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2. Jahrgang 1865 (1865)

Bibliografische Daten

fullscreen: 2. Jahrgang 1865 (1865)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Titel:
Hansa : Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
Untertitel:
Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
Publikationsort:
Hamburg

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=722238312
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
URN:
urn:nbn:de:gbv:601-89
Titel:
2. Jahrgang 1865
Band, Heft, Nummer:
1865

Signatur:
online
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=7222383122

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Mai
Band, Heft, Nummer:
5

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hansa : Schiffahrt, Schiffbau, Häfen
  • 2. Jahrgang 1865 (1865)
  • Gesamtindex
  • Januar (1)
  • Februar (2)
  • März (3)
  • April (4)
  • Mai (5)
  • Juni (6)
  • Juli (7)
  • August (8)
  • September (9)
  • Oktober (10)
  • November (11)
  • Dezember (12)

Volltext

h�chste Zeit dass uns eine kleine Rast verg�nnt wurde wie sie beiderEbbe folgen musste da einige von uns bereits ganz erstarrt und auch wir Andern dem sehr nahe waren. Gegen 1 Uhr Morgens w a r das Wasser so weit gefallen dass nicht allein das Schiff nicht mehr stiess sondern auch keine Wellen mehr �bers Deck gingen. Unsere Hoffnung belebte sich wieder etwas weil wir wussten dass der jetzt folgende Zwischenraum uns wenigstens auf einige wie ich das oft that um meinen Gedanken nachzu- Stunden Sicherheit versprach. Wir banden uns los h�ngen oder mich im Gebete zu Gott wandte oder und bem�hten unsdurch Bewegung auf dein Deck der lieben Litern Geschwister und Freunde gedachte unsere erstarrten Glieder wieder etwas Gelenkigkeit dann wars mir eben so als ob mir eine Stimme ganz zu verschaffen. Ein Theil von den Leuten w ar indess deutlich zull�stere unbesorgt zu sein den Muth nicht nicht mehr im Stande sich auf den F�ssen zu halten zu verlieren undanmeiner Rettung nicht zu zweifeln. und wurden deshalb von den andern auf dem Deck Das trug viel dazu hei. meinen Muth aufrecht zu er- uinhergeschleppt. Ich glaubte dass das Wasser im halten und mich dieGefahr viel geringer alssie Schilfe nun auch so weit gefallen sei u m ohne Gefahr iu die Kaj�te hinunter kommen zu k�nnen und ver- suchte deshalb mich mit einem Tau um den Leib hinunter zu lassen in der Absicht etwas zu Essen oder zu Trinken zu suchen um uns dadurch einiger- maassen z u st�rken. Z u meiner grossen Freude fand ich dass trotz der vom Wasser angerichteten Verheerung dieeine Seite auf der sich dievonmir gesuchten Gegenst�nde befanden ciuigeinmassen ver- schont geblieben war. Eine grosse Kugellampe dieich unten anz�ndete war daserste wasich dem an Deck beiderKaj�ts- treppe stehenden Capitain hinauflangte. Dieser gab siesoforteinemderLeutemitdemBefehlsieindasjvonseinem Zwecke ab.obeszumKriegs- oder Besahnswant zu binden unduns dadurch etwaigen in I Handelsschiffe bestimmt und weiter im engeren Sinne der N�he befindlichen Schiffen beinerklich zu machen. Einige Flaschen Wein und ein Schinken die ich fand trugen viel dazu bei die erschlafften Lebensgeister wieder etwas aufzufrischen wobei der Capitain je- doch Sorge trug dass Niemand �berm�ssig trank. In meiner Kammer hingen sogar noch einige trockene Kleider die mirundauch denandern Leuten sehr gut zu Statten kamen. Nachdem ich mich trocken umgezogen hatte vertheilte ich den Rest meiner Garderobe unter die Leute von denen einige halb nackend waren. Beim ersten Stoss den das .Schilf gethan waren sie aus den Kojen gesprungen und halten sp�ter keine Gelegenheit gefunden sich an- zuziehen da die H�tte auf dem Verdeck in welcher sich dus Logis befand gleich Anfangs �ber Bord ge- schlagen war. Das Wasser in der Kaj�te hatte sich nun g�nzlich verlaufen unddieMannschait ging hinein um sich hier ein wenig zu erw�rmen oder wenigstens nicht dem