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Zwölfter Jahrgang. (12)

Bibliografische Daten

fullscreen: Zwölfter Jahrgang. (12)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Titel:
Prager medicinische Monatsschrift für Homoeopathie, Balneotherapie und Hydropathie
Untertitel:
mit Einschluß des Wissenswerten im Gebiete der Heilkunde
Publikationsort:
Prag
Veröffentlichungsjahr:
1855
Verlag:
Bellmann

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=99044040
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Titel:
Zwölfter Jahrgang.
Band, Heft, Nummer:
12
Veröffentlichungsjahr:
1864

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=92920290

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Jänner 1864 - Juni 1864
Band, Heft, Nummer:
1 - 6

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Prager medicinische Monatsschrift für Homoeopathie, Balneotherapie und Hydropathie
  • Zwölfter Jahrgang. (12)
  • Titelseite
  • Inhalt.
  • Jänner 1864 - Juni 1864 (1 - 6)
  • Juli 1864 - December 1864 (7 - 12)

Volltext

materielle Mischung der Hirn- und Nervenmasse ändernder Einfluss auf- 
hört: daher Motilitäts- und Sensibilitätsstörungen, Kälte, Taubsein, Muskel- 
zittern des Gliedes entstehen, dessen Arterie unterbunden, — so muss der 
urämischen Intoxication, die durch intensivste Störung der Blutoxydation 
vor andern ausgezeichnet, allgemeinster Ausdruck der tiefsten Depression, 
im Nervenleben Narkose, im Blutleben Asphyxie sein, so muss, bei nicht 
erfolgender Reaction oder Ausscheidung des deletären Ammoniaks, zu der 
durch den ursprünglichen Reiz des fremdartigen Stoffs bewirkten Relaxation 
der Parenchyme des Hirns, des Herzens, der Ganglien als unmittelbare Folge 
der allgemeinen capillaren Asphyxie ein Torpor ihrer vasomotorischen Ner- 
ven oder Erweiterung ihrer Capillaren — Stauungshyperämie selbstver- 
ständlich hinzutreten. 
Symptome der letztern sind im Gehirn die deprimirter Thätigkeit der 
Grosshirnhemisphären, besonders darniederliegenden Bewusstseins — Nar- 
kose (comatöse Form), im verlängerten Mark die von Niemeyer 
zu den Torpor-Erscheinungen gezählten Convulsionen (eklamptische 
Form); im Herzen documentirt sich die Stockung der Blutkügelchen in 
den Capillaren des Muskelfleisches als Hcrz-Parese (asphyktische 
Form), in den Abdominalgeflechten des Sympathikus als schnellste 
Ertödtung des vegetativen Lebens, als Bauchganglien-Lähmung (pa- 
ralytische Form.) (Fortsetzung folgt.) 
Curbild aus Gastein. 
Von Dr. Gust. Pröll, Quellenarzte daselbst. 
Ein an leichter Parese der rechten untern Extremität und schwacher Po- 
tenz leidender Kranke, der schon zweimal mit bedeutender Besserung die Ga- 
steiner Badecur gebraucht hatte, schrieb mir um Rath, ob er gegen die 
Reste obigen Uebels trotz eines sich vor drei Monaten zugezogenen Ulcus 
vener, und trotz eines chronischen papulösen Ausschlages am Rücken, das 
selbst der Mercurial- und Jodcur nicht ganz gewichen war, Gasteins Bäder 
gebrauchen könne, wenn er nebenbei die Jod- und Mercurialcur innerlich 
in Gastein fortsetzen würde. Ich antwortete ihm, er möge nicht kommen, 
bevor nicht die letzte Spur der Syphilis getilgt sei. Der Kranke wartete 
aber meine durch Umstände verzögerte Antwort nicht ab, reiste nach Ga- 
stein und begann trotz meiner Warnung die Bäder, die ich ihm, weil er sich 
durchaus nicht wehren Hess, wärmer und länger als sonst verordnete, damit, 
