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Illustrirter Hausthierarzt

Bibliografische Daten

fullscreen: Illustrirter Hausthierarzt

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Titel:
Illustrirter Hausthierarzt
Untertitel:
die innerlichen und äußerlichen Krankheiten der Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde, Katzen und des Federviehes, die Verhütung und Behandlung derselben nach den Grundsätzen der homöopathischen Heilmethode
Beteiligte Personen:
Schwabe, Willmar
Publikationsort:
Leipzig
Veröffentlichungsjahr:
1881
Verlag:
Schwabe
Größe der Vorlage:
IV, 491 S.
Herausgeber:
Schwabe, Willmar

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=552345242

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Erster Theil.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Illustrirter Hausthierarzt
  • Titelseite
  • Inhalt.
  • Vorwort zur vierten Auflage.
  • Erster Theil.
  • Zweiter Theil.
  • Anhang.
  • Inhalts-Verzeichniß zur zweiten Abtheilung.

Volltext

Erster Abschnitt. 
I. Unsere Hansthiere. 
Gott sprach: „Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns 
gleich sei, und herrsche über die Fische im Meer, über die Vögel 
unter dem Himmel, über alles Vieh, über die ganze Erde und über 
alles Gewürm, das auf Erden kraucht", so lehrt uns unsere älteste 
Urkunde, die Bibel, und die Menschen nahmen in Folge dessen Besitz 
von der Erde und machten die Thiere theilweise sich dienst- und 
nutzbar. Der Verstand der Hausthiere entwickelte sich offenbar durch 
den längeren Umgang mit Menschen; sie sind in Leid und Freud, 
in ihrem ganzen Thun und Lassen die Halbbrüder und Schwestern 
des Menschen geworden, sie lernen uns allmählich verstehen. Ihre 
Sinnesorgane sind theilweise sogar schärfer als die unsrigen, denn 
welcher Mensch könnte sich eines so scharfen Blicks rühmen, als der 
Vogel? wer eines so scharfen Geruchs, als der Hund? Wilde 
Völker, die ihren Thieren näher stehen, als wir, hegen gegen ihre 
Hausthiere auch liebevolle Neigungen und behandeln sie sogar zarter, 
als wir. Der Araber redet mit seinem Pferde und der Peruaner 
mit seinem Lama. Was ist daher auch naturgemäßer, als der in 
unserem Dienste erkrankten Hausgenossen sich anzunehmen und sie 
von dem Leid zu befreien, das sie uns oft nur durch stumme Ge- 
berden anzudeuten vermögen, denn Alles, was da lebt, soll sich des 
Daseins freuen. Dies wird aber nur dann möglich sein, wenn 
wir diesen treuen Dienern eine größere Beachtung schenken, wenn 
wir sie bei ihrem Verhalten in den verschiedensten Verhältnissen, 
auf der Weide und im Stalle, bei der Fütterung und bei der Arbeit, in 
der Ruhe und bei äußerer Aufregung genau beobachten, und sie 
pflegen bei Krankheitsäußerungen, die wir ja meist selbst verschuldet 
haben durch verkehrte Behandlung, durch Ueberbürdung mit Arbeit, 
durch magere Diät u, s. w. Diese Beobachtungen werden aber wesentlich 
dadurch unterstützt werden, daß wir uns mit dem anatomischen Bau 
und den Functionen der inneren Organe unserer Hausthiere be- 
fassen. Betrachten wir daher zunächst 
1. Das Pferd, 
unstreitig eins der am schönsten und regelmäßigsten gebauten Haus- 
thiere. Es gehört einer großen Familie der Thierwelt, den sogen. 
Einhufern an. Seit uralter Zeit betrachtete es der Mensch als ein 
unmittelbares Geschenk aus der Hand der Götter, und der ehr- 
würdige Dichter Homer läßt — so edel ist ihm das Roß — die 
Pferde des Eumelos vom Sonnengott Apollo selbst erziehen und 
pflegen; und unsere Bibel spendet im Buch Hiob dem Pferde fol- 
gendes Lob: „Das Roß stampft auf den Boden und ist feurig mit 
Kraft; es zeucht aus, dem Geharnischten entgegen und spottet der 
Furcht; es erschrickt nicht vor dem Schwerte, wenngleich wider- 
klinget der Köcher und glänzen Spieß und Lanzen; es zittert, tobt 
und scharrt, und achtet nicht der Trompeten Hall." Das edle 
Pferd ist nicht wild, sondern stolz, und greift trotz seiner Stärke 
kein anderes Thier an, und wenn es angegriffen wird, so geht es 
bloß vertheidigend zu Werke. Es ist ihm deshalb kein Thier gleich- 
zustellen. Dem Reisenden in der fernen Fremde ist es ein trauter 
Gefährte und unzertrennlicher Begleiter; dem Landmann, gleich dem 
Rinde und Schafe, ein nothwendiges Hausthier, gleich dem Stiere 
ein Zugthier, gleich dem Kameele ein Lastträger, gleich dem Ele- 
phanten ein kluger Arbeitsgehülfe; dem Reichen beut es Bequem- 
lichkeit und Pracht; und da es mit seiner Stärke und Schnelligkeit 
Herzhaftigkeit nnd kriegerischen Muth vereint, so hilft es dem 
Fürsten und Volke Schlachten schlagen, denn der Cavallerist ist ohne 
dasselbe undenkbar und für das Geschütz ist es bis jetzt die beste 
bewegende Kraft. 
Den größten Einfluß auf Geist nnd Gestalt des Pferdes haben 
Klima, Oertlichkeit und Boden, besonders wenn es eine Reihe von 
Jahren durch mehrere Geschlechter unter gleichen Einflüssen gezogen 
worden ist. Daher entstanden denn auch die verschiedenen Haupt- 
racen und die davon abgeleiteten Unterracen und Stämme.
	        

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Schwabe, Willmar. Illustrirter Hausthierarzt. Schwabe, 1881.
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