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Die Homöopathie

Bibliographic data

fullscreen: Die Homöopathie

Structure type:
Monograph
Collection:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Author:
Jaeger, Gustav
Title:
Die Homöopathie
Subtitle:
Urtheil eines Physiologen und Naturforschers
People involved:
Jaeger, Gustav
Place of publication:
Stuttgart
Year of publication:
1888
Publisher:
Selbstverl.
Scope:
48 S.

Physical location:
EBH, Köthen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=424452

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Ueber Homöopathie.

Contents

Table of contents

  • Die Homöopathie
  • Title page
  • Vorwort.
  • Ueber Homöopathie.

Full text

7 
— 48 — i 
dem Körper heraus in die perspiratio invisibilis stattiindet, und das ist 
gleichbedeutend mit einem Verdünnungsprocess der Arznei in den Säften 
des Körpers, so dass selbst die denkbar grösste Gabe in kürzester 
Zeit im Innern des Körpers in eine homöopathische verwandelt ist. 
Wenn deshalb ein Homöopath neben den homöopathisch bereiteten 
Arzneien noch flüchtige Stoffe in allopathischer Form, z. B. in Form 
von Theeaufgüssen gibt, so begeht er eine geringere Inconsequenz, 
als wenn er ein wenig flüchtiges Mittel bloss in vierter, fünfter oder 
sechster Decimalpotenz gibt. Ich kenne die homöopathische Lite­ 
ratur viel zu wenig, und so ist vielleicht der Tadel, den ich jetzt 
ausspreche, nur theilweise gerechtfertigt, aber in dem, was ich gelesen 
habe, vermisse ich eine Erwähnung des Umstandes, dass man bei 
Stoffen, die von Haus aus wenig flüchtig sind, in der Verdünnung der 
allopathischen Gabe quantitativ viel ferner bleiben, d. h. eine höhere 
Potenz wählen muss, als wenn der Stoff von Hause aus sehr 
flüchtig ist. 
Zum Schluss noch eine Bemerkung. Eine altbekannte und nie 
bestrittene Thatsache ist, dass mit wenigen Ausnahmen die Arznei- 
. Stoffe in einer gewissen Menge Gifte, ja tödtliche Gifte sind; ebenso 
unbestritten ist die Thatsache, dass, wenn man sie als Arznei be­ 
nützen will, man von derselben weniger als die giftige Dosis nehmen 
' muss, dass also die Heilwirkung von der Giftwirkung (die ja doch das 
Gegentheil von Heilwirkung ist) nur durch eine Verminderung der 
Dosis getrennt ist. Frage: was liegt denn da für den schlichten, vor- 
urtheilslosen Menschenverstand näher als die Vermuthung, es möchte 
der Gegensatz zwischen Heilwirkung und Giftwirkung durch eine 
weitere Verminderung der Dosis noch grösser werden? Antwort1: 
Gewiss, allein die vorliegende Frage ist keine des gesunden Menschen­ 
verstandes, sondern eine Macht- und Interessenfrage, und deshalb wird 
die Wahrheit noch mehr als 'ein Menschenalter, in Europa, speciell 
Deutschland, vielleicht für immer unterdrückt bleiben, denn hier herrscht 
nicht der Cultus der Wahrheit und des Rechts, sondern der der Schul­ 
meinung und der Macht. 
Separatabdruck aus: „Oesterreichische Monatsschrift für Thierheilkunde.“ — Verlag von Moritz Kerles. 
Druck von Johann N. Vernay In Wien.
	        

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Jaeger, Gustav. Die Homöopathie. Selbstverl., 1888.
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