falls mehr das Quecksilber als die Syphilis Schuld wäre, die Causa peccans 
eher aus dem Körper ausgeschieden werde. Da sowohl das indurirte Ulcus, 
als der papulöse Ausschlag schon während der ersten eilf Bäder nach und 
nach schwächer wurden, so wollte der Kranke durchaus nicht mehr der an- 
geordneten strengen Diät folgen und setzte sich häufig der hier besonders 
schädlichen Abendluft aus. Nach achtzehn Bädern, die fast alle Reste der 
Syphilis verschwinden machten, reiste er in seine Heimat zurück und schrieb 
mir viele Monate darnach folgende Zeilen: „Die Gasteiner Badecur that 
meiner Halblähmung sehr gut; ich habe nirgends mehr einen Schmerz und 
meine Kräfte kehrten täglich mehr zurück; — allein der Ausschlag und die 
Verhärtung des Chancres, die in Gasteins Bad verschwanden, erschienen 
erst einige Zeit nach der Cur mit grosserer Heftigkeit als vor der 
Cur; die Syphilis ward sehr aufgeregt, und ich war genöthigt, die Mercurial- 
cur wieder vorzunehmen, die indess jetzt sehr guten Erfolg hatte, so dass 
ich nur mehr sehr wenig Spuren der Krankheit habe,, welche täglich mehr 
verschwinden." 
Epicrisis. Dieser Fall 
zeigtt 
dass 1. der Hausarzt nur dringende 
Fälle, wo eine Indicatio vitalis wegen eines complicirten Leidens oder Un- 
empfänglichkeit gegen antisyphilistische Curen vorhanden ist, veranlassen 
sollen, syphilistische Kranke zur Badecur nach Gastein zu senden; 2. dass die 
Gasteiner Therme ungeachtet der pernieiösen Wirkung auf die Syphilis in 
passenden Individuen wahre Schwächekrankheiten dennoch heilt; 3. dass 
nach der Gasteiner Thermalwassercur die Antisyphilitica viel rascher und 
in kleinerer Dosis wirken, als sonst der Fall gewesen, wäre; 4. dass die 
primäre in Gastein selbst sichtbare Wirkung der Cur durchaus nicht die 
wahre, bleibende, sonst meist die entgegengesetzte der seeundären Wir- 
kung ist. > 
Erfahrungen und Beobachtungen aus der homöop. Praxis. 
Von Prof. Dr. Büchner in München. 
Pl e u r i t i s . 
(Fortsetzung.) 
Etwa vorhandene Composition mit Pericarditis oder Bronchitis erhei- 
schen nach Bell. Laur., je nach dem Adject der Krankheit, sicher ihre An- 
wendung. Dass von diesem eben so milden als intensiven Mittel immer 
eine frisch gefertigte Verreibung gebraucht werden soll, muss eigens be- 
tont werden. 
Reissen in den Gliedern, viel Fibrinverlust, Friesel mit reichlichem 
Schweiss, Mitleidenheit der Arteria pulm. und der inneren Herzauskleidung, 
Componirung mit Bronchitis besonders ber schwieriger Expectoration lässt 
bei Rheuma und Tuberkel von Tartarus Hilfe erwarten, man vergesse aber 
nie, dass die Antimonalien leicht Collapsus machen, nicht zu lange verab- 
reicht sein wollen. Dass Tartarus das Hauptmittel bildet, wenn die gesunde 
Seite von Oedem befallen wird, und unvollständige Decarbonisation des 
Blutes eintritt, braucht nur betont zu werden. 
Wir besitzen viele heroische Mittel, die wegen ungenauer Formulirung 
ihrer Indication sehr selten Anwendung finden, obwohl ihre organische Func- 
tionsstörung festgestellt ist, dahin gehören: Gummi amrnon., Acid, Oxal, Cro- 
tonöl, hier der Campher. Bei den höchsten Schmerzen des acuten Rheuma- 
tismus gibt es weder ein homöopathisches noch ein palliatives Mittel (Chlo- 
roform) , das schneller Schmerz, Fieber, das Lähmigkeitsgefühl von fibri- V
	        

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