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Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Untertitel:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1891
Verlag:
Jaeger
Größe der Vorlage:
IV, 62 S.

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Einleitung

Strukturtyp:
Einleitung

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Titelseite
  • Vorwort.
  • Einleitung
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Volltext

_ 2 - 
wird, ist das eine chemische Zersetzung; wenn sich Sauerstoff und 
Wasserstoff zu Wasser verbinden, heisst man es chemische Ver- 
bindung; ersetzt man in einer Verbindung eine Atomgruppe durch 
eine andere, so ist das chemische Substitution u. s. f. 
Chemisch-physiologische Wirkung eines Stoffes ist es 
also, wenn derselbe entweder im Körper selbst sich chemisch ver- 
ändert, z. B. zersetzt, oder wenn er Stoffbestandteile des Körpers 
chemisch verändert, oder beides thut. 
Diese Art Wirkung hat nun ihre verschiedenen Folgen, von 
denen ich aber nur Eine hier hervorheben will, nämlich die, dass 
in beiden Fällen (nicht immer, aber allermeist) der Stoff, der 
gewirkt hat, als solcher verschwunden ist und dass er selbst 
weiter gar nicht mehr in Betracht kommt, sondern nur die neuen 
Stoffe, die infolge der chemischen Veränderung erschienen sind. 
Wenn aber ein flüssiger oder flüchtiger Stoff in die Säfte 
eines Lebewesens eintritt, ohne sich selbst chemisch zu ver- 
ändern, was hat er für Wirkungen? Hat er welche, oder hat 
er keine? 
Hier sind wieder zwei Fälle zu unterscheiden. Es giebt näm- 
lich Stoffe, die innerhalb von Lebewesen sich selbst nicht chemisch 
verändern, aber doch solche Veränderungen in Körperstoffen hervor- 
rufen, man spricht hierbei von Ferment- oder diastatischer 
Wirkung. 
Die Zahl dieser leblosen Fermentstoffe ist aber verschwindend 
klein gegen die Masse von Stoffen, welche diese Wirkung nicht 
haben, und auch selbst keine Veränderung im Körper erleiden. 
Haben die nun gar keine Wirkung, oder wenn sie welche 
haben, was ist sie? 
Fassen wir vorher das Bisherige kurz zusammen. Es giebt: 
1) Stoffe, die im Körper sich chemisch verändern, sie wirken 
a) durch die freiwerdende Energie, b) durch ihre Zersetzungs- 
produkte. Dahin gehören vor allem einerseits die Nährstoffe in 
unsern Nahrungsmitteln, andererseits die ätzenden Gifte und 
noch manches andere. 
2) Stoffe, die sich selbst chemisch nicht ändern, aber Körper- 
stoffe zur Zersetzung veranlassen: Diastasen. 
3) Stoffe, die sich nicht verändern und auch keine chemischen 
Veränderungen hervorrufen. 
Die Stoffe 1 und 2 interessieren uns hier nicht, sondern nur 
die der dritten Abteilung. Welche Wirkung haben sie? 
— o — 
Nun ein solcher Stoff muss einfach durch die Bewegung 
seiner kleinsten Teile, seiner Moleküle, überall da wirken, 
wo diese hingelangen, das sind namentlich bei den flüchtigen und 
bei solchen, die sich in den Säften des Körpers lösen oder sich 
mit ihnen mischen, mehr oder weniger alle Gewebe und Säfte. 
Es wird sich jetzt nur fragen, ob diese Wirkung überall gleich- 
artig oder gleichstark ist. Sehen wir von der spezifischen Ver- 
schiedenheit der Stoffe und von der verschiedenen Bewegungstärke 
der Moleküle ab, so bleibt folgendes: 
1) Da die höheren Geschöpfe, z. B. die Menschen, aus 
verschiedenen Geweben und Organen zusammengesetzt sind, so 
ergiebt sich für erstere Frage die Antwort: ein und derselbe Stoff 
wirkt in verschiedenartigen Geweben mehr oder weniger ver- 
schiedenartig. 
2) Betreffs der Stärke der Wirkung gilt: die Stoffe wirken 
auf diejenigen Gewebe am stärksten, die am empfindlichsten 
sind, und da steht natürlich obenan das Nervensystem (d. h. 
bei den Geschöpfen, die ein solches haben). Deshalb, weil hier 
die Wirkungen am stärksten hervortreten, nicht deshalb, weil 
sie nur hier stattfinden, heisst man diese Wirkung die nervöse. 
Also:Die nervösen Wirkungen der Stoffe sind das Gebiet, von 
dem im Nachstehenden gehandelt werden soll, natürlich nicht von 
allen, sondern nur von einigen Gesetzen, von denen sie beherrscht 
werden, dem des Gleich und Gleich und dem des Ahnlich 
und Ähnlich. 
Es bestehen nämlich einerseits zwischen gleichen Stoffen, 
andererseits zwischen ähnlichen Stoffen gewisse, überall sich wieder- 
holende Beziehungen, deren Ermittelung von grosser, namentlich 
auch praktischer Wichtigkeit ist, wie aus dem Nachfolgenden er- 
sehen werden kann. Gewöhnlich drückt man die Gesetze, um die 
es sich handelt, in den zwei Formeln aus: Gleich mit Gleich 
(lat. aequalia aequalibus, griech. ison isois) und Ahnlich mit 
Ähnlich (lat. similia similibus, griech. homoion homoiois). Die 
Namen, unter denen diese Beziehungen von Mund zu Mund gehen, 
kommen von der griechischen Formel und heissen Isopathie 
und Homöopathie; aber allerdings versteht man darunter nicht 
das ganze Gesetz, sondern nur die Art seiner Anwendung auf die 
Heilkunst, die eben ein Zankapfel zwischen zwei feindlichen Lagern 
ist, aus dem Grund, weil sich niemand die Mühe nimmt, die frag-
	        

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Zitierempfehlung

Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
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