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8. Jahrgang (1871)

Bibliografische Daten

fullscreen: 8. Jahrgang (1871)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Titel:
Hansa : Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
Untertitel:
Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
Publikationsort:
Hamburg

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=722238312
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
URN:
urn:nbn:de:gbv:601-50
Titel:
8. Jahrgang
Band, Heft, Nummer:
1871

Signatur:
online
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=7222383128

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
November
Band, Heft, Nummer:
11

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hansa : Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
  • 8. Jahrgang (1871)
  • Gesamtindex
  • Januar (1)
  • Februar (2)
  • März (3)
  • April (4)
  • Mai (5)
  • Juni (6)
  • Juli (7)
  • August (8)
  • September (9)
  • Oktober (10)
  • November (11)
  • Dezember (12)

Volltext

zum ersten Male in diesen Bl�ttern von einem sog. Gesetze zu reden welchem eine gewisse Bedeutung f�r eine exacte Darstellung momentaner Beziehungen zwischen Barometerst�nden und Winden beigelegt werden darf. Wenn man den R�cken dem herrschenden WTinde zukehrt so zeigt auf mittlererNordbreite die ausge- streckte linke Hand nach der Gegend des niedrigsten Barometerstandes und umgekehrt wenn der Beob- achter links von sich den niedrigsten Barometerstand i weiss so wird der kommende Wind ihm in den R�cken j wehen. Auf S�derbreite muss man die rechte Hand zu gleichem Zwecke ausstrecken. Mathematisch ge- sprochen ist es der bekannte Lehrsatz dass die I Tangente senkrecht auf dem Radius steht physika- lisch dass die Luft nach der Gegend des geringsten j Drucks hinstr�mt. fortschreitend kommt jenes Gebiet allm�lich West von uns und unser sog. Krimper aus SO. verw andelt sich in S�d dann steht jenes Gebiet NW. von uns und unser Wind wird SW. nachher zieht jenes Ge- biet N. bis NO. und 0. vor uns �ber und der Wind verwandelt sich in WT. bis NW. und Nord. M 198 3 selwirkuugen zwischen den Angaben der meteorolo- uns und unser erstes verd�chtiges Anzeichen des gischen Instrumente und dem jeweiligen Wetter in herannahenden Sturmes ist der SO. Wind mit stark ihrem augenblicklichen Zusammenhange zu pr�fen. fallendem Barometer und Regen. Ueber England Es bietet uns diese Anlehnung zugleich den Vortheil Man nennt es jetzt ziemlich allgemein das Gesetz von Buys-Ballot erstem meteor. Director der See- warte zu Utrecht weil dieser Meteorologe eine schon �fters in auderer Form und anderem Zusammenhange St�rke des Windes. Wir haben eben die sog. ausgesprochene Wahrnehmung zuerst in knappester Isobaren geschlossene Curven gleichen Luftdrucks K�rze also formulirt hat Das Gesetz ist aus einer grossen Menge von Be- Kreisen ringsum ebenfalls der Barometer niedrig obachtungeu auf den Holl�ndischen Festlandsstationen 1 steht und bei noch hohem Barometer kann schon ringsum Utrecht abgeleitet und ist f�r die n�chsten24 ein Sturm wehen wenn in benachbarten �rtern der Standen dort als in den meisten F�llen zutreffend er- i Barometer erheblich niedriger steht. kannt. Kapt. Toynbev vom Meteorological Office inLon- Ganz in Uebereiustimmung mit diesen Ausf�h- don h�lt es auch f�r g�ltig nicht allein in seinem oben- rungen f�hlen wir auch die St�rke des Kaualsturmes genannten weit gr�sseren Beobachtungsgebiet sondern I zunehmen je n�her das Gebiet mit niedrigstem Druck �berhaupt f�r alle Breiten mit Ausnahme der nie- uns r�ckt w�hrend wir noch h�hern Druck haben drigsten. F�r die Aequatorealen Gegenden erwartet bis nachdem der Barometer bei uns seinen niedrig- er den Beweis f�hren zu k�nnen dass der Wind di- rekt nach der Seite des geringsten Barometerdruckes hinweht jedenfalls weiss jeder Seemann dass in den aequatorealen Doldrums der Barometer verh�ltniss- m�ssig niedrig steht und die Passate auf deren Gren- zen fast von Nord und S�d