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Mein System

Bibliografische Daten

fullscreen: Mein System

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Mein System
Untertitel:
zugleich vierte, völlig umgearbeitete Auflage von "Die Normalkleidung als Gesundheitsschutz"
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1885
Verlag:
Verlag von W. Kohlhammer
Größe der Vorlage:
IV, 332 Seiten

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=4849403

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
I. Theil. Historisches.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mein System
  • Titelseite
  • Inhalts-Verzeichniß.
  • Einleitung
  • I. Theil. Historisches.
  • Zweiter Theil. Naturwissenschaftliches.
  • Dritter Theil. Praktisches.
  • Fachbegriffsregister
  • Druckfehler.

Volltext

hockerthiim so auffallend entwickelte, Ter Umstand, daß Teutsch- 
land seit Jahrhunderten das Schlachtfeld für alle europäischen 
Nationen war, fortwährend in inneren Kämpfen sich befehdete 
und in seiner Zerrissenheit oft genug nicht einmal fähig war, 
Leben und Eigenthum gegen die Nächsten zu schützen, zwang 
einen großen Theil der Bevülleruug, sich in die Enge ummauerter 
Städte einzuschließen, und diese find die eigentlichen Brutstätten 
unfercs bürgerlichen Stubenfitzerthums geworden. Endlich mag 
die Neigung hiezu auch schon Uon lange her im deutschen Blute 
gelegen haben, denn fchmi die römischen Schriftsteller schilderten 
die Teutschen als „Barenhäulei". 
Allerdings hat es in den letzten Jahrhunderten den Teutschen, 
d. h. wenigstens einem Theil derselben, in Folge der unaufhör- 
lichen Kriege fellen lange an der nöthigen Körperbewegung ge- 
fehlt und diesem Umstand verdanken wir es, daß leine tiefer 
gehende Vcrdcrbniß unserer Lcibcskuustitutiou eingerissen ist, allein 
mit der Schaffung des deutsche» Reichs ist die Aussicht vorhanden, 
daß wir auf lang hin den gewiß jedem wünschenswerthen Frieden 
von außen behalten, und wenn dieser kein fauler, d. h. ein uns 
faul machender werden soll, müssen wir nns klar werden, daß 
«ur ausgiebige Körperbewegung im Staude ist, diesen schlimmen 
Zustand fern zn halten, und daß unsere friedlichen Lebens- 
gewohnheiten in diesem Stück fchr viel zn wünschen übrig lassen, 
Tas sind die Grunde, warum ich es nicht für überflüssig 
halte, von dem Wer!h ausgiebiger Körperbewegung für die Er- 
haltung der Gesundheit und Arbeitskraft zu sprechen, denn wenn 
auch im allgemeinen die meiste» denkenden Menschen wissen, und 
zum Theil an sich oft genug erfahren haben, daß körperliche 
Bewegung gesund ist, so haben doch die meisten leine richtige 
Borstellung über Maß, Bedürfniß und AnwendnngZart, und 
denen, die das Rechte wissen und wollen, stellen sich eingewur- 
zelte Noinithcile entgegen. 
Für die richtige Geistes- und Lcibesbeschaffenheit in Bezug 
auf Gesundheit und Arbeitskraft hat eigentlich nur der Eng- 
länder ein Wort, er bezeichnet sie als ,,eon6iti<)u". Wir wollen 
Zuerst uus klar machen, worauf sie beruht. Um die Sache kurz 
zu fassen, handelt es sich einmal um gewisse Mischungsverhält- 
nisse der wichtigsten KöiPeibestandtheile und um einige physika- 
lische Beschaffenheiten der lebendigen Substanzen. 
Bei den Mifchungsverhältnissen können wir uns auf dreierlei 
chemische Stoffe, auf Eiweiß, Fett und Wasser beschränken. 
Tas erstere ist die Grundlage aller lebendigen Theile, nament- 
lich von Muskel, Nerv, Blut ?c. und kann geradezu der Träger 
des Lebens genannt werden. Ihm gegenüber sind Wafser und 
Fett nur Hülfsstoffe, wenn auch absolut unentbehrliche. Tic 
richtige Leibesbeschaffenheit besteht nun darin, daß diefe drei 
Stoffe im richtigen Mcngeverhältniß zu einander stehen und 
das ist damit bezeichnet l je reicher an Eiweiß ein Körper ist, 
desto gesunder nnd arbeitsfähiger ist er, wahrend jede stärkere 
Ansammlung von Wasser nnd Fett die Leistungsfähigkeit des- 
selben und seine Widerstandsfähigkeit gegen krankmachende Ein- 
flüsse vermindert. 
Bei der physikalischen Beschaffenheit handelt es sich erstens 
um die Erregbarkeit der Lebensträger im Körper, deren vor- 
nehmste die Nerven uud Muskeln find, denn von ihr hängt 
Kraft, Schnelligkeit und Regsamkeit bei körperlicher und geistiger 
Arbeit uud bei den Ausglcichungsvorgängen ab, mit denen wir 
unsern Körper den zerstörenden Einflüssen der Außenwelt gegen- 
über aufrecht erhalten. Ten zweiten Pnnkt bilden die Elasti- 
Zitätsverhältnisse der sogcnauulen Gerüstsubstauzen (Sehnen, 
Bänder, Gefäßröhren, Lungengewcbe :c,). Sobald deren Tehn- 
liarkeit nnd Festigkeit abnimmt, sinkt die Leistungsfähigkeit und 
Widerstandskraft des Körpers. 
Mangel an ausgiebiger körperlicher Bewegung erzengt nun 
— bei dem einen rascher, bei dem andern langsamer — sowohl 
Veränderungen iu den chemischen Mischungsverhältnissen als in 
der physikalischen Beschaffenheit ter Substanz des Körpers, die 
wir im einzelnen betrachten müssen. 
Voraus stelle ich die Zunahme des Fettgehaltes, die 
mit fitzender Lebensweise fast immer eintritt, wenn die Ernäh- 
rung eine gute ist, Tic nachteiligen Wirkungen der Fettan- 
fllmmlung sind folgende:
	        

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Jaeger, Gustav. Mein System. Verlag von W. Kohlhammer, 1885.
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