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Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>

Strukturtyp:
Monografie
Sammlung:
Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie e.V.
Autor:
Jaeger, Gustav
Titel:
Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
Untertitel:
Notschrei eines misshandelten Naturgesetzes
Beteiligte Personen:
Jaeger, Gustav
Publikationsort:
Stuttgart
Veröffentlichungsjahr:
1891
Verlag:
Jaeger
Größe der Vorlage:
IV, 62 S.

Physikalischer Standort:
EBH, Köthen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=38392022

Epilog

Strukturtyp:
Epilog
Titel:
Gleich und Ähnlich

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleich und Ähnlich <Ison und Homoion>
  • Titelseite
  • Vorwort.
  • Einleitung
  • Der Zug zu Gleich und Ähnlich.
  • Essen und Trinken.
  • Die Flucht vor dem Gleichen.
  • Gleich und Ähnlich in der Heilkunst.
  • Aus der Geschichte der Medicin.
  • Gleich und Ähnlich
  • Anmerkungen.
  • Inhaltsverzeichnis.

Volltext

- 60 - 
hast du einen Zauber, um dich vor Hereinfall zu bewahren. Frage ihn: 
„Kennen Sie das Ison und Homoion?" Wenn er den Kopf schüttelt, 
dann lass ihn mit seinem Talent allein. Damit Gott befohlen. 
Anmerkungen. 
9 Vt/ 
1) Zu pag. 31. Die Stelle in meiner Entstehung der Seele, III. Auflage, 
befindet sich in Bd. II. pag. 334 und lautet: 
„Das Paracelsische Verfahren hat seinen Namen ,magnetisch' davon, dass 
Paracelsus sich des sogenannten ,magnes microcosmi', auch ,Mumie' genannt, 
bediente. Als solcher Magnet wurden hauptsächlich das Blut oder natürliche Ab. 
fälle des Körpers, Schweiss, Eiter, Haare, Nägel u. s. w. des Kranken benutzt. 
Die Manipulation, die man mit diesem Magnet vornahm, bestand einmal darin, 
dass man denselben mit Erde vermischte und in diese Erde Samen von Pflanzen 
einsäte, die darin im Freien wachsen mussten und nachher einem Tier verfüttert 
wurden (Transplantationsmethode). Eine andere Methode war, ein Loch in einen 
kräftig vegetierenden Baum (besonders Weiden und Eichen) zu bohren, die Mumie 
hineinzugeben und das Loch wieder zu verschliessen (Verbohrungsmethode). 
Das Nähere findet der wissbegierige Leser in der Schrift: — „Die sympathetisch- 
magnetische Heilkunde." (Stuttgart, Verlag von J. Scheible, 1851.) 
,.Die Vorstellung, welche die Paracelsisten von der Sache hatten, war 
folgende: — In dem sogenannten ,Magnet' stecke, glaubten sie, der Krankheits- 
stoff, und in dem Masse, als der Magnet von der wachsenden Pflanze verzehrt 
werde, ziehe derselbe gleich einem Magnet den Krankheitsstoff aus dem Körper 
nach und befreie den Körper von jenem. 
„Sieht man sich die Sache mit den Kenntnissen, welche ich von Krank- 
heit gewonnen und an der Hand dessen, was die Physik über Molecularattraktion 
lehrt, näher an, so liegt gar nichts vor, was uns zwingt, dieses Verfahren, das 
heute noch spukt, a limine für Blödsinn zu erklären. Das Räsonnement ist fol- 
gendes: — Krankheit beruht auf der Anwesenheit eines übelriechenden Stoffes, 
der, bei der Absorptionsaffinität des Wassers für übelriechende Stoffe, ganz be- 
sonders in den wässerigen Flüssigkeiten und feuchten Teilen des Körpers ent- 
halten ist. Der gleiche Krankheitsstoff ist natürlich auch in dem sogenannten 
,Magnet', und wenn man diesen an einen anderen Ort bringt, so wird damit die 
inter pares bestehende Molecularattraktion sicher nicht aufgehoben. Wenn das 
der Fall ist, so muss ein Verzehrtwerden des Krankheitsstoffes im Magnet durch 
die wachsende Pflanze die Folge haben, dass derselbe aus dem Körper nach- 
strömt. Kein Physiker wird z. B. die Richtigkeit folgenden Experimentes be- 
streiten. Bringt man in zwei Flaschen die gleiche Salzlösung, setzt dieselben 
durch ein beliebig langes Rohr in Verbindung und trifft nun in der einen Flasche 
eine Veranstaltung, welche das Salz desselben irgendwie vernichtet, so wird durch 
das Rohr alles Salz aus der anderen Flasche nachziehen und ebenfalls zur Ver- 