hineinwehen. sten Stand erreicht hat die St�rke des Windes auch stufenweise wieder abnimmt. Ohne uns hier auf die ziemlich bekannten mathe- matischen Constructioneu �ber die Windrichtungen und ihre Aenderungcn einzulassen wollen wir die Buys-Ballotsche Regel illustriren an der Hand all- gemein bekannter Erfahrungen w�hrend eines unse- rer grossen sog. Kanalst�rme. Bei diesen St�rmen im Fr�hjahr besonders im Mai haben wir vorwiegend pflegt ein Gebiet niedrigsten Luftdrucks aus s�dwest- licher Richtung mit einer Geschwindigkeit von 5See- meilen bis zu 60 Seemeilen vom Kanal oder der west- irischen See her �ber England nach der Nordsee Doggersbank u. s. w. zu ziehen. Rings um den je- weiligen Ort dieses Gebietes liegen �rter gleichen und nat�rlich h�hern Luftdruckes und k�nnen wir uns leicht die Orter mit je gleichem Luftdruck der etwa um je Vio Zoll sich �ndern m�ge verbun- den denken durch sog. isobarische Linien isos gleich baros schwer. Sodann erkennen wir um das eigentlich central belegene Sturmfeld mit niedrigstem Luftdruck eine Anzahl von Curven von mehr oder weniger kreis- f�rmiger Gestalt und ist nun erfahrungsm�ssig sicher dass an derNordseite dieser Curven durchweg �stl. Wind resp. Sturm Westseite n�rdl. S�dseite westl. Ostseite s�dl. herrscht. Jeder Kundige muss sofort einsehen dass das zu seinen Erfahrungen stimmt sobald das Stnrm- feld sich n�rdlich von tinsern K�sten vorbeisieht von den St�rmen die aus der Englischen See kommend sich s�d�stlich �ber Marseille zum Mittelmecr ziehen reden wir einstweilen nicht ebensowenig von den entschieden nicht cyclonischeu Winden. Anfangs liegt das Gebiet des niedrigsten Luftdrucks SW. von Noch frappanter werden die Beziehungen zwi- schen den Barometerst�nden und den herrschenden Winden wenn wir uns jetzt frei auf den Atlantischen Ocean hinausbegeben und den �blichen Reisen und Erfahrungen unserer Schiffe nachsp�ren. Dar�ber in n�chster Nummer. Aus dem Bureau des deutschen nautischen Vereins. 1. Oberscebeh�rde. Das Gutachten des nautischen Vereins Germania zu Bremerhaven erkl�rt sich f�r Errichtung einer solchen Beh�rde. Die Beaufsichti- gung s�mmtlicher Anstalten f�r den Schifffahrtsver- kehr sei mit eben so gutem Grunde in eine Hand zu legen wie die der Posten Telegraphen und Eisen- bahnen. Unter jetzigen Verh�ltnissen sei eine Ver- Diese bekannten Erfahrungen �ber die h�ufigst vorkommende Bichtung des Windes m�ssen wir noch nach einer Seite erg�nzen n�mlich in Betreff der genannt. Je n�her dieselben zusammen und dem Gebiete des niedrigsten Druckes benachbart liegen mit andern Worten je schneller die barometrischen Differenzen auf kleinem R�ume wachsen oder je gr�sser der Unterschied des Luftdruckes zwischen zwei benachbarten �rtern ist desto st�rker pflegt der Wind zu sein der nun die Rolle des Austau- sches oder der Ausgleichung zu �bernehmen strebt. Die St�rke des Windes erscheint so abh�ngig nicht von dem absoluten Barometerstande an sich son- dern von den Unterschieden desselben an benach- barten Pl�tzen. Es kann bei sehr niedrigem Baro- meterstande ganz still sein wenn nur in weiten Auch aus gr�ssern Gebieten lassen sich That- sachen zu Gunsten jenes Gesetzes anf�hren. Die SW Winde sind bekanntlich bei uns im Nordseegebiete entschieden h�ufiger als die NO. Winde. Der SW. Wind l�sst also NW. von der Nordsee ein Gebiet niedrigen Luftdrucks erwarten. In der That ist in Stykkisholm auf Island der mittlere j�hrliche Baro- meterstand 29.634 zu Sandwyk auf den Orkneys 29.791 undinGreenwich29.958 engl. Zoll. Noch mehr h�ufige NO. Winde wenn die kalten Steppenwinde in dass schon sommerlich durchw�rmte Sw. Europa hineinwehen nun im Mai ist die mittlere Monats- h�he des Barometers in Stykkisholm auf 29.886 zu Sandwick 29.924 in Greenwich 29.966 Zoll dh. der Unterschied der St�nde ist im Mai nur noch ein Viertel I von dem mittleren j�hrlichen Unterschiede. Alles das stimmt gut weil wir uns wieder an der rechten Seite des Windgebietes befinden.

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