eisigen Winde amDeck ausgesetzt zusein.Bis um etwa 3 Uhr Morgens dauerte dieser Stillstund fort dann aber begann das Schill wieder z u stossen u n d abh�ngig von einander besprechen. einzelne Wellen �berzunehmen. A n ein Bleiben in der Kaj�te war unter solchen Umst�nden nicht mehr zu denken Einer nach dem Andern begab sich an Deck und um 4 Uhrstand Jeder wieder an seinem Platze angebunden. Drei Stunden dauerte die Nacht noch und w ir hegten die Hoffnung dass wenn das Schiff so lange zusammenhielte noch Rettung m�glich sei. Ausserdem verinutheten wir dass in einem so befahrenen Theil der Nordsee irgend einSchiff in derN�he sein und uns H�lfe bringen w�rde. Niemand verhehlte sich jedoch dass diese Hoffnung eine sehr schwache sei d a das Schiff unm�glich den St�ssen die es fortw�hrend erlitt noch lange widerstehen konnte. Einige der Mannschaft hatten sich auch schon der Verzweiflung hingegeben die siedurch luutes Schreien andenTaglegten. Ich meinentheils w arzwar auch fest davon �berzeugt dass unsere Rettung nur noch durch ein Wunder bewirkt werden k�nne hatte aber dennoch nicht alle Hoff- kurz ich war immer heiter und guter Dinge und that alles m�gliche um meine Leidensgef�hrten in die- selbe Stimmung z u versetzen was mir auch theilweise gelang. Wenn ich um mich blickte und dieLage der Dinge betrachtete sagte mir dieVernunft dassun- sere Rettung sehr unwahrscheinlich wenn nicht ganz unm�glich sei wenn ich dagegen die Augen schloss wirklich war ansehen z u lassen. Fortsetzung folgt. Ueber die Bewegungen des Schifies. II. D e r Einfluss der Bauart. Wenn wirinNr.33derHansadenEinfluss des Stauens aufdie Bewegungen des Schiffes er�rtert haben. so wollen wir heute untersuchen. wie die I �ussere Forin desSchilfes auf dieselben wirkt. Die Bauart eines Fahrzeuges h�ngt haupts�chlich i ob die Hauptbedingung schnelles Segeln m�glichstes j Fluchgehen. grosses Deplacement etc. ist. Diese Fragen haben jedoch nichts mitunserer Aufgabe zu thuii zu der wir uns jetzt wenden wollen. Wir empfahlen in unserem vorigen Artikel die Vermeidung jedes Extrems und wir k�nnen nicht um- hin . dasselbe auch f�rdiese Zeilen zu wiederholen. -Mag die Form eines Fahrzeuges im Grossen und Ganzen durch seine Bestimmung geboten sein immer- nung aufgegeben. W a r es das Vorgef�hl dass ich Rundung m�glichst gleichf�rmig sei wenigstens an der gerettet werden w�rde oder war es Selbstt�uschung Stelle der sogenannten Kimm. d. h. soweit als es hin bleibt es unrathsam . einige Vortheile der Con- Struction zu Gunsten anderer ausser Acht zu lassen weil dadurch Nachtheilen ein zu freier Spielraum ge- lassen wird die unter Umstanden den grOesten Schaden anzurichten i m Stande sind. Die Bewegungen. auf welche die �ussere Form i des Schilfes Einfluss hat sind dieselben welche wir den Einwirkungen der Stauung unterworfen fanden also in derselben Reihenfolge aufgef�hrt Stabilit�t. Schlingern. Stampfen Gieren Luvgierigkeit. Wenden. Steuern und Wracken. Wir wollen sie wie im vorigen Abschnitt un- 1 Stabilit�t. Wenn einSchiffinnoch so ge- ringem Grade aus seinem Gleichgewicht gebracht wird so k�nnen drei F�lle eintreten 1 Das Schilf beharrt in diesem Zustande dann heisst das Gleichgewicht indifferent oder unbestimmt. 2 E s begiebt sich von selbst wieder in seine fr�here Lage zur�ck alsdann heisst das Gleichge- wicht permanent oder m an sagt das Schilf besitzt eine nach Umst�nden gr�ssere oder geringere Stabilit�t. 3 Es f�llt in Folge der Neigung um dann heisst das Gleichgewicht schwankend. Weder der erste noch der dritte Fall ist bei Schiffen zul�ssig die Stabilit�t muss stets dem zweiten Fall entsprechen. Da ein Schilf in der L�ngcnrichtung stets Sta- bilit�t besitzt sokann letztere nurvonderForm des Nullspandes abh�ngig werden nach welchem sich die ganze seitliche Gestalt des Geb�udes richtet. Dieses Spant muss so construirt werden . dass seine

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