre 
nachher 
aus dem bayrischen 
Staatsverband 
ausschieden, 
war 
in 
der 
Folge 
von 
einem 
derartigen 
Plane nicht mehr 
die 
Rede. 
Dagegen 
wurden 
jetzt 
von 
feiten 
Württembergs 
Kanalpläne 
erwogen, um den 
Neckar 
(und 
damit 
zugleich 
den 
Rhein) 
mit 
Ulm 
und 
der 
Donau 
und 
diese 
mit dem 
württembergischen 
Bodenseeufer 
in 
Schiffsverbindung 
zu 
setzen. 
Bevor 
jedoch 
diese 
Erwägungen 
einen 
Abschluß 
fanden, 
veränderte 
sich 
die 
Sachlage 
dadurch, 
daß 
England 
1825 
anfing, 
Schienenstraßen 
mit 
Lokomotivbetrieb 
zu 
bauen 
und 
man 
in 
einer 
Reihe 
kontinentaler 
Staaten, 
so 
Bayern 
und 
Sachsen, 
diesem 
Beispiel 
nachfolgte. 
1839 
ließ 
die 
württembergische 
Regierung 
dem 
Landtag 
eine 
vergleichende 
Berechnung 
der 
voraussichtlichen 
Kosten 
vorlegen, 
welche 
ein 
Schiffskanal 
und 
eine 
Eisenbahnverbindung 
von 
Friedrichshafen 
nach 
Heilbronn 
verursachen 
würde. 
Darnach 
sollte 
eine 
eingeleisige 
Eisenbahn 
für 
die 
Strecke 
vom 
Bodensee 
bis 
Ulm 
(104 
km) 
6Vs 
Millionen 
Gulden 
kosten, 
dagegen 
für 
dieselbe 
Strecke 
eine 
Kanalverbindung 
mit 
95 
Schleusen 
etwas 
mehr, 
nämlich 
772 
Millionen 
Gulden. 
(In 
der 
neuesten 
Zeit 
sind 
die 
Baukosten 
einer 
Kanal- 
anlage 
Friedrichshafen-Ulm 
auf 
nicht 
weniger 
als 
80 
Millionen 
Mark, 
also 
sechsmal 
so 
hoch, 
veranschlagt 
worden.) 
XII. 
Die 
Idee 
einer 
solchen 
Kanalverbindung 
verfolgte 
man 
damals 
nicht 
weiter 
und 
entschied 
sich 
dafür, 
von 
Friedrichshafen 
nach 
Heilbronn 
eine 
Schienenstraße 
herzustellen, 
da 
diese 
bei 
geringern 
Kosten 
größere 
Vorteile 
bot 
als 
der 
Schiffskanal. 
Im 
württem- 
bergischen 
Unterland 
war 
bereits 
das 
Bahnstück 
Bietigheim-Stnttgart-Süßen 
im 
Betrieb, Betrieb,
	        

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