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Mein System

Bibliografische Daten

fullscreen: Mein System

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Mein System
Untertitel:
zugleich vierte, völlig umgearbeitete Auflage von "Die Normalkleidung als Gesundheitsschutz"
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1885
Verlag:
Verlag von W. Kohlhammer
Größe der Vorlage:
IV, 332 Seiten

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=4849403

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Dritter Theil. Praktisches.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mein System
  • Titelseite
  • Inhalts-Verzeichniß.
  • Einleitung
  • I. Theil. Historisches.
  • Zweiter Theil. Naturwissenschaftliches.
  • Dritter Theil. Praktisches.
  • Fachbegriffsregister
  • Druckfehler.

Volltext

— 222 — 
Dritter Theil. 
Praktisches. 
30. Wie geht man in die Wolle? 
Die günstigste Zeit, um zum Wollregime überzugehen, ist 
unstreitig das Frühjahr (April bis Juni), womit aber nicht 
gefügt sein soll, daß man zu anderer Zeit nicht anfangen könne. 
Gesunde, kräftige Personen, insbesondere jüngere Leute, die 
sich völlig gesund fühlen und nicht elwa einen Rest von einer 
früheren Krankheit her in sich sitzen haben, können das Woll- 
regime jeder Zeit ohne weiters und auf ein Mal vollständig 
annehmen. Bei solchen Personen dagegen, die einen kränklichen, 
schwächlichen, mit Krankheitsstoff geladenen oder gar völlig durch» 
seuchteu Körper haben, ist ein allmähliges Annehmen des Woll- 
icgimeZ rathsam. Fälschlicherweise beginnt bei dieser allmäh- 
ligen Annahme mancher mit dem Hemd, Vielmehr ist ganz 
entschieden anzuempfehlen, daß man von der Tageskleidung zu- 
erst die Oberkleidung in meinem Sinne abändert, dann die Unter- 
kleidung, Beim ungetehrten Weg stellt sich, selbst bei verhält- 
nißmäßig gesunden Personen, wenn die Haut empfindlich ist, 
nicht selten lästiges Jucken ein. Bei kranken Personen beginnen 
l>ei folch falschem Vorgehen oft lästige, weil nicht zum Ende 
gelangende Wollkrisen. I m Bett ändere man vor allen Tingen 
die Bedeckung, dann folge das Kopfkissen; der nächste Schritt 
ist die Ersetzung des Leintuchs durch einen wollenen Bezug 
und endlich schreite man zur Wollmatratze, Es ist durchaus 
nicht nothwendig, alles zumal zu ändern; ja bei tieferen, 
schweren Leiden und geschwächtem Körper empfiehlt sich eine ab- 
satzweise Annahme des Wollregimes aus gesundheitlichen Grün- 
den, da bei dieser Art der Annahme schwerere Krisen, die Gefahr 
bringen könnten, vermieden werde». Eine allmählige Annahme 
des Wollregimes ist aber auch bei vielen zugleich von der Natur 
des Geldbeutels gefordert, da unter Umständen dieser es ist, der 
leine heftigere Krisis ertragen kann. 
Ein Vorurtheil, das man gar nicht selten hören kann, geht, 
dahin, die Annahme des Wollregimes sei so sehr theuer, Tiese 
Meinung ist unbegründet, Ter erste Schritt kostet so gut wie- 
gar nichts. Wollene Obeikleiderstoffe trägt man ja io ziemlich 
allgemein. Nun entfernt man einfach aus d en wollenen 
Oberkleidern das falsche Futt er, so hat man schon einen 
ganz hübschen Anfang vom Wollregime und, da man lein 
wollenes Futter anbringt, sundern den Rock »hne Futter läßt, 
so kommt der Kostenpunkt hier nicht in Betracht, Auf diese 
Weise kann man seine alten Kleidungsstücke abändern unl> 
ablragen, Tamit hat man zwar noch nicht das volle Woll- 
regime mit allem seinem Zubehör (namentlich Farbstoffregime> 
und allen seinen Wohlthaten, aber doch hat man damit gegen- 
über der früheren Kleidung einen nicht gering anzuschlagenden 
Fortschritt gemacht. 
Das Wollregime entfaltet seine vollen Wirkungen nicht auf 
einmal, sondern brancht Zeit, Bei kränklichen Erwachsenen treten 
am Anfang öfters Krisen auf (siehe S, 210 ff,), durch die 
man sich jedoch nicht irre machen laisen darf. Man verlange 
vom Wollregime nicht a bsolut es G esundbleiben so wenig 
als ewiges Leben, dagegen kann mit Sicherheit auf Grund der 
bisherigen Erfahrungen versprochen werden, daß Störungen der 
Gesundheit einmal viel seltener sind, sodann wenn auch anfangs- 
öfters sehr hefüg, doch viel rascher verlaufen, sehr selten in 
chronisches Sicchthum übergehen und ^ was die Hauptsache 
ist — in den stöinugsfreien Zeiten erfreut man sich eines dem 
Falschbekleideten meist ganz unbekannten Gesundheit?-- und Kraft- 
gefühls, 
Tas Wollregime hat sich als ein machtvolles, eine ent- 
schiedene Lücke im Heilapparat aussüllendes nnd den Vortheil 
baueruder Heilung bietendes Kurverfahren für alle Selbstgift-
	        

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Jaeger, Gustav. Mein System. Verlag von W. Kohlhammer, 1885.
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