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Das Bewusstsein

Bibliografische Daten

fullscreen: Das Bewusstsein

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Schlegel, Emil
Titel:
Das Bewusstsein
Untertitel:
Grundzüge naturwissenschaftlicher und philosophischer Deutung
Beteiligte Personen:
Schlegel, Emil
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1891
Verlag:
Frommann
Größe der Vorlage:
128 S.

Physikalischer Standort:
Europäische Bibliothek für Homöopathie (EBH), Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=532567

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Der mechanische Wert der Bewusstseinserscheinungen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Das Bewusstsein
  • Titelseite
  • Wer als Naturforscher...
  • Vorwort.
  • Einleitung
  • Physiologie des Bewusstseins.
  • Pathologie des Bewusstseins.
  • Der mechanische Wert der Bewusstseinserscheinungen.
  • Inhalts-Uebersicht.

Volltext

— 90 — 
repräsentiert: centrales Organ für die Bewusstseinserscheinung 
in Form von Empfindung und Wille, sowie peripheres Organ 
für Leitung und kontinuierlich anschliessend das motorische 
kontraktile Organ. 
Dass hier z. B. der Willensimpuls wahrscheinlich durch 
den nervösen Abschnitt der Faser hindurchströmt und end- 
lich sich als Muskelreiz erschöpft, dürfte diesem einfachen 
Systeme entsprechen. Der in der Ganglienzelle entbundene 
centrifugale Eeiz zur Kontraktion wird also auf die Bahn 
der Verwirklichung entlassen, wird in das motorische Faser- 
stück geleitet und erzielt hier die zweckdienliche Kontrak- 
tion. Die Uebergänge vom Willensimpuls bis zum Kon- 
traktionsreiz betreffen zunächst die Bewusstseinserscheinung, 
welche zum motorischen Innervationsstrom wird und sodann 
diesen, wie er zum entsprechend bemessenen wirksamen Keiz 
für den Muskel wird. Soweit werden wir eine völlige Aequi- 
valenz zwischen den spielenden Kräften annehmen dürfen; 
dagegen ist die Energie der Muskelleistung wieder eine Sache 
für sich, welche zwar den Befehl für ihre Art und Grosse 
noch aus obiger Quelle empfängt, dagegen ihre mechanische 
Leistung aus der in ihr aufgespeicherten besonderen Energie 
bestreitet, deren Ursprung der Ernährungszustand der Muskel- 
faser ist. 
Es unterliegt keinem Zweifel, dass die in uns auf- 
tauchenden und von uns ausgehenden geistigen Erscheinungen 
aus dem Kräftevorrat in irgend einer Weise herstammen, 
welchen die Gesamtorganisation durch ihre Ernährungsvor- 
gänge sich erworben hat. Wie dieser Kräftevorrat in der 
Muskelmasse des Organismus zur Fortbewegung und zu 
inneren Bewegungen, sowie zur Wärmebildung ausgenützt 
wird; wie er durch die besondere chemische Beschaffenheit 
vieler Drüsensäfte zur Aneignung neuen Materiales und zur 
Wegschaffung des verbrauchten dienen muss: so auch in den 
gebundenen Energieen des Nervensystems, wie sie durch 
reichliche Blutversorgung ebenfalls stets erneuert werden, 
zur Erzeugung der Bewusstseinserscheinungen, des geistigen 
— 91 — 
Lebens. Nur eine kleine, aber hochwichtige Gruppe von 
Selbsterscheinungen zeigt sich im Lichte einer bemerkens- 
werten Ausnahme und gerade diese scheint uns berufen, 
über das ganze Gebiet eine befriedigende Klarheit zu ver- 
breiten. 
Die Sinnesempfindungen stellen sich als Anfangs- 
glieder dar in der Kette der Bewusstseinserscheinungen, sie 
gehen nicht ohne weiteres aus der inneren Organisation 
hervor und aus ihren Kraftquellen, sondern sie werden von 
aussen her an den Bewusstseinsherd direkt herangebracht; 
für ihr Zustandekommen liefert zwar der Organismus die 
besten vollkommensten Vorbereitungen, indem er den Sinnes- 
reizen die entsprechenden Wege offen hält und so gewisser- 
massen die Kosten eines zweckmässigen Empfanges bestreitet; 
die Sinnesempfmdungen selbst auf den nervösen Ausbrei- 
tungen der Sinnesorgane kommen jedoch unter der sehr 
massgebenden Wirkung jener physikalischen Agentien zu 
stände, welche wir eben Reize nennen, und als welche in 
erster Linie Licht und Schall, d. h. gewisse Aetherschwin- 
gungen und gewisse Schwingungen der elastischen Stoff- 
teilchen in Betracht kommen. 
Diese Sinnesreize drängen dem Organismus ihre An- 
wesenheit in quantitativ bestimmten Verhältnissen auf, ein 
Beweis, dass die Organisation ihnen gegenüber eine passive 
Rolle spielt bis zu einem Grade, wo sie sogar ihre Schutz- 
vorrichtungen gegen die übermässig eindringenden Reize 
spielen lässt, ja bis zu dem Grade, dass sie die zu starke 
Einströmung der äusseren Reize im Widerspruch mit den 
eigenen Lebenszwecken förmlich als Schmerz empfindet. 
Es ist nun freilich wahr, dass die Empfindung auch nur 
unter gleichzeitiger Mitwirkung der Organisation zu stände 
kommt, dass Licht und Schall bereits eine Synthese zwischen 
der Aussen- und Innenwelt darstellen. 
Aber die beiden Komponenten dieses Bewusstseinsergeb- 
nisses verhalten sich aktiv und passiv, aktiv der eindringende 
Sinnesreiz, passiv das vorbereitete Organ, in welches der
	        

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Schlegel, Emil. Das Bewusstsein. Frommann, 1891.
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