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Mein System

Bibliografische Daten

fullscreen: Mein System

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Mein System
Untertitel:
zugleich vierte, völlig umgearbeitete Auflage von "Die Normalkleidung als Gesundheitsschutz"
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1885
Verlag:
Verlag von W. Kohlhammer
Größe der Vorlage:
IV, 332 Seiten

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=4849403

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
I. Theil. Historisches.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mein System
  • Titelseite
  • Inhalts-Verzeichniß.
  • Einleitung
  • I. Theil. Historisches.
  • Zweiter Theil. Naturwissenschaftliches.
  • Dritter Theil. Praktisches.
  • Fachbegriffsregister
  • Druckfehler.

Volltext

— 2 — 
Tas ist nun auch das Schicksal des Athleten, Sobald er 
aus irgend eiiiein Grunde seine athletische Beschäftigung einstellt, 
so bekommt er nach kurzer Zeit lie Eonstitntion eines Mast- 
ochsen und daß solche fettsüchtige Leute sehr zu Erkrankungen, 
namentlich zu fieberhaften, geucigt sind, ist eine volksbckaniite 
Sache, 
Ich verfiel dem Schicksal des Athleten, als ich in meinem 
27. Lebensjahre durch eine Verwundung des Beins mit Blut- 
Vergiftung »in die Befähigung, meinen athletischen Sport fort- 
zusetzen, kam, Tns Nuthlnuf hinterließ Krampfadern, die bei 
jeder angestrengten Bewegung schmerzte« und mich immer mehr 
zum sogenaunlcu Ttubenhockerlcbcu verurtheilten. Wenn ich 
auch nie aufhörte, zeitweilige Jagd- und Sammelercursionen zu 
machen, so genügte das doch nicht, um das allmählige Eintreten 
der Fettsucht mit ihrem Gefolge von Schwciatmigkcit, Ver- 
dauuugsbeschwcrdcn, Hämorrhoiden und Tispositiou zu Erkäl- 
tungskrankheiten zu vcrhinderu, 
Tas äußere Motiv war, daß ich zu nieincu Lchraufträgen 
über Zoologie noch eiueu Lchrnuftrag für Anthropologie an dem 
Kün, Polytechnikum zu Stuttgart erhielt. Getreu meinem stcto 
befolgten Grundsatz, auf allen meinen Thätigkeitsgcbicten nicht 
bloß theoretisch, sondern auch praktisch vurzugehcu, beschloß ich 
meine Vortrage über Anthropologie iu einer auf Erziehungs- 
und Ocsmidhcitslchre angewandten Richtung zu halten und da — 
um es kurz zu sagen -- kam ich mir als kranker Mann über 
Gesundhcitslchre sprechend etwa so vor, wie ein Kahlköpfiger, 
der Haarbalsam anpreist, und dies gab meinen Bestrebungen, 
mich selbst gesund zu machen die Energie, welche nöthig war, 
um das Ziel zu erreichen, das ich jetzt erreicht habe, Tasselbc 
ist nicht in einer Etappe erlangt worden und ich gebe in dcu 
nachstehenden Kapiteln durch Wiederabdruck der betreffende» Ab- 
schnitte meiner früheren Publikationen die Etappen der Reihe 
«nch an. Tiefe bilden den historischen Abschnitt vorliegender 
PublitllNon, während der zweite Abschnitt eine systematische ge- 
drängte Tai stellung meines ganzen hygienischen Systems geben wird. 
^ 8 — 
1. Der Werih der Körperbewegung für die 
Gesundheit. *) 
(Aus Neuem deutschem Familienbl, 1875. Nr. 19—52 und 
187Ü Nr. 1—5). 
Wo der Mensch im Naturznstande lebt, erheischt der harte 
Kampf um Leben und Nahrung stets soviel körperliche Bewegung 
uud Anstrengung, als der Mensch zur Erhaltung einer richtigen 
Kürperveifassnng nöthig hat. Bei nns Kulturmenschen dagegen 
wirken mehrere Umstände zusammen dahin, daß ein großer Theil 
der Bevölkerung in diesem Stück gesundheitswidrige Lebens- 
gewohnheiteu annimmt. Tie Anforderungen, welche die Kultur 
unserer Jetztzeit an die geistige Ausbildung jedes Menschen stellt. 
Zwingen denselben schon von Jugend an zum Stillsitzen in der 
Schule und bei einer großen Zahl schließt sich daran die Noth- 
wendigkeit des Stillsitzcns in den verschiedensten BroduerdienungZ- 
anstalten, so daß der Trieb und die Fähigkeiten zu ausgiebiger 
Körperbewegung bei den meisten Menschen mehr oder weniger 
verloren gehen, 
Hiezu gesellt sich uuser Klima. Während der Südländer 
fast das ganze Jahr hindurch auf den Straßen leben kann, wo 
er stets die Wohlthat der frischen Lnft genießt uud weit mehr 
Anregung zu körperlicher Bewegung hat, zwingt uns der Winter 
nnd das Kothwctter einen guten Theil des Jahres in die dumpfe 
Luft der Stuben, was an und für sich schon gesundheitswidria, 
wirkt uud durch Beschränkung der körperlichen Bewegung die 
schlimmsten Ucbelstände hervorruft,. 
Auch die geschichtliche Entwicklung unserer Verhältnisse hat 
dazu beigetragen, daß speziell in Deutschland sich das Stuben- 
") Nuizug »u3 ei„em üfsenUiche» Vertrag l,«r den Mitgliedern der Viir- 
«crgesellschaft und des Gewclbeoereins in Etuttgart am 2«, No«, 1875.
	        

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Jaeger, Gustav. Mein System. Verlag von W. Kohlhammer, 1885.
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