nichtung gelangen. Was von so schwer beweglichen Objekten, wie Flüssigkeiten 
oder darin gelösten Stoffen gilt, gilt natürlich in noch höherem Masse von Gasen, 
und in obigem Fall handelt es sich um solche. Dass die Pflanze gerade üble 
Gerüche gern verzehrt, steht auf der andern Seite ebenso fest. Es erübrigt 
also zur Erklärung nur noch folgendes: die genannte Molecularattraktion be- 
- 61 - 
steht inter pares. Ist nun der Krankheitsstoff von ebenso eigenartigem indi- 
viduellem Gepräge. wie dies für den Gesundheitsstoff so leicht nachgewiesen 
werden kann, so kann der Attraktionsverkehr zwischen ,Magnet' und ,krankem 
Körper' durch andersartige Stoffe nicht gestört werden." 
Dem setze ich (Jäger) jetzt zu: Es ist völlig klar, dass dieses Verfahren 
nur eine Modifikation der Autoisopathie, die ich empfehle, ist, denn die 
Mumie wurde vom Kranken selbst genommen. Also waren Paracelsus und seine 
Schüler nicht bloss Homöopathen, sondern in erster Linie Isopathen, und 
zwar in einer ganz raffinierten Weise, sie benützten nicht bloss den isophoben, 
sondern auch den isophilen AVeg. Wie turmhoch steht dieses Wissen und 
Können über dem der heutigen Schulmedicin. 
2) ad pag. 40. In einem Brief des Herrn Hofrat Billroth vom 14. Dez., 
den die Neue freie Presse zuerst, und dann viele andre Zeitschriften brachten, 
findet sich die Stelle: „Ich habe mich bei Vorstellung der betreffenden Kranken 
immer nur dahin ausgesprochen, dass das „Köchin" ein eminent wirksames Mittel 
bei tuberkulösen Prozessen ist, und es in Parallele gezogen mit der Wirkung 
von Jod und Quecksilber auf luetische (syphilitische) Prozesse." Vor kurzem 
erhielt ich (Jäger) eine zwei Bogen starke Broschüre, erschienen Wien 1890, im 
Selbstverlag des Verfassers, „Sanitätspolizei und Prostitutionswesen" von 
Dr. Josef Hermann, Primararzt in Wien, aus der folgendes hervorgeht: Dieser 
Mann hat unter dem Beifall zahlreicher berühmter Arzte schon im Jahre 1855 
folgende drei Sätze aufgestellt: 
1) Quecksilber (auch Jod) ist kein Heilmittel gegen Syphilis. 
2) Es gibt keine konstitutionelle Syphilis. 
3) Was man für solche hält, ist Produkt der Quecksilberwirkung oder 
Wirkung des Jod. 
Nach diesen Grundsätzen behandelte Dr. Hermann in dreissigjähriger 
Thätigkeit als Primararzt der syphilitischen Abteilung des Wiedener Spitals in 
Wien weit über dreissigtausend Syphilitische und fand seine Voraussetzungen 
durch den Erfolg bestätigt. Diese immer wieder auftauchende als sekundäre, 
tertiäre, quaternäre, quintäre, kurz immer wieder ihr Haupt erhebende sogenannte 
konstitutionelle Syphilis ist nichts andres als der circulus vitiosus aller 
Arzneikrankheiten, wie Morphinismus, Cocainismus, die vom Gesetz des 
Ison beherrscht werden. Gegen diese konstitutionelle Syphilis wirkt Quecksilber 
natürlich ebenso spezifisch wie gegen die Erscheinungen des Morphiumhungers — 
Morphium, und wenn man Syphilis statt mit Merkur mit Jod behandelt, dann 
entsteht der circulus vitiosus des Jodismus, der mit dem des Merkurialismus die 
grösste Ähnlichkeit hat. Und was lernt man weiter aus der Broschüre Dr. Her- 
manns? Doch ich gebrauche seine eigenen Worte: 
„Allerdings wäre es für eine Sache von so unendlicher Tragweite erspriesslich 
gewesen, dass die Abteilung für Syphilis im k. k. Krankenhaus Wieden bei meinem 
Rücktritte den von mir vor dreissig Jahren eingeschlagenen Weg betrete und 
im gleichen Geiste wirke. Nun dieser mein letzter Wunsch am Spätabende 
meines Lebens sollte nicht erfüllt werden: an der heiligen Stätte, auf welcher 
die Wiege meines wissenschaftlichen Antimerkurialismus stand, wurde wieder ein 
Tempel errichtet, von dessen Altären man dem Götzen Merkur Weihrauch streute. 
Dieses harte Geschick für meine Reformlehre ist aber allerdings nichts Neues
	        

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Jaeger, Gustav. Gleich Und Ähnlich <Ison Und Homoion>. Jaeger, 1891